Frage von Vitaly1989, 251

Welche Computer gab es in den 1980er Jahren in Westdeutschland?

Und wie verbreitet waren sie am Alltag? Arbeitsplätze, Schulen und Universitäten etc.

Wer in den 80ern gelebt hat und sich ans damalige Leben erinnert, erzählt mir bitte! 

Danke für eure Antworten! :)

Vitaly aus dem weit entfernten Russland :)

Antwort
von PWolff, 118

In Büros gab es seit Ende der 1970er Terminal-Rechner, die Texte erfassen, speichern, bearbeiten, ausdrucken konnten. Sie waren aus heutiger Sicht extrem langsam - es hat ein paar Minuten gedauert, um für eine DIN-A4-Seite die Silbenrechnung und das Layout zu berechnen -, aber es war ein riesiger Fortschritt gegenüber den elektromechanischen Schreibmaschinen. Kosten je Arbeitsplatz ca. 10.000 DM (auf heute umgerechnet ca. 12.000 Euro)

Große Firmen, Städte usw. hatten Großrechner, die immensen Wartungsaufwand erforderten, aber die Verwaltung enorm vereinfachten.

Es gab auch Computer für zuhause, aber das waren mehr Spielzeuge als ernstzunehmende Arbeitsgeräte, jedenfalls bis ca. 1980, dann gab es die ersten Programme, mit denen man ein Haushaltsbuch führen und Briefe schreiben u. ä. konnte, wenn die Geräte auch ca. einen Monatslohn oder mehr kosteten.

Damals gab es mehrere namhafte und viele unbekanntere Hersteller von "Microcomputern", und es gab mehrere Prozessorarchitekturen von einiger Bedeutung. Ich müsste noch irgendwo ein Buch über das Programmieren von Prozessoren mit 4 der wichtigsten Architekturen, allesamt 8-Bit-Prozessoren. Das waren im Einzelnen 2650 - viel in Spielekonsolen verwendet (damals noch wirkliche Konsolen in Spielhallen und Kaufhausecken mit Münzeinwurf) -, 6502 - damals mit am weitesten verbreitet für Atari, Apple u. a. -, 6800 - nicht so verbreitet -, und 8080, der Ururur...ahn der heutigen Intel- und AMD-Prozessoren, auch in vielen Microcomputern vorhanden. Daneben gab es auch z. B. den Z80, der abwärtskompatibel zum 8080 war, aber einen sehr erweiterten Befehlssatz hatte; er gewann für ein paar Jahre eine große Bedeutung auf dem Microcomputermarkt. Mir fällt dazu der erste weit verbreitete Billigcomputer ein, der Sinclair ZX80. Auch Computer, die für den Geschäftsgebrauch entwickelt wurden, basierten großenteils auf dem Z80.

Um 1980 herum hatten hauptsächlich interessierte Freaks einen Computer, ab ca. 1985 fing es an, dass immer mehr Haushalte einen Computer hatten.

Kommentar von Vitaly1989 ,

Vielen Dank! :)

Antwort
von Machtnix53, 73

Mein erster Computer in den frühen 80ern war ein Sinclair Zx81. Ein winziges Teil mit Folientastatur und 1 KB Arbeitsspeicher.

Als Monitor brauchte man noch einen Fernseher und als dauerhaften Speicher einen Kassettenrecorder, die Daten wurden als Folge von zwei Tönen auf Kassette geschrieben und davon eingelesen. Ein rudimentäres BASIC war im 8 KB ROM, mit dem ich immerhin per PEEK und POKE selbstmodifizierende Programme schreiben konnte.

In den späten 80ern bekam ich günstig einen richtigen Laptop mit DOS und solidem Aufbau, den Sharp PC-5000. Als Besonderheit hatte es einen Bubblespeicher, also fast schon so etwas wie SSD. ;-)

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

Kommentar von Hideaway ,

einen richtigen Laptop

Damals zu Recht wegen des Gewichtes noch als "Schlepptop" bezeichnet. Aber immerhin, man war damit mobil.

