Frage von fasciinatiion, 109

Welche Chancen habe ich, den Prozess zu gewinnen?

Hallo,

Ich muss ein gerichtliches Mahnverfahren gegen einen Schuldner einleiten. Der Streitbetrag ist 200€ und der Schuldner ist nicht zahlungsfähig. Ich habe leider keinen unterschriebenen Vertrag sondern nur unsere Vereinbarungen per E-Mail und Facebook. Adresse und Telefonnummer des Schuldners habe ich.

Wie sieht es aus, dass ich den Prozess gewinnen kann, wenn der Schuldner Widerspruch einlegt?

Liebe Grüße und Danke!

Antwort
von peterobm, 70

ob deine Beweise ausreichen, sollte ein Anwalt durchschauen. Er hat die Möglichkeit der Einsichtnahme.

Kommentar von Bitterkraut ,

in was soll der denn Einsicht nehmen?

Kommentar von peterobm ,

z. Bleistift in die Unterlagen, ob es sich überhaupt lohnt ein Fass aufzumachen

Ich habe leider keinen unterschriebenen Vertrag sondern nur unsere Vereinbarungen per E-Mail und Facebook. Adresse und Telefonnummer des Schuldners habe ich.



>der Schuldner ist nicht zahlungsfähig.


das ist das Problem, wo nix ist kann man auch nix holen, dafür einen Titel anstrengen?

Kommentar von mepeisen ,

Du kennst die Gesamtsituation nicht. Wenn der Schuldner heute zahlungsunfähig ist, ist er das morgen vielleicht nicht, weil er dann wieder in Saft und Brot steht. Vielleicht ist der Schuldner noch jung.

Antwort
von kevin1905, 17

Wie sieht es aus, dass ich den Prozess gewinnen kann, wenn der Schuldner Widerspruch einlegt?

Wenn aus den Dokumenten klar hevorgeht, dass es eine übereinstimmende Willenserklärung gibt, könnte es gut sein, dass das Urteil zu deinen Gunsten lautet.

Was sagt dein Anwalt dazu?

Wenn dein Schuldner nicht zahlungsfähig ist, kann das hier für dich jedoch finanziell nach hinten losgehen.

Antwort
von Mignon2, 33

Wenn du die Forderung tatsächlich anhand von geführter Korrespondenz (Email und Facebook) eindeutig nachweisen kannst, wirst du den Prozeß auch dann gewinnen, wenn der Schuldner Widerspruch einlegt. Das Gericht entscheidet nach Akten-/Beweislage. Dennoch hast du bei jedem Prozeß ein Risiko. Beispielsweise weißt du nicht, mit welchen Gegenargumenten und Gegenbeweisen dein Schuldner Widerspruch einlegt.

Da der Schuldner zahlungsunfähig ist, mußt du nach einer rechtskräftigen Gerichtsentscheidung zu deinen Gunsten (oder Vollstreckungsbefehl nach Mahnbescheid ohne Widerspruch) vermutlich einen Gerichtsvollzieher mit der Eintreibung der Forderung plus Prozeßkosten beauftragen. Du mußt diese Vollstreckungskosten vorschießen. Du bekommst sie zwar vom Schuldner zurück, aber eben nur dann, wenn er Geld hat. Es kann dir also passieren, dass du deine € 200 nicht bekommst und noch dazu auf den Vollstreckungskosten sitzen bleibst.

Wenn du ganz großes Pech hast und der Schuldner auch die Prozeßkosten (Mahnbescheid mit oder ohne Widerspruch) nicht bezahlen kann, wirst du als Gewinner des Prozesses irgendwann auch diese Kosten zahlen müssen. Du kannst dir alles titulieren lassen und dir mit viel Hoffnung alles irgendwann zurückholen - sollte der Schuldner jemals zu Geld kommen. Es kann zu einer endlosen Geschichte werden.

Alles Gute!

Kommentar von fasciinatiion ,

Danke für deinen Kommentar! Wie wäre es, wenn ich dem Schuldner mit dem Mahnbescheid vom Gericht nur ein wenig "Angst" mache und darauf hoffe, dass er keinen Widerspruch einlegt? Wenn ich dann auf das weitere Verfahren verzichte, bleibe ich nur auf 32€ Mahnbescheidskosten sitzen. Die Dienstleistung, die ich erbracht habe, kann ich nämlich im Zweifelsfall an jemand anderen verkaufen (ja, ist möglich, Details möchte ich hier erst mal nicht geben). Ist das sinnvoll?

Kommentar von Mignon2 ,

Die Gerichtskosten könnten sich (das weiß ich jedoch nicht!) automatisch erhöhen, wenn Widerspruch eingelegt wurde. Die Akte ist dann nicht mehr im Mahnverfahren, sondern wird an die normale Zivilgerichtsabteilung weitergeleitet.

Kommentar von mepeisen ,

Nein, da erhöht sich nichts. Als Gläubiger kann man durchaus entscheiden, ob man nach dem Widerspruch weitermacht oder nicht. Die 32€ bleiben erst mal stehen. Erst, wenn man mit einem Prozess weitermachen will, muss man dann das Geld für diesen Prozess vorschießen. Genauso als würde man direkt Klage einreichen.

Kommentar von Mignon2 ,

Danke für die Information.

Antwort
von user8787, 44

Der evtl. Gewinn von 200 Euro wird wahrscheinlich von deinen Anwaltskosten und sonstigen Aufwendungen verschlungen (Porto, Fahrtkosten, Telefonate ect.).

Klar ist es ärgerlich das dein Gegenüber nicht zahlungfähig ist, er hat sicher auch Anspüche auf Gerichtskosten - Beihilfe und kann somit recht gelassen an die Sache rangehen. 

Ohne eigene Rechtschutzversicherung würde ich die Finger von lassen. 



Kommentar von mepeisen ,

Der evtl. Gewinn von 200 Euro wird wahrscheinlich von deinen Anwaltskosten und sonstigen Aufwendungen verschlungen (Porto, Fahrtkosten, Telefonate ect.).

Wenn man gewinnt, bezahlen (nachweisbare) Auslagen die Schuldner. Da wird's nichts vom "eigentlichen Gewinn aufgezehrt".

Zudem dürfte es bei 200€ ein einfaches schriftliches Verfahren geben, so dass insbesondere Fahrtkosten nicht anfallen.

Kommentar von user8787 ,

Wenn, es gilt: 

Im Zweifel für den Angeklagten. 

Ein Schuldner der schon an den 200 Euro scheitert soll dann noch mehr zahlen? 

Es entwickelt sich zu Lasten der Staatskasse, ich würde damit rechnen das die Klage abgewiesen wird. 

Kommentar von mepeisen ,

Bitte was? Eine Klage wird nicht abgewiesen, nur weil der Schuldner zahlungsunfähig ist. Entweder hast du dich gerade völlig verquer ausgedrückt oder du fantasierst dir da etwas zusammen.

Kommentar von user8787 ,

Du schießt mit Kanonen auf Spatzen.

Mit einem Mahnbescheid vom Gericht drohen, obwohl du weißt das er zahlungsunfähig ist, nur um etwas Angst zu schüren ist, sry....Kindergarten-Kram. 

Die Gerichte haben genug so unsinnige Fälle um die Ohren. 

Klärt den Kram wie Erwachsene....unter euch. Wer sich auf so "Geschäfte" einlässt muss eben mit Ärger rechnen, ganz einfach.

Antwort
von GarfieldSL, 38

Welche Aussichten du hast, kann nur ein Anwalt anhand der Unterlagen beurteilen. Wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist und du den Prozess gewinnst, hast du wenigstens einen Titel, den du 30 Jahre lang vollstrecken kannst.

Antwort
von Militaerarchiv, 44

Wenn er nicht zahlungsfähig, nützt dir auch ein gewonnener Prozess nichts.

Wenn eure Vereinbarungen aus den Mails hervorgeht, könnte man die vor Gericht verwenden.

Kommentar von fasciinatiion ,

Aber es muss doch einen Weg geben, an mein Geld zu kommen? Haben denn Mails vor Gericht genügend Beweiskraft?

Kommentar von GarfieldSL ,

Die Beweiskraft von Mails ist nur bedingt, besser sind Faxe, die sind beweiskräftig.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn er nicht zahlungsfähig, nützt dir auch ein gewonnener Prozess nichts.

Doch es bringt einem zumindest mal einen Titel aufgrund dessen man 30 Jahre lang vollstrecken lassen kann.

Und wenn der Schuldner vielleicht in 2-3 Jahren zu Geld kommt, kann der Fragesteller vollstrecken lassen.

Antwort
von kenibora, 35

Nicht nur für Dich als Student wären die Gerichtskosten mit allem drum und dran wesentlich höher..... (Aussicht auf Erfolg fast "0")

Kommentar von fasciinatiion ,

Wieso ist die Aussicht auf Erfolg fast 0?

Kommentar von GarfieldSL ,

Es liegen Briefe/Mails vor. Ansonsten: auch ein mündlicher Vertrag ist ein Vertrag. Die Kosten sind nur relevant, wenn er den Prozess verliert.

Kommentar von kevin1905 ,

Sie sind auch relevant, wenn er gewinnt, da er diese erstmal bezahlen muss. Bei einem zahlungsunfähigen Schuldner kann es lange dauern, bis man sämtliche Kosten wieder drin hat.

Kommentar von mepeisen ,

Man muss das Gewinnen und das Eintreiben der Schulden voneinander trennen. Auch wenn man gewinnt, ist der Schuldenberg erst einmal nur angewachsen, denn man wird alle Kosten auslegen müssen. Man hat mit dem Gerichtsurteil lediglich den schriftlichen Nachweis bzw. Titel, aus dem man mindestens 30 Jahre vollstrecken kann. Ab da heißt es dann: Sobald der Schuldner mal wieder zu Geld kommt oder ins Rentenalter usw. Rentenansprüche können auch gepfändet werden, Mietkaution kann gepfändet werden usw.

Ob das kaufmännisch Sinn ergibt, so etwas zu verfolgen, ob man diesen langen Weg bei zahlungsunfähigen Schuldnern gehen will oder sich lieber das Geld abschreibt, entscheidet jeder für sich.

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