Frage von James211098, 34

Welche Diskussions - bzw. Streitfrage kann ich für den Vortrag meiner Facharbeit in Geschichte nehmen?

Ich muss am Montag einen Vortrag über meine Facharbeit halten. Zuerst werde ich ca. 20 min. über die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse, Benjamin Ferencz und Simon Wiesenthal sprechen (beide haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, nach dem 2. Weltkrieg, Nazis zu jagen und vor ein Gericht zu bringen) und danach werde ich Kriegsverbrechen Definieren und über aktuelle Kriegsverbrechen im Irak und Syrien reden.

Hätte vielleicht jemand eine Idee, was ich bei diesen Themen als Diskussionsfrage nehmen könnte, sodass das Publikum ca. 10 min. darüber diskutieren kann ?

Antwort
von zehnvorzwei, 27

Hei, James211089, immer noch und bis heute nicht zu Ende diskutiert: Waren die Nürnberger Prozesse Siegerjustiz? Was waren die juristischen Grundlagen der Verfahren? Konnten die Hauptschuldigten mit anderen Urteilen rechnen? Hatten sie eine Chance, hätten sie eine Chance gehabt? Oder so. Grüße!

Antwort
von lehrerin123, 30

Am besten wäre es, wenn sich die Frage direkt aus deinem Vortrag/deiner Facharbeit ableitet. Welcher Problemfrage bist du denn dort nachgegangen?

Sonst bliebe noch die Frage (neben den anderen, die hier schon genannt wurden), warum sich die Nachkriegsgesellschaft so vehement gegen eine Verfolgung/Verurteilung wehrte. Von Fritz Bauer (dem Initiator der Auschwitzprozesse) ist ja das Zitat "Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse, dann betrete ich feindliches Ausland" überliefert. Dies könnte man zum Ausgangspunkt machen.   

Kommentar von James211098 ,

Mein großes Thema der Facharbeit ist die Entnazifizierung und Bestrafung der Deutschen Kriegsverbrecher.

Kommentar von lehrerin123 ,

... dann passt die Frage nach der "Gegenwehr" doch ganz gut, denk' ich... von dort aus lassen sich ja auch Aspekte der anderen hier vorgeschlagenen Fragen thematisieren. Die kommen in der Diskussion sicher auf.

Viel Erfolg 

Expertenantwort
von Schuhu, Community-Experte für Schule, 25
  • Die gute alte und überflüssige "Einmal-muss-doch-Schluss-sein"-Diskussion
  • Wie sollte die Gerichtsbarkeit nach einem verlorenen Krieg gestaltet sein? Können Vorgänge, die während des Krieges legal waren, plötzlich ungesetzlich sein?
  • Wer sollte die Kriegsverbrechen in Syrien und Irak ahnden? Wer hat das Recht und die Unabhängigkeit, über alle Beteiligten neutral zu urteilen?
Antwort
von DrStrosmajer, 24

Wahrscheinlich ist das bei vergleichbaren Diskussionen schon oft zur Debatte gestellt worden, aber immer wieder bilden sich darüber kontroverse Meinungen: der vorgebliche Befehlsnotstand der Kriegsverbrecher mit der Behauptung "Ich war nur ein kleines Licht und habe lediglich getreu meinem Eid Befehle befolgt".

Dies nur als ein Vorschlag.

Antwort
von TanjaStauch, 11

Hm...

Um das zunächst mal klar zu stellen: Ich finde die Nürnberger Prozesse weitgehend richtig und denke, sie sind überwiegend recht fair abgelaufen.

Diskussionsfrage:

Wie würde das heute aussehen?

Es gibt den Internationalen Strafgerichtshof (https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof), der eigentlich dasselbe Anliegen hat.

Aber Russland erkennt ihn bisher nicht an.

Und was die sooo vorbildlichen und demokratischen USA angeht:

"Härtester Gegner des IStGH sind die Vereinigten Staaten. Die US-Regierung hat im Jahr 2000 das Statut des IStGH unterzeichnet, aber noch im selben Jahr die völkerrechtlich unübliche, jedoch zulässige Rücknahme der Unterzeichnung erklärt. Bill Clinton erklärte dazu, dass er das Rom-Statut nicht ratifizieren wollte, solange den Vereinigten Staaten keine ausreichende Möglichkeit geboten wird, den Internationalen Strafgerichtshof und dessen Funktionsweise über einen längeren Zeitraum zu überprüfen.[43] Durch den Abschluss bilateraler Verträge mit IStGH-Vertragsparteien und anderen Staaten versuchen die USA, eine Überstellung von US-Staatsangehörigen an den IStGH vorsorglich auszuschließen. 2002 wurde der American Service-Members’ Protection Act rechtskräftig, der den US-Präsidenten implizit dazu ermächtigt, eine militärische Befreiung von US-Staatsbürgern vorzunehmen, die sich in Den Haag vor dem IStGH verantworten müssten. Eine Zusammenarbeit mit dem Gericht wird US-Behörden verboten. Zudem kann allen Staaten, die nicht Mitglied der NATO sind und das Statut ratifizieren, die US-Militärhilfe gestrichen werden."

(Wikipedia)

Hmpf... Nach dem zweiten Weltkrieg waren sie die Vorreiter, was Kriegsverbrechen (der anderen Seite) angeht (die es ja auch reichlich gab). Eigene Kriegsverbrechen sind aber Kraft Amtes schon gleich völlig undefiniert. Falls ein US-Amerikaner als Täter Zivilisten tötet, foltert, vergewaltigt usw. handelt es sich dabei wohl um etwas völlig anderes, als wenn US-Amerikaner Opfer sind.

Diese Logik finde ich persönlich sehr nationalistisch und schon recht faschistoid.

Liebe Grüße,

Tanja

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