Welche endogenen Gründe gibt es für den Untergang Roms bzw. des Römischen Reichs?

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4 Antworten

Zunächst: einen "Untergang Roms bzw. des Römischen Reiches" hat es nicht gegeben. Das Römische Reich hat sich gewandelt. Aber das hat es auch schon in der Zeit vom 1. bis 3. und dann ganz besonders im 4. Jahrhundert n. Chr.

Was Tatsache ist: durch die germanischen Einfälle und die Probleme bzw. z. T. auch Zögerlichkeit des Ostreiches, dem Westreich militärische Hilfe zu leisten, brachen die Steuereinnahmen im Westen weg, je mehr Provinzen in die Hände germanischer Völker fielen. Diese waren in der Mehrheit Förderaten der weströmischen Regierung und dienten ihr als Soldaten, beanspruchten dafür aber auch die Steuereinahmen ihrer Provinzen für sich. Das schwächte auf Dauer die militärischen Möglichkeiten der weströmischen Regierung in Italien. Dennoch war das System noch so effektiv, dass Mitte des 5. Jahrhunderts die Hunnen abgewehrt werden konnten.

Sowohl die Kaiser des Westens wie des Ostens waren lange schwache Persönlichkeiten. Sie waren von ihren Beratern am Hofe abhängig. Seit der Mitte des 5. Jahrhunderts bestimmte der Hof in Konstantinopel auch über die Besetzung des westlichen Kaisertums. Die Dominanz des oströmischen Hofes führte dazu, dass es im Westreich schließlich keine Kaiser mehr gab, der einzige römische Kaiser des Gesamtreiches nach 476 nurmehr in Konstantinopel residierte. Nur ein Kaiser im Römischen Reich, das war nicht ungewöhnlich.

Die germanischen Fürsten, z. B. die fränkischen Merowinger, erkannten eine gewisse Oberherrschaft des oströmischen Kaisers an. Versuche Kaiser Justinians I., auch das weströmische Reich wieder seiner direkten Herrschaft zu unterstellen, gelang nur örtlich und zeitlich begrenzt, schwächte aber aufgrund der Kosten das oströmische Reich nachhaltig. Das Mittelmeer blieb römisches "mare nostrum", bis die islamischen Eroberungen einen tiefen Einschnitt herbeiführten.

Im Westreich errang das Papsttum in Rom allmählich kaisergleiche Stellung, die Kirche ersetzte die fehlende kaiserliche Regierung des Westreiches. Die Katholische Kirche führte sowohl römische Verwaltungsorganisationen wie andere kulturell-staatliche Erscheinungen weiter und überlieferte sie dem Mittelalter. Im Jahre 800 setzte das Papsttum aus eigener Machtvollkommenheit wieder einen weströmischen Kaiser ein, den Franken Karl. Seitdem gab es wieder zwei Kaiser, einen weströmischen und einen oströmischen.

MfG

Arnold        








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Die Führung war immer schwächer geworden, die Gesellschaft der Patrizier und des Adels dekadent.

Die starke Führung der Vergangenheit und die starke Armee waren nicht mehr vorhanden.

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Das Reich ist einfach zu groß geworden. Es konnten von den eigentlichen Römern, die sich auf ihren Erfolgen ausruhten, immer mehr dem Luxus hingaben und Hilfsvölker mit der Verteidigung des Reiches betrauten, nicht mehr zusammengehalten werden. Diese Völker haben natürlich immer mehr ihre Eigeninteressen verfolgt.   

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Das Reich war überdehnt, die Sklaverei als Produktionsweise überholt, der Ansturm der sogenannten Barbaren immer mächtiger, der Nachschub an Sklaven immer geringer

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