Frage von bmwegner, 154

Welche Chancen bestehen, eine teilweise Erwerbsminderungs-Rente zu erhalten. Wer kann mir speziell zum § 240 SGB VI detailiert Auskunft geben?

Ich stehe z. Zt. in einem Klageverfahren gegen die RV. u. es wurden bereits mehrere Gutachten erstellt, leider nicht alles zu meinen Gunsten. Es stellt sich für mich jetzt die Frage, ob ich ein Gegen-Gutachten erstellen lassen soll, dies ist aber mit erheblichen Kosten verbunden (evtl. Übernahme durch Rechtschutzvers.) Aber auch wenn das Gegengutachten für mich aussagen sollte, sehe ich nur geringe Chancen zumindestens auf eine teilw. Erwerbsminderungsrente, denn nach meiner Rechersche hinsichtlich vorhand. Urteile habe ich nur negative Ausgänge gefunden. Kann mir jemand seine Erfahrungen oder Meinung schildern? Vielen Dank.

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo bmwegner,

Schau mal bitte hier:
Recht Erwerbsminderungsrente

Antwort
von Dickie59, 117

Hallo,

aus meiner 20jährigen Erfahrung als Versichertenvertreter der DRV Nord und ständiges Mitglied der Widerspruchsausschüsse kann ich dir aufgrund deiner Mitteilungen sagen, das das Sozialgericht den Gutachten folgen wird.

Es gibt für das neue Rentenrecht schon soviel Urteile, das die Richter ein leichtes haben zu urteilen.

Auch eine Optimierung deiner Krankenakte wird dir hierbei nichts bringen, da du ausreichend begutachtet worden bis und somit der Optimierungsgrad erfüllt ist.

Die Hürde, eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, ist sehr hoch geworden.

Da du dich auf den § 240 SGB VI beziehst, gehe ich davon aus, dass du vor 1961 geboren bist und bis zuletzt in deinem Facharbeiterberuf, oder Qualifikationsberuf mit Ausbildungsabschluss nach Berufsbildungsgesetz gearbeitet hast. Wenn du daher in dem gesamten Verfahren auf andere Tätigkeiten verwiesen werden konntest, macht es keinen Sinn, Hoffnungen zu schüren. Die Richter sind da an den kouriosesten Verweisungstätigkeiten orientiert.

Beste Grüße

Dickie59

Kommentar von bmwegner ,

Hallo, erst einmal vielen Dank. Ich möchte nachfolgend noch einige Hinweise zu dem Fall geben: Ich bin seit 20.11.11 arbeitsunfähig u. zunächst hat mich der MDK begutachtet m.d. Ergebnis auf Dauer arbeitsunfähig/Gefährdg. Erwerbsfähigkeit. Ich wurde mehrmals auf Veranlassung der DRV orthop. negativ begutachtet u. Ende 2013 wurde eine 5-wö. Reha-Maßnahme (psych.u.orthop.) verordnet mit dem Ergebnis: Leistungsfähigkeit 3 bis unter 6 Std. für letzte berufliche Tätigkeit u. für alle sonst. Tätigkeiten, erhebliche Einschränkungen hinsichtlich Stressbelastbarkeit, Verantwortung, fachliche Kompetenzen usw. wg. körperlicher u. psych. Symptome. Aufgrund dieser Tatsache sowie drängen d. Krankenk. habe ich die Erw.-Rente im Jan. 2014 gestellt.(leider Ablehnung) Danach sind nochmals 2 orthop. Gutachten sowie 1 psych. Gutachten gestellt worden, das letztere vom 30.09.14 macht mir etwas Hoffnung = zwar vollschichtig belastbar, aber als Buchhalter wg. erhöhten Anford. etc. nur halbschichtig belastbar bzw. Leistungsbeurteilung als Buchhalter 3 bis unter 6 Std. Im laufenden Klageverfahren, vertreten d. VDK, hat der Richter am 24.09.15 als Beweisanordnung 2 Gutachter bestellt, diese beiden  psych. u. orthop. Gutachten sind leider negativ. Da ich zwischenzeitl. die Altersrente wg. Schwerbeh.(50%) ab 01.12.2014 bekomme, möchte ich zumind. eine halbe Erw.-Rente lt. §240 SGB v. 23.01.-30.11.2014 wg. Berufsunfähigkeit (Beweis Bericht Reha sowie psych. Gutachten) da ich in meinem Beruf nicht mehr arbeiten kann. Ich stehe jetzt vor der Entscheidung, ob Gegengutachten lt. $109 SGG machen soll (Kostenübernahme d. Rechtschutzvers.) gemacht werden sollen oder ich die Klage wg. Chancenlosigkeit zurückziehe. Können Sie mir einen Rat geben. Vielen Dank für die Bemühungen.

Freundliche Grüsse

Bernd Wegner

Kommentar von Dickie59 ,

Hallo Bernd,

jetzt bewegen wir uns ernsthaft im juristischen Bereich. Ich bin kein Jurist. Was sich mir aufzwängt ist, das bereits eine Entscheidung getroffen wurde, und zwar die Altersrente wegen Schwerbehinderung. Es wäre für dein Ansinnen wichtiger gewesen, die Entscheidung vorerst zur Erwerbsminderung durch zu kämpfen. Aufgrund der steigenden Zahlen der Klagen zu Erwerbsminderungsrenten und der Tatsache, dass bei dir Abhilfe geschaffen wurde, kann ich mir gut vorstellen, dass das Gericht zu deinen Ungunsten entscheidet.

Hier geht es ja letztendlich noch darum, dass die Altersrente für Schwerbehinderung aufgehoben wird und dafür eine halbe Erwerbsminderungsrente ab dem Leistungsfall Jan. 2014 gezahlt wird, mir ist gänzlich unbekannt, das neben der Altersrente noch eine Erwerbsminderungsrente gezahlt wird. Das gilt durch den VDK aufzuklären, der scheint dich hier schlecht aufzuklären und offen zu sein. Wenn aber dein Rechtsschutz (Kostenübernahme für evt. Gutachten) gedeckt ist, führe den Streitweg im Interesse aller Versicherten weiter, weil wir Urteile für solche komplizierte Lagen benötigen.

Beste Grüße und viel Erfolg und bitte über den Ausgang berichten.

Dickie59

P.S. über Freundschaften kann man hier auch persönlich mailen und sich dann mal fernmündlich verständigen.

Kommentar von bmwegner ,

Hallo, vielen Dank für deine Rückantwort. Zunächst einmal wie geht das mit den Freundschaften?( natürlich würde ich gerne persönlich mailen bzw. fernmündlich kommunizieren). Ich muss mich sehr kurzfristig entscheiden, ob ich die Klage zurückziehe wegen der letzten beiden negativen Gutachten oder ich Gegengutachten (§109 SGB) beantrage, diese Entscheidung bereitet mir bereits einige schlaflose Nächte. In meinem Fall geht es nicht darum, die Altersrente aufzuheben oder zusätzlich eine Erw.-Rente zu bekommen, sondern als Ziel möchte ich erreichen: halbe Erw.- Rente auf Zeit wg. Berufsunfähigkeit ab 23.01.2014 (Antrag) bis 30.11.2014 (Beginn Altersrente ab 01.12.2014) - Nachweis bzw. Zuversicht: Reha-Maßnahme Ende 2013 Beurteilung= 3 bis unter 6 Std.sowie psych. Gutachten aus 09/2014= Leistungsbeurteilung ebenfalls 3 bis unter 6 Std. als Buchhalter für 1 Jahr. Ich habe im Übrigen die Altersrente f. schwerbehinderte Menschen mit Abschlägen ab 01.12.2014 aus finanziellen Gründen beantragt d.h. weil das Verfahren in der Regel sehr lange dauert, um ein entsprechendes Einkommen zu haben. Ich würde mich auf eine baldige Rückantwort sehr freuen. Vielen Dank für deine Mühe.

Freundliche Grüsse

Bernd Wegner

Antwort
von Konrad Huber, 88

Hallo bmwegner,

Sie schreiben:

Welche Chancen bestehen, eine teilweise Erwerbsminderungs-Rente zu erhalten. Wer kann mir speziell zum § 240 SGB VI detailiert Auskunft geben?

Antwort:

Sie schreiben leider nicht, ob Sie vor dem 2.1.1961 oder nach dem 1.1.1961 geboren sind!

Sollten Sie vor dem 2.1.1961 geboren sein, haben Sie ggf. Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit, wenn Sie Ihren allgemein anerkannten und ausgeübten Beruf auf Dauer, nur noch 3 bis unter 6 Stunden ausüben können!

Dies müßen Sie an Hand Ihrer beruflichen Vorgeschichte und an Hand Ihrer eigenen Krankenakte glasklar und detailliert nachweisen!

Trifft dieser Sachverhalt bei Ihnen zu, können Sie teilweise Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit und ergänzend eine volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenem Teilzeitarbeitsmarkt beantragen!

Sind Sie nach dem 1.1.1961 geboren, sieht die Sache anders aus!

In diesem Fall müßen Sie an Hand Ihrer eigenen Krankenakte glasklar und sehr detailliert nachweisen, daß Ihre Leistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

google>>

erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

google>>

vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

google>>

youtube.com/user/hubkon/videos

Es stellt sich für mich jetzt die Frage, ob ich ein Gegen-Gutachten erstellen lassen soll, dies ist aber mit erheblichen Kosten verbunden (evtl. Übernahme durch Rechtschutzvers.) 

Antwort:

Ein Gutachten nach § 109 SGG ist der letzte Strohhalm und macht natürlich nur dann wirklich einen Sinn, wenn Ihre eigene Krankenakte etwas taugt und aussagefähig ist, denn die meisten Verfahren werden nach Aktenlage entschieden!

Aber auch wenn das Gegengutachten für mich aussagen sollte, sehe ich nur geringe Chancen zumindestens auf eine teilw. Erwerbsminderungsrente, denn nach meiner Rechersche hinsichtlich vorhand. Urteile habe ich nur negative Ausgänge gefunden.

Es ist absolut falsche Taktik, im Netz nach irgendwelchen Urteilen seine eigene Chance zu beurteilen!

Jeder Einzelfall ist anders!

Die Erfahrung zeigt, daß die aktualisierte und optimierte, eigene Krankenakte, der Schlüssel zum Erfolg ist!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von bmwegner ,

Hallo, nochmals vielen Dank für Ihre Antwort. Noch einige Ergänzungen zu meinem Fall: Ich bin 61 Jahre u. meine Krankenakte ist aussagefähig. Ich wurde bereits mehrmals orthopädisch negativ begutachtet, ein psych. Gutachten v. 30.09.14 macht mir etwas Hoffnung = zwar vollschichtig belastbar, aber als Buchhalter wg. erhöhten Anforderungen etc. nur halbschichtig belastbar bzw. als Buchhalter 3 bis unter 6 Std. für ein Jahr. Ebenfalls stütze ich etwas die Hoffnung, dass bei einer 5-wö. Reha-Maßnahme Ende 2013 beurteilt wurde: Leistungsfähigkeit 3 bis unter 6 Std. für letzte berufliche Tätigkeit (das war zwar nur als kfm. Mitarbeiter, aber ich habe fast 30 Jahre als Buchhalter gearbeitet) u. für alle sonst. Tätigkeiten, erhebliche Einschränkungen hinsichtlich Stressbelastbarkeit, Verantwortung, fachliche Kompetenzen usw. wegen körperlicher u. psych. Symptome. Daraufhin habe ich die Erw.-Rente im Jan. 2014 auch auf drängen der Krankenkasse beantragt. Im lfd. Klageverfahren, vertreten d. VDK, hat der Richter als Beweisanordnung zwischenzeitlich 2 Gutachter bestellt, diese beiden psych. u. orthop. Gutachten sind leider negativ d.h. widersprechen dem Reha-Bericht sowie psych. Gutachten vom 30.09.14 u. sagen aus, dass ich noch über 6 Std. auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe. Ich gehe davon aus, dass der Richter diesen Gutachten folgen wird. Ich stehe jetzt vor der Entscheidung, ob ich aufgeben soll oder die Möglichkeit von Gegengutachten (§109) nutzen soll (evtl. Kostenübernahme von Rechtschutzversicherung) Da ich zwischenzeitl. die Altersrente wg. Schwerbehinderung (50%) ab 01.12.14 bekomme, möchte ich zumindestens als Ziel eine halbe Erw.-Rente lt. §240 SGB wg. Berufsunfähigkeit für den Zeitraum von Jan.-Nov. 2014 erreichen (Beweis zeitnah Reha-Bericht aus Dez. 2013 sowie Gutachen Sept. 2014) Ich habe in meinem Berufsleben fast nur als qualifizierter Buchhalter gearbeitet u. kann diesen Beruf nicht mehr ausüben. Wie sehen Sie meine Chancen? Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Freundliche Grüsse

Bernd Wegner

Kommentar von Konrad Huber ,

Wie sehen Sie meine Chancen?



Antwort:

Keine Aussage zu den Erfogsschancen möglich, denn diese Frage kann Ihnen nur Ihr Rechtsbeistand nach gründlicher Akteneinsicht, wenn überhaupt,  beantworten!

Gutachten stützen sich in der Regel auf Ihre eigene Krankenakte, sofern diese glasklar und aussagefähig ist!

Wie eine glasklare Krankenakte aussehen sollte, sehen Sie zum Beispiel unter "Roter-Faden!"

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community