Kommentar von Machtnix53 ,

Na, so schwer war er auch nicht. Ich hatte ihn auch nicht,um damit auf Wanderschaft zu gehen. Aber ich fand es sehr praktisch, alles in einem Gerät zu haben, nicht so ein Gewusel wie beim ZX81. Sogar ein Drucker war mit drin, konnte man aber auch herausnehmen.

Eigentlich ein tolles Gerät, nur das LCD-Display war etwas spärlich in der Höhe mit 8 (oder 10?) Zeilen.

http://www.homecomputermuseum.de/comp/318\_de.htm

Antwort
von sarahj, 115

ich habe damals mein erstes verdientes Geld in einen Rechner gesteckt (und alle um mich 'rum hielten mich für verrückt, weil ich mir dafür kein schönes Auto kaufte...).
Das war ein 68000 VME-Bus System, mit 128Kb Speicher und einer (für damalige Verhältnisse riesige) Platte mit 60Mb (Mb - nicht Gb!).
CPU: 2500DM, RAM: 3000DM Platte: 6000DM Netzteil:600DM.
Habe lange darauf gespart, aber darauf lief schon Unix!

Zur Kommunikation (!) hatten ich und ein paar Freunde wir Ende der 80er ein Trailblazer Modem, was wahnsinnige 18Kbaud (bit/sekunde) auf eine normale Telefonleitung brachte, und damit haben wir damals am weltweiten usenet teilgenommen, und mail sowie news ausgetauscht...
Weiss nicht mehr was es gekostet hat - über 2KDM, soweit ich erinnere.

An der Uni gab's noch Lochkarten und nur die Diplomanden durften an die PDP11...

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke für deine Geschichte! :)

Kommentar von sarahj ,

gerne; mein Rechner ist immer noch im Keller und sieht ungefähr so aus:

https://de.wikipedia.org/wiki/VMEbus

und der Bildschirm so:

https://de.wikipedia.org/wiki/VT100

Kommentar von Hideaway ,

An der Uni gab's noch Lochkarten und nur die Diplomanden durften an die PDP11...

Und es wurden (nach höflicher Beantragung) für die Nutzer Rechenzeiten zugewiesen. Das konnte auch gerne mal mitten in der Nacht sein. Die Warteschlange war jedenfalls immer sehr lang.

Kommentar von sarahj ,

stimmt; ich habe ein halbes Jahr nachts am Rechner mit einer kl. Gruppe verbracht... Wir durften von 19:00 bis 5:00 ran ;-)))


Kommentar von Hideaway ,

Weiss nicht mehr was es gekostet hat - über 2KDM, soweit ich erinnere.

Die damals noch recht üppigen Telefonkosten nicht zu vergessen!

Kommentar von sarahj ,

stimmt. wir hatten eine Kette zur nächsten Uni (damals musste man noch einen bang-path zum email Partner kennen). Und jeder war im Nahbereich, so daß kein Ferngespräch notwendig war. Man holte die email für einen selbst nachts vom Kumpel ab, weil da die Tel.Kosten günstiger waren. Der pickte sich das Zeug für ihn heraus, und schickte den Rest Anhand des pathes in jeder mail weiter).
(und schickte alle Briefe die sich über den Tag angesammelt haben auch nachts an den Kumpel, der sie dann weiter geleitet hat)

Es war also eine sehr anarchisch selbstorganisierte Sache, die vielleicht wieder kommt, wenn die NSA so weiter macht ;-D
(der code ist vermutlich noch im Unix uuxp Programm drin, wenn wir ihn brauchen)

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 67

ein absolutes kind der 80er ist der commodore64... für die Maschine gab es nicht nur schreibprgramme, sondern auch einfache tabellenkalkulationen und Grafikprogramme. und natürlich jeeeeeeeeeeede menge spiele :-)

der riesen vorteil der maschine gegenüber PC und co, gabs damals auch schon, man konnte den TV als Monitor verwenden. der vorteil war schon gigantisch, angesichts der Tatsache, dass farbmonitore für den PC fast unbezahlbar waren.

lg, Anna

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

Kommentar von Hideaway ,

dass farbmonitore für den PC fast unbezahlbar waren

Ein ganz kleiner (12") nicht unter 1000 DM, ein halbes Monatseinkommen.

Antwort
von Jerne79, 86

In meinem Umfeld (geb. 1979) gab es ein paar PCs in den 80ern, die Welt teilte sich in in die Rechner der Spiele-Leute (Atari) und die der eher allgemeinen Nutzung. In letzterem Fall waren Comodore häufig.

Den ersten PC, der unseren Haushalt betreten hat, habe ich heute noch: Ein gebrauchter Comodore PC I, den ein Onkel ausgemustert hat. Zusätzlich zum 5 1/4 " Laufwerk hatte er noch ein Floppy-Laufwerk und einen Mausanschluß eingebaut. Letzterer schied bald dahin, ich habe den Rechner nur über Tastatur bedient. Festplatte: Gab´s nicht. Dazu ein grün-monochromer Bildschirm. Außer über DOS-Befehle konnte man zur Verwaltung den Norton Commander verwenden.

Noch in den 90ern war ich in der Regel die einzige in der Klasse, die immer wieder fragte, ob ich längere Hausaufgaben auch auf dem PC schreiben und ausdrucken darf. 1996/1997 habe ich auf dem Ding meine Facharbeit geschrieben und über mehrere Stunden auf einem Nadeldrucker ausgedruckt. Noch heute schleife ich ein paar Text-Dateien herum, die auf diesem Rechner geboren wurden.

An meinem Gymnasium gab es (wie auch an anderen Schulen in meinem Umfeld) in den späten 80ern bereits einen Computer-Raum. Ob darin je großartigere Dinge gemacht wurden als etwas Textverarbeitung auf Word 4.0 und Hamurabi spielen... Da bin ich allerdings überfragt. ;)

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

Kommentar von Hideaway ,

Noch heute schleife ich ein paar Text-Dateien herum, die auf diesem Rechner geboren wurden

Hab ich auch noch. Mit MS Works (unter MSDOS 5), später mit Word 2.0 geschrieben.

Antwort
von Ottavio, 8

Ich hatte Ende der 80-er Jahre ein Tischgerät von IBM, das ausschließlich über Tasten zu steuern war und eine Festplatte mit 40 MB hatte.

Vorher hatte ich eine Typenradschreibmaschine von Olivettti, die auch einen kleinen Computer eingebaut hatte, sodass ich den Text  eingeben undauf dem Monitor korrigieren korrigieren und dann im Blocksatz ausdrucken konnte. Das war eine große Erleichterung, die mich damals 4000 DM gekostet hat. Dafür hätte ich mir einen Gebrauchtwagen kaufen können.

Antwort
von Mikkey, 91

Es gab IBM PC, die kosteten aber ab 10.000 DM deshalb hat sich die Privat niemand gekauft.

Weiterhin gab es programmierbare Taschenrechner von TI und HP, Basic-Computer (zum Anschließen an den Fernseher) z.B. von Sinclair, Commodore.

Ende der Achtziger wurden die PCs erschwinglicher und verwendbarer (bessere Leistung), so dass die auch mehr und mehr verwendet wurden.

An der Uni hatten wir damals Telefunken TR440, DEC PDP10 und Siemens (Typ weiß ich nicht mehr).

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

Kommentar von sarahj ,

Wow - meine Generation. Eine TR440 hatten wir auch. Mit Holzfurnier!

Antwort
von TorstenKraemer, 112

Ich hatte einen Comodore C 64. Den VC20 von Comodore gabs auch noch und dann gabs noch den Atari. Die hat man eigentlich nur zum spielen gebraucht.

Die ersten 386er gabs dann ich glaube Anfang der 90er. Das waren richtige PC´s wie man sie heute noch kennt. (Also mit Mainboard, Festplatte usw.)

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

Antwort
von Hideaway, 51

Mit den Arbeitsplatzrechner war das so: Der erste "richtige" 086er PC von IBM mit Festplatte (sagenhafte 10 MB!!!!!!!) kam 1983 und kostete ohne Drucker um die 20.000 DM.  Das waren etwa 10 Monatsgehälter bei durchschnittlichem Einkommen. Daran kannst du auch ermessen, wie die Verbreitung im Alltag war. Für den Privatnutzer war das praktisch unerschwinglich. Nach dem Einschalten konnte man seinen Kaffee kochen und kam dann mit der Tasse an den Rechner zurück, der gerade auf der Eingabeebene angelangt war. Lief alles unter MSDOS, nix Windows mit Icons und so. Monitor selbstverständlich nur schwarz-weiß. Man musste die Befehle eintippen und dann hat er die Programme gestartet, deren Funktionsumfang wahrlich spartanisch war. Drucken konnte man seine Dokumente auch (sofern man sich den Drucker leisten konnte), auf geknicktem Endlospapier und unter ohrenbetäubendem Lärm des Nadeldruckers (die verwendeten noch ein Farbband, wie die alten Schreibmaschinen). Dennoch war das Ganze ein Riesenfortschritt und eine enorme Arbeitserleichterung.

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :) Aber es war der Anfang der 80er Jahre. War die Situation mit PCs in der zweiten Hälfte der 80er besser? Ich habe von "Commodore Amiga" gehört, der war weit fortschrittlicher :)

Antwort
von sarahj, 44

Die Brotkiste (Commodore 64) und gute Spiele: Fort Apocalypse und Frogger.

Leute retten mit dem Hubschrauber:

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :) Sehr ähnliche Spiele hatten wir in den 90er Jahren in Russland. Aber auf dem chinesischen Spielkonsole "Dendy" :)

Antwort
von psydelis, 5

Ich habe 1981 meinen ersten Kurs (DATEV bei der DAA in Mönchengladbach) gemacht, bei dem ich mit Computern in Berührung kam und war sofort infiziert.

Mein erster eigener Rechner war dann einige Zeit später ein Atari 800, den ich nur zum Spielen nutzte.

Dann kam der Atari 800XL, auf dem ich auch programmiert habe.
Ende der 80er hatte ich den Atari 800XL und einen PC (286er mit 1MB RAM, 40MB Festplatte und Farbmonitor), der später auch mit Windows 2.0 lief.

Windows habe ich aber schnell wieder runtergeschmissen und erst ab Windows 3.11 for Workgroups auf einem 386er regelmäßig genutzt.

Zwischenzeitlich hatte ich auf dem 286er auch Geoworks Ensemble, was anders als die ersten Windows Versionen recht zufriedenstellend lief.

Antwort
von kheido, 69

Ich hatte meinen ersten Kontakt mit Computern Mitte der 80er, der Vater meiner damaligen Freundin hatte in Berlin einen Laden für Computer und Teile.

Es gab nämlich zu der Zeit im Fernsehprogramm eine Sendung mit wöchentlichen Folgen, wo man sich zu Hause einen Computer aus einem Baukastensystem selbst zusammenbauen konnte. Das war der " NDR-Klein-Computer " und der Vater meiner Freundin hatte eben in Berlin den einzigen Laden, in dem man die Teile dafür kaufen konnte.

Damals war der Markt für Privatcomputer noch nicht entgültig aufgeteilt, sodas es noch mehrere Anbieter gab. Verbreitet waren die Commodore Computer, aber nicht weil sie so gut waren, sondern weil das Marketing gut war. Es gab noch andere Hersteller die teilweise bessere und leistungsfähigere Rechner angeboten haben, aber man konnte nicht so ohne weiteres die Software mit anderen Rechnern tauschen, sodas letztendlich der Hersteller mit dem umfangreichsten Softwareprogramm die Nase vorn hatte.

Der Vater meiner Freundin hat neben den NDR-Computerteilen auch noch komplette Rechner des Herstellers " Thomson " verkauft.

Ich hatte zuerst einen MO-5, danach einen TO-7 und dann glaube ich noch einen TO-9. Man konnte die Speicherkapazität der Rechner ganz einfach erhöhen, indem man hinten Zusatzmodule reinsteckte, die Rechner hatten schon eigene Laufwerke für Spiele und man konnte die Programmiersprache ebenfalls per Steckmodul wechseln.


Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

Expertenantwort
von surfenohneende, Community-Experte für Computer, 79

Robotron (made in GDR), Schneider, Atari, Commodore, IBM (PC), Apple, Sinclair ...

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :)

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