Welche Behördengänge usw muss ich für eine Selbständigkeit machen?

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8 Antworten

Hallo Janob,

1. Wo muss ich mein Gewerbe anmelden? (und als was ?)

Ein Gewerbe meldest du bei deiner zuständigen Gemeinde an. Im Regelfall gibt es dafür ein zuständiges Gewerbeamt. Die Gewerbebeschreibung kannst du selbst wählen. In deinem Fall reicht "Handel mit diversen Produkten" aus. Das kannst du natürlich noch schöner und genauer formulieren. Am Ende ist das aber fast schon egal.

2. reicht der kleine Gewerbeschein oder muss ich nen Großen haben?

Ich hoffe, dass sich bei mir keine große Wissenslücke offenbart. Du meldest ein Gewerbe an. Einen Unterschied zwischen Haupt-, Neben-, Groß- oder Kleingewerbe gibt es nicht. Du betreibst ein Gewerbe und das war es. Die Anmeldung erfolgt immer gleich.

3. Welche Optionen habe ich beim Thema Krankenversicherung ?

Du hast die Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Heutzutage ist zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit ein Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung zu empfehlen. Du musst einen Mindestbeitrag, unabhängig von deinen Einkünften, zahlen. Die weiteren Stufen werden anhand deines Einkommens ermittelt. Das funktioniert genauso wie bei einem Arbeitnehmer.

Du solltest allerdings ein Krankentagegeld abschließen, da du als Selbstständiger keine Lohnfortzahlungen erhälst. Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung erhälst du bei einem Berater der gesetzlichen Krankenversicherung und einem Versicherungsvermittler bzw. Makler.

4. Wie läuft das alles mit den Steuern ?

In erster Linie zahlst du deine Einkommenssteuern, die sich aus deinem Gewinn aus dem Gewerbebetrieb ergeben. Der Handel mit Waren unterliegt der Umsatzsteuer, welche du an das Finanzamt abführen musst. Du kannst allerdings von der Kleinunternehmerregelung gebrauch machen, falls du nur kleine Umsätze machst. Darüber hinaus werden noch Gewerbesteuern fällig (je nachdem was du an Gewinn erzielst).

In den Anfängen solltest du einen Steuerberater aufsuchen, der dir bei dieser Thematik hilft. Es gibt einige gesetzliche Regelungen, die du dir anhören solltest.

Am Ende kann ich dir, wie meine Vorredner, ein Existenzgründerseminar ans Herz legen. Dort werden solche Themen besprochen.

Eine Gewerbeanmeldung wird ans Finanzamt weitergeleitet, aber du solltest dich schon vorher dort melden, da du ggf. eine UstSt-ID benötigst.

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Zum Thema Steuern - das ist nichts, was man sich in ein paar Minuten so aneignet.

Gleichwohl 3 empfehlenswerte Links:

Flyer/Kurzinfo für Existenzgründer:
https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/150422-flyer-exis-web-pdf/von/steuertipps-fuer-existenzgruenderinnen-und-existenzgruender/vom/finanzministerium/1889

ausf. Broschüre für Existenzgründer:
https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/150609-existenzgr-web-pdf/von/steuertipps-fuer-existenzgruenderinnen-und-existenzgruender/vom/finanzministerium/1904

8-seitiger Fragebogen zur steuerl. Erfassung des Gewerbes beim Finanzamt (beachte Link auf S.1 zur Ausfüllhilfe!):
https://www.formulare-bfinv.de/ffw/action/invoke.do?id=034250

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Wenn du von dem Nervkram schon vor der Selbständigkeit angefressen bist, solltest du es lieber lassen. Nach der Gewerbeanmeldung kommen alle aus den Büschen (Berufsgenossenschaft, IHK, Statisitsches Landesamt). Vorneweg das Finanzamt. Die wollen monatliche Umsatzsteuererklärungen. Dafür brauchst du eine ordenliche Buchführung, sonst wird geschätzt und du zahlt Steuern auf Umsätze, die du nicht gehabt hast.


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Du musst vom Grundprinzip her lediglich deine Firma beim Gewerbeamt anmelden. Alle anderen Institutionen wie zum Beispiel das Finanzamt, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft, IHK und weitere kommen auf dich zu. Nur das entsprechende Anschreiben und muss dann Erklärungen zu deinem Unternehmen abgeben.

Was du von dir selbst tun musst ist für eine entsprechende Absicherung zu sorgen, also suchte bitte einen versierten Versicherungsmakler der sich im Bereich der Gewerbeversicherung auskennt. Der wird dir dann helfen die entsprechend bestmögliche Betriebshaftpflicht und auch Inhaltsversicherung zu finden, gegebenenfalls macht auch eine Betriebsunterbrechung und anderes Sinn. Aber dies hier auszuführen sprengt den Rahmen und Weiher nicht generell Bestandteil deiner Frage. Viel Erfolg in deinem neuen Unternehmen

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Einen Gewerbeschein meldet man bei zuständigen Ordnungsamt an, was die Krankenversicherung angeht, geht man am besten mal zu seiner Krankenkasse hin und lässt sich beraten und was die Steuern betrifft, muss man sich wohl oder übel mal ein paar Stunden mit dem Steuerrecht beschäftigen oder macht mal einen Termin mit einem Steuerberater - und das alles findest Du nicht Internet?

Sorry, aber derart grundlegende Informationen nicht allein zu recherieren, ist keine Empfehlung für die zukünftige Selbstständigkeit.

https://dejure.org/gesetze/StVG/21.html

http://www.existenzgruender.de/DE/Weg-in-die-Selbstaendigkeit/Vorbereitung/Gruendungswissen/Versicherungen-Vorsorge/Kranken-Pflegeversicherung/inhalt.html

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Hi Janob,

der Businessplan ist nicht wegen des Jobcenters interessant. Es geht um Dein Geld. Man prüft vor dem Investieren und kann auch nicht erwarten, dass die Geschäfte bei der Fortführung so weiter laufen.

Im Gegenteil. Von den alten Kunden dürfte kaum jemand bleiben. Das gilt sogar dann, wenn Mitarbeiter übernehmen.

Solcher 'Nervkram' sollte einen nicht nerven. Und das eigene Geld sollte einem da schon wichtig sein. Ohne Vorbereitung ist nämlich alles weg.

Im Businessplan schreibt man auch nieder, 'wie das mit den Steuern läuft'. Stellt in Deinem Falle fest, ob die Differenzbesteuerung ein Thema ist oder nicht. Wenn ja: Welche Anforderungen stellt denn das Finanzamt.

Plant auch die Behördengänge. Stellt fest, dass es gar keinen kleinen oder großen Gewerbeschein gibt. Stellt aber fest, dass die besondere Zuverlässigkeit überprüft wird. Ob man ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt oder andere Dinge benötigt.

Ich schreibe gerade ein Buch zu dem Thema. Was glaubst Du, was ich als Profi auf dem Gebiet der Unternehmensgründung und -Übernahme alles recherchieren muss.

Da kannst Du Dir auch vorstellen: Niemand schreibt das mal so kostenlos in seinen Blog. Du findest auch keinen Autobastler-Blog, wo Dir ein Kfz-Mechaniker den Tausch von Bremsen erklärt.

Ich schreibe Dir hier auch, dass Du ein Wareneingangsbuch brauchst. Aber was das ist oder sogar erklären? Dafür ist das viel zu umfangreich. Aus Artikeln im Internet erfährst Du nur, welche Themen wichtig sein könnten und man gibt einen Überblick zum Einstieg.

Die Artikel geben einem Profi umfassende Hinweise, für Dich ist das vielleicht nur drum rum geredet. Bedeutet aber nur, dass die Materie für Dich vollkommen unbekannt ist.

Also kurz: Viele Fragen die auf einen zu kommen, die sollte man vor der Selbständigkeit prüfen. Auch die Entscheidungen treffen. Oft gibt es sogar alternativen. Die sollte man auch festlegen. Dir ist vielleicht auf Deine Geschäftsübernahme klar: Ich mache einen Eröffnungstag und dazu eine Anzeige in der Zeitung und dann monatlich wieder.

Aber was erwartest Du von diesem Tag und was von den Anzeigen? Sprich wie viele Kunden sollen so erreicht werden? Ist Dir bekannt, wie man solche Dinge auf Funktionalität überprüft?

Ist Dir bekannt, wie man die Preissysteme der Zeitungen aushebelt? Wie man z.B. den Platz ggf. sogar verdoppeln kann?

Wenn 'Die' Zeitung überhaupt das richtige Medium ist...

Weiter mit dem Kurz: Da schreibt man eben auch rein, dass man zum Gewerbeamt der Stadt muss und welche Unterlagen man entsprechend vorher besorgen muss. Schreibt sich auch schon die Zeiten rein. Wie lange dauert es, bis die Sachen etwa vorliegen.

Daher empfehle ich nie einen Businessplan erstellen zu lassen. Denn es ist nicht sicher, dass die Inhalte allgemein verständlich sind. Daher rate ich immer zu einer Art Schulung. Damit die ersten Jahre einfach klar sind.

Nick hat Dich auf den Betriebseröffnungsbogen hingewiesen. Da werden übrigens auch Fragen gestellt, da wirst Du mit Stand heute sagen: Woher soll ich das wissen? Höhe der Umsätze? Höhe des Gewinns? Anzahl der Mitarbeiter? Nur einige Beispiele.

Was sind die Folgen, wenn man hier was falsch einträgt? Und warum will das Finanzamt das von einem haben?

Eine gute Begleitung bei der Businessplanerstellung sorgt für die breite Informationsbasis. Die Du brauchst. Und ich schreibe extra von der Basis. Denn daraus ableitend wird es schon wegen der unterschiedlichen Bundesländer immer noch Dinge geben, die man dann als GründerIn raus finden muss.

Übrigens auch ein wichtiger Teil des Businessplans: Gründungspersönlichkeit. Ein Beispiel von mir, kann darüber heute noch lachen. Hat mich etwa 10.000 Euro gekostet der Fehler. Habe aber auch Leistungen dafür erhalten.

Mein Umgang mit Wirtschaftszyklen ist manchmal sehr risikobereit. Und in einer ganz kurzfristigen Änderung - nämlich als sich vor etwa 10 Jahren die Finanzkrise etablierte habe ich ganz schnell entschieden mich antizyklisch zu verhalten. Wollte den Mitbewerbern einfach eine Werbung vor die Nase setzen, dass die Kunden zu mir kommen sollten.

Dumm war nur, dass zu diesem Zeitpunkt die Kunden die Geldbeutel zugenäht haben. Die Werbung hat also keine 60.000 Euro gebracht, wie vorher. Sondern nur wenige hundert Euro. Die 10.000 waren innerhalb eines Monats platt.

Hätte ich mir vorher in einem Businessplan detaillierte Fragen gestellt, dann wäre mir klar gewesen, dass ich ganz vorsichtig sein muss. Hätte die Werbemaßnahmen vorher auf die Tragfähigkeit überprüft.

Gut, dies war jetzt ein Fehler, den Du vielleicht wegen Deiner Mentalität nie machen würdest. Vielleicht bist Du bereits jetzt durch die kleine Geschichte gewarnt und ziehst daraus einen Rückschluss. Doch setzt Du Dich deshalb mit Deiner Eignung zum Unternehmer auseinander?

Dann die andere Frage zum selben Thema: Wie gut ist man in der Selbsteinschätzung? Wie gut kann man notwendige Arbeiten einschätzen? Was kann warten, was braucht man gar nicht machen? Was muss sofort sein? Wann haben Dinge die warten konnten eine Priorität erreicht, dass man sie zwar ungeliebt aber trotzdem macht? Gibt es Sachen die man gar nicht an sich ran lässt?

Alles ganz wichtige Dinge: Wenn man den Hintergrund dazu kennt und es versteht sich die Informationen zu besorgen und daraus die Konsequenzen zieht. Also nicht nur auf die eigene Persönlichkeit bezogen, auf alle Themen bezogen - selbstverständlich.

Übrigens zu Deinen Fragen: Die eine habe ich Dir schon beantwortet - Gewerbeanmeldung. Aber die Antwort konnte nicht umfassend sein. Auch wie das mit den Steuern funktioniert ist. Dabei ist der Grundsatz einfach: Nimmt man Geld ein, dann zahlt man was. Aber die Höhen, was muss man auf dem Konto gleich als dem Finanzamt gehörend behandeln - da hilft dieser Grundsatz gar nicht weiter.

Thema Krankenversicherung: Es gibt private und gesetzliche Krankenversicherungen. Aus meiner Sicht ganz viele Nachteile bei den privaten KV´en. Sehen andere anders. Aber da muss man wirklich die Hintergründe kennen. Klar kann man für einen kleinen Betrag sich bei der KV versichern.

Nur eine Versicherung die nichts kostet, die zahlt auch nichts. Weil eben keine Risiken versichert sind. Viele Versicherungsmakler lehnen inzwischen die Privatversicherung in dem Bereich ab. Aus ganz vielen Gründen und Erlebnissen. Aber man muss da sehr viel hören um die Begründung zu verstehen.

Seriös kann Dir also Deine Fragen niemand beantworten. Nicht in der Kürze von 5.000 Zeichen pro Kommentar und ohne Feedback.

Ich wünsche Dir, dass Du Dir meine Hinweise auch in den unterschwelligen Aussagen zu eigen machst. Außerdem wünsche ich Dir in der Selbständigkeit viel Erfolg!

P.S. Über 90% der Gründungen funktionieren nicht! Grund ist der Mangel an Kenntnissen. Gehöre bitte nicht zu den 90%, dass wäre mir peinlich. Bei den 90% muss man wissen, auch die hatten zwischendurch sogar mal Gewinne, also eine ganze Menge von denen... Trotzdem gingen sie ein...

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Kommentar von wurzlsepp668
06.01.2016, 11:15

wie immer, ausführlich und sau gut ....

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Dir hier alles aufzuzählen was es bedeutet Selbsständig zu sein würde den rahmen nun absolut sprengen.

Dir fehlen anscheinend jegliche grundlegenden Infos zur Selbstständigkeit und Gewerbebetreiben. Das ist schlecht, schlecht.

Für dich wäre es sehr, sehr ratsam einen Kurs für Existenzgründer zu belgen. Dort erfährst du etwas von BWL, Buchführung, dem Steuerwesen, den Betriebsformen, Personalführung, Kostenwesen, hörst was von Marketing, hörst etwas vom Businesplan und vieles mehr.

Dann:  es gibt keinen Gewerbeschein und schon gar keinen kleinen oder großen Gewerbeschein.

Es gibt eine Gewerbeanmeldung, die beim Gewerbe  - oder Ordnungsamt-- ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich geregelt beantragt wird.

Dann kannst du evtl. die Reglung nach § 19 UstG - auch Kleinunternehmerreglung genannt, beantragen. Da bist du von der MwsT bis zu einem Bruttojahresumsatz von 17.500€ befreit. Du darfst die MwST nicht gesondert ausweisen und du kannst du darfst auch deine verausgabte MwST beim FA nicht gegenrechnen.

Bei deinem An - Verkauf ergäbe dies keinen Sinn. Denn schnell sind 17.500€ Umsatz erreicht. Umsatz ist nicht Gewinn.

Bedenke jedoch: alle anderen Steuerarten und Abgaben bleiben von dieser Reglung unberührt.

Du musst dich selbst Kranken und Pflegeversichern. Ein Zusatz Krankenhaustagegeldversicherung ist fast zwingend. Auch must du dich selbst um deine Altersvorsorge kümmern.

Du brauchst Betriebshaft und Betriebsrechtschutzversicherung, musst dich bei der BG anmelden und vieles mehr.

Also, gehe ersteinmal zu einem Kurs für Existenzgründer.

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@janob,

das Gewerbe meldest Du bei der für dich zuständigen Gemeinde (Gewerbeamt) an. Anmeldung bei der IHK.

Welche Genehmigungen du dazu im einzelnen benötigst, erfährst du dort.

Mir fehlen dazu die erforderlichen Informationen, welche Waren oder Dienstleistungen du verkaufen willst.

Zur Krankenversicherung, empfehle ich dir vorerst einmal in der GKV zu bleiben.

zum Thema Steuern, empfehle ich dir einen Steuerberater zu suchen.

Aber am wichtigsten wäre, dass Du zuerst einmal ein Existenzgründungs-Seminar besuchen solltest um die entsprechenden Kenntnisse dir an zu eignen.

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