Frage von Zeitzeugin, 135

Welche Ernährungsweise ist für euch gesund?

Die Meinungen darüber welche Ernährungsweisen gut oder schlecht, gehen weit auseinander. Selbst die Experten sind sich nicht einig, die einen sagen, Fleisch und Fett seien ungesund, die anderen wieder verdammen Zucker und Getreide. Woran soll man sich halten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArchEnema, Community-Experte für Ernährung, 40

Woran soll man sich halten?

An das eigene Bauchgefühl! Jeder Mensch ist anders (Gene, Darmflora, erworbene Schäden, erworbene Fertigkeiten, ...). Wenn es heißt Körner sind gut, sie dir aber Bauchschmerzen machen, dann solltest du das Körneressen (oder zumindest die Zubereitungsweise) grundsätzlich überdenken!

Prinzipiell ist keine der traditionellen Ernährungsweisen (und davon gibt es viele!) verkehrt. Größtes Problem dürften industrielle Produktion und stark verarbeitete Produkte sein: Wir können uns an vieles anpassen, aber nicht an Junk Food.

Fleisch und Fett sind sicherlich nicht ungesund. Die Frage ist nur, wieviel Prozent unseres Speiseplans sie ausmachen sollten. Ebenso Zucker und Getreide. Was sicherlich verzichtbar ist ist raffinierter Zucker, raffiniertes Getreide (Mehl) und raffinierte Öle/Fette.

Raffinerien gab es die letzten hunderttausend Jahre nämlich nicht, hat uns nicht geschadet. Fleisch, Fett, Zucker und Getreide gab es dagegen sehr wohl - aber nicht in Plastiktüten verpackt im Regal.

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 28

An deinen Appetit. Selbst die Empfehlungen der Experten sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie meistens nur auf Glauben und nicht auf wissenschaftlichen Studien beruhen.

Ich gebe dir ein Beispiel: Die berühmte Kampagne "5 am Tag" - also der Rat, man solle pro  Tag mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse essen - ist niemals wissenschaftlich abgesichert worden. Niemand hat je nachweisen können, dass 5 Portionen am Tag gesünder sind als 3 oder 4 Portionen! Nicht mal über die Größe der Portionen sind sich alle einig. In Deutschland ist "eine Portion" als 100 Gramm definiert, in den angelsächsischen Ländern als 80 Gramm.

Das heißt, innerhalb der nicht abgesicherten Empfehlung besteht auch noch ein Unterschied von 100 Gramm am Tag. Deutsche sollen angeblich 500 Gramm verzehren, Engländer und Amerikaner 400 Gramm.

Zweites Beispiel: Vollkorn. Sehr viele Menschen vertragen Vollkorn nicht gut, sie bekommen davon Bauchschmerzen. Dennoch wird es unverdrossen für alle empfohlen - muss ich noch sagen, dass es dafür keine wissenschaftllichen Beweise gibt?

Drittes Beispiel: Rotes Fleisch. Gerade erst hat die WHO rotes Fleisch als "möglicherweise krebserregend" eingestuft, weil Menschen mit hohem Verzehr an rotem Fleisch ein um etwa 30% erhöhtes Risiko für Darmkrebs zu haben scheinen. Liegt das wirklich am Fleisch oder an etwas anderem, zum Beispiel daran, dass sie weniger Gemüse essen oder daran, dass sie in Ländern leben,  in  denen die Möglichkeiten zur Diagnose von Darmkrebs einfach besser sind? Keiner weiß es. Nur zum Vergleich: Zigaretten erhöhen das Risiko für Lungenkrebs um satte 5000%. Das nenne ich einen klaren Zusammenhang.

Was lernen wir daraus? Nichts genaues weiß man nicht. Iss, was dir schmeckt, so vielseitig wie möglich, mit reichlich frischen Sachen und nicht allzu viel Zucker und Fett. Genieße dein Essen, iss dich satt aber nicht voll, und beweg dich oft und viel.

Und übrigens: Ab 80 kann man essen, was man will. Jegliche "ungesunde" Ernährung hätte erst 20 Jahre später Auswirkungen - aber 80-jährige haben im Normalfall keine 20  Jahre mehr vor sich.

Hier noch ein interessanter Artikel zum Weiterlesen: http://www.brandeins.de/archiv/2014/alternativen/ernaehrungsmythen-vegan-vegetar...

Antwort
von Schwoaze, 58

Die Zusammensetzung der Nahrung sollte sich aus ca. 15 % Eiweiß, ca. 30 % Fett und ca. 60 % Kohlenhydrate zusammensetzen.

Dabei gibt es stets die Wahl zwischen hochwertigen und für den Körper minderwertigen Fetten, Eiweißen etc.

So wie bei ziemlich allem, gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.  Nur Fleisch ist schlecht, ganz ohne Fleisch finde ich auch nicht gut. Unser Verdauungs-Apparat ist der eines Gemischtkostlers.

Antwort
von derBertel, 60

Ich gehe danach was mein Körper verlangt. Ist mir nach herzhaft, esse ich was herzhaftes. Will er was Süßes, dann bekommt er halt das.

Irgendwelche Expertisen interessieren mich überhaupt nicht. Ich versaue mir mein Dasein nicht mit irgendwelchen auferlegten Zwängen. Und wenn das heißt das ich unter Umständen nur halb so alt werde, nun sei es drum. Aber ich habe mein Leben genossen.

Meine Meinung dazu. :-) 

Kommentar von Zeitzeugin ,

Hm, ich würde mich von Zucker ernähren, wenn ich deinen Rat anwende :-)

Kommentar von derBertel ,

Naja,  ich würde mein Geschriebenes nun nicht als Rat bezeichnen.

Aber als Lebenseinstellung. :-)

Antwort
von putzfee1, 31

Ich achte auf eine fett- und zuckerarme, abwechslungsreiche Ernährung ("sündige" aber zwischendurch durchaus mal, weil ich mir sage, dass es ein sehr freudloses Leben sein muss, wenn man sich alles verbietet), habe damit in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung 10 kg abgenommen und halte mein Gewicht seit 15 Jahren (mit kleinen Schwankungen). Mir geht es damit sehr gut und ich bin selten krank. Das ist für mich der Beweis, dass ich damit gar nicht so falsch liege.

Antwort
von DesbaTop, 82

Weder noch. Fleisch ist nicht grundsätzlich nur ungesund. Genausowenig wie Zucker oder Getreide.

Es kommt vor allem auf eine ausgewogene Ernährung an. Wie man die erreicht (ob mit oder ohne Fleisch/Getreide) ist egal

Antwort
von Ashuna, 75

Gesunde ausgewogene Ernährung. Obst und Gemüse, ab und an etwas Fleisch. Alles ist gesund, im Maße.

Sport dabei und schon hast du eine "gesunde" lebensweise.

Gruß Ashuna

Antwort
von jovetodimama, 38

Ich fühle mich immer am gesündesten, wenn ich mich vegan und zuckerfrei und ohne Kohlehydrahte ernähre. Das gilt aber sicher nicht für jeden.

Kommentar von Schwoaze ,

Viel ungesünder als ohne Kohlehydrate geht eh nimmer! Und dabei fühlst Du Dich wohl? Hoffentlich haust Du Dir nicht Deinen Darm auf Dauer zusammen.

Kommentar von jovetodimama ,

Mit dieser Ernährungsweise fühle ich mich psychisch belastbarer und bin körperlich wesentlich leistungsfähiger. Allergische Beschwerden - ich bin seit 27 Jahren Allergikerin - verschwinden damit so völlig, dass ich weder Medikamente brauche noch Auslöser meiden muss.

Woher ich die Idee habe? Aus dem Buch "Das Geheimnis der Gesundheit - verblüffende Erkenntnisse aus der Welt der Medizin" von Dr. med. Ulrich Strunz, Heyne Verlag, S. 207/208.

Ausprobiert und begeistert gewesen!

Meine Darmgesundheit profitiert übrigens davon. Etliche Beschwerden (Verstopfung, Blähungen, Hämmorhoiden) haben sich durch diese Ernährung ohne weitere Maßnahmen vollständig zurückgebildet und reguliert.

Antwort
von PeaceLoveVegan, 78

Für mich viel Obst und Gemüse, Getreide (vor allem gekeimt), gute Fette aus Nüssen und Saaten, Hülsenfrüchte, sehr viele Wildkräuter (Wildkräutersalat ist wirklich super) und viel stilles Wasser und Kräutertees.

Von Stoffen wie Koffein, Alkohol und Saccharose (Kristallzucker) halte ich grundsätzlich Abstand.

Und ich koche auch immer frisch und kaufen meine Lebensmittel zu 90% unverarbeitet ein.

Kommentar von Pangaea ,

Wie schrecklich. Klingt für mich nach einer Eßstörung.

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Jemand der gerne und frisch kocht und Suchtmittel meidet hat für dich eine Essstörung? Das ist aber mal merkwürdig.

Kommentar von Pangaea ,

Nein. Jemand der sich freiwillig so unglaublich eingeschränkt ernährt.

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Wo ist das eingeschränkt? Ich weiß momentan gar nicht wie viele Obst und Gemüsesorten es gibt, neben dem ganzen Getreide und Hülsenfrüchten.

Nur weil ich auf Fleisch und Milchprodukte verzichte ernähre ich mich doch nicht eingeschränkt. Ich würde behaupten ich esse deutlich abwechslungsreicher als der Durchschnittsmensch in Deutschland, der nicht mal weiß, dass man Schafgarbe oder Gundermann essen kann (oder weiß, dass es existiert).

Und für mich gibt es keinen Grund Suchtmittel zu konsumieren. Und das kann man nun wirklich nicht als Einschränkung bezeichnen.

Kommentar von Omnivore08 ,

und Suchtmittel meidet

Was für Suchtmittel?

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Oben stehen die Stoffe zu denen ich Abstand halte. Aber ich zitiere es gern noch einmal für dich:"Von Stoffen wie Koffein, Alkohol und Saccharose (Kristallzucker) halte ich grundsätzlich Abstand." (Suchtstoffe)

Kommentar von Omnivore08 ,

Und jetzt bist du süchtig nach Obst und Gemüse

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Ich würde sagen, dass Obst und Gemüse bei fast jedem zur Ernährung gehört. Ich wüsste also nicht, warum ich danach süchtig sein sollte.

Antwort
von abibremer,

EINSEITIGE Ernährung birgt die Gefahr, dass man an bestimmten (lebensnotwendigen Stoffen entweder ZUVIEL oder ZU WENIG bekommt, was in beiden Fällen ungesund sein kann. Hintergrund sollte grundsätzlich das eigene Wohlbefinden beim Verzehr und auch noch für die anschliessende Zeit sein: Wer sich etwas nur mit Mühe (Widerwillen)  zuführen kann, der hat den "falschen Griff" getan.

Antwort
von Omnivore08, 9

Mischkost selbstverständlich. Wir sind schließlich Allesfresser. Von daher lebt der gesund und lange, wer ein gesundes Verhältnis zwischen Obst, Fleisch, Gemüse, Fisch, Milch, Eier und Getreide findet.

Fleisch und Fett seien ungesund

Das ist Quark! Fleisch ist für KEINEN Omnivoren ungesund, sondern sogar lebensnotwendig. Fett ist genauso wichtig. Fett ist neben Eiweiß essentiell. Kohlenhydrate nicht.

PS: Ernährungsideologien verfolge ich nicht. Ernährungsideologien wie der Veganismus isnd widernatürlich, Mangelernährung, unökologisch und unnötig!


Antwort
von Netie, 29

Ausgewogene Ernährung, von jedem etwas.

Antwort
von Holly62, 60

Alles in maßen ist gesund . Zucker nicht übermässig nehmen , Fett auch nicht übermässig nehmen . Gemüse Fisch und obst kannst du essen . Alkohol in maßen .

Kommentar von Ashuna ,

Alkohol ist ein Gift. Da würde ich sogar sagen dass ist das einzige was nicht wirklich gesund ist. :)

Gruß Ashuna

Kommentar von Pangaea ,

Nein, das ist nicht richtig. Auch und gerade beim Alkohol macht die Dosis das Gift. Es gibt viele (und ich meine wirklich viele, nämlich hunderte) Studien, die zeigen, dass ein mäßiger Konsum von Alkohol assoziiert ist mit einem verminderten Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Mäßig bedeutet in diesem Zusammenhang zwei bis drei Gläser pro Woche, und natürlich ist das Ganze nur für Menschen relevant, die ohnehin ein messbares Risiko für Herzinfarkte haben. Also für Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

Aber die positiven Effekte von geringen Mengen Alkohol sind wesentlich besser wissenschaftlich abgesichert als so ziemlich alles andere in der Ernährungswissenschaft.

http://www.bmj.com/content/342/bmj.d671

Antwort
von Mignon2, 46

Alles ist erlaubt, solange es in Maßen konsumiert wird und man sich insgesamt sehr ausgewogen ernährt.

Antwort
von Rosswurscht, 30

Von allem bissl was - die Mischung machts :-)

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