Frage von BalticScorpion, 43

Welche Behandlung bei erstmaligen akuten Tinnitus/Hörsturz?

Hallo,

vor zwei Wochen hatