Ich kenne einige Menschen, die MS haben. Allerdings nicht näher. Sie "scheinen" eigentlich ganz normal zu leben. Welche Beschwerden haben MS-Pattienten?

Hallo Suely.
Meine Mutter leidet seit 31 Jahren an dieser Krankheit. Als ich geboren wurde, fing es langsam an.
Mitterweile bzw. schon seit etwa 10 Jahren ist sie nicht mehr besonders gehfähig, nur mit einem Rollator, Gehstock oder einer weiteren Person, an der sie sich festhalten kann.
Sie hat den sekundär progredienten Verlauf, d.h. die akuten Schübe nahmen immer mehr ab, wohingegen der Zustand stets schlechter wurde.
Ihre schlimmsten Beschwerden sind die Lähmung in den Beinen, begleitet von einem parkinsonähnlichen "Zittern", und die allgemeine Schwäche/ Muskelabbau.
Dazu kommen die gestörte Magen-Darm-Funktion (auch durch die Trägheit und eben den Muskellähmungen verursacht) und die gestörte Blasenfunktion (sie trägt mittlerweile einen Blasenkatheter).
Zahlreiche kleine "Zipperleins" kommen hinzu und im Allgemeinen fühlt sie sich krank und schlecht. Leider ist sie sehr depressiv.
Den einen trifft es besonders hart, andere haben Glück oder auch ein gutes Umfeld.
Nicht jede Form lässt sich gleichermaßen gut behandeln. Meine Mutter macht zur Zeit eine Chemotherapie mit Mitoxantron.
Die Beschwerden bei einer Multiplen Sklerose (MS) sind äußerst vielgestaltig.
"Das" typische Symptom gibt es so wenig wie "den" typischen Verlauf.
Unter den Frühsymptomen sind am häufigsten die Empfindungsstörungen, am zweithäufigsten die Sehstörungen, dann die Muskellähmungen.
Charakteristischerweise verschlimmern sich die Symptome, vor allem eine Muskelschwäche, durch Hitze, Fieber oder Anstrengung.
Es kann außerdem zu Sprachstörungen,Blasenfunktionsstörungen und psychische Erkrankungen kommen.
Grundsätzlich können alle genannten Beschwerden einzeln oder in Kombinationen auftreten.
(s.ausführlich: http://www.onmeda.de/krankheiten/multiple_sklerose.html?p=6)
Diese Krankheit kann schleichend und schubweise verlaufen. Je nach Entzündungsherd im Hirn äußern sich die Symptome. Das geht von leichten Befindlichkeitsstörungen bishin zur Lähmung. Viele MS Patienten enden schließlich im Rollstuhl.
"Viele MS Patienten enden schließlich im Rollstuhl." - das ist (zum Glück) völlig übertrieben. Vor etlichen Jahren, als es noch nicht so viele gute MS-Medikamente gab, war die Wahrscheinlichkeit, irgendwann einmal auf Gehhilfe oder Rollstuhl angewiesen zu sein, deutlich höher als heute. Heute sind es vielleicht noch 20%, die eine vergleichbare Unterstützung brauchen; davon etwa die Hälfte einen Rollstuhl und den oftmals auch nur zeitweise. Die Prognosen sind nicht mehr gar so schlecht.
Das war und ist bestimmt auch für Dich nicht leicht zu ertragen, ich wünsche Dir viel Kraft und Deiner Mutter drücke ich die Daumen das die Therapie Linderung bringt!
Danke Engelhaar! :-) Ich hoffe auch, dass es zumindest zeitweise Linderung bringt. Scheint aber tatsächlich (nach knapp 8 Wochen) so zu sein.
Alles, alles Gute für Deine Mum!