Frage von Haffilove, 118

Welche DSLR für Hobby Fotografen?

Hey ich möchte mir eine neue DSLR zulegen und weiß aber nicht wirklich welche. Ich möchte mit der Kamera sowohl in dunkleren Räumen gute Fotos machen können als auch draußen bei viel Sonne. Ich bin ein Hobby Fotograph mit etwas Erfahrung (also am liebsten eine semi-professionelle Kamera) und die Kamera solle nicht mehr als 1000€ kosten. Hat irgendjemand von euch eine gute DSLR, die er mir empfehlen kann?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Airbus380, 85

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet. Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera. Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein Schaubild gibt es hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor#Sensorgr.C3.B6.C3.9Fen\_und\_-formate

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden" entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000 Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony (Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony, Olympus und Panasonic mFT, Samsung NX, Fuji X) bieten fuer die allermeisten ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier (oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst. Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will, welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen, welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden. Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche, Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel) fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Kamera, 64

Hallo Haffilove,

ich möchte mir eine neue DSLR zulegen

Du hast also schon eine? Welche denn? Und was stört Dich an der?

Ich möchte mit der Kamera sowohl in dunkleren Räumen gute Fotos machen

Achte darauf, dass die Kamera auch bei hoher Empfindlichkeit rauscharme Bilder macht. Oder benutze einen (externen) Blitz. Oder investiere in ein lichtstarkes Objektiv.

als auch draußen bei viel Sonne

Das ist mit keiner Kamera ein Problem.

Antwort
von Haffilove, 49

Danke, ich habe derzeit eine Systemkamera (Lumix) von Panasonic, an der mich stört, dass es sobald es dunkler wird keine vernünftigen, nicht verwackelten oder zu dunkle Bilder entstehen. Ich habe schon über die Nikon D5500 nachgedacht, hat jemand mit der vielleicht schon Erfahrung gesammelt?

Antwort
von johnston, 66

Für 995 EURO gibt es bei Amazon die Canon 70d mit einem EF-S 18-55mm Objektiv. Diese ist sehr gut und kann ich nur empfehlen. 

Nur für noch bessere Fotos beim fotografieren gegen Sonne bzw. sehr viel Licht oder bei Nacht sollte in ein gutes Objektiv extra investiert werden. Weiß nicht mehr welches das war, kostete aber 400 Euro, gutes Objektiv für alles. Muss ich mal gleich gucken.

Kommentar von Airbus380 ,

In dunklen Raeumen eine APS-C Canon mit "Dunkelobjektiv"?
Das soll wohl ein Scherz sein.

Kommentar von nextreme ,

Nein das ist sein Ernst. Zum Glück hat er ne DSLR mit Blitz :'D 

Expertenantwort
von mbauer588, Community-Experte für Kamera, 49

D7100 - top Bildqualität dank fehlendem AA-Filter und sehr prof. Bedienung

Antwort
von boriswulff, 54

Schau dir mal die Top 10 in der Chip Bestenliste an.

http://www.chip.de/bestenlisten/Bestenliste-DSLR-und-DSLM--index/index/id/968/pr...

Die Panasonic Lumix DMC-G70 ist recht gut. Ich würde empfehlen lieber etwas weniger in den Body zu investieren und dafür gleich ein ordentliches Objektiv zu holen.

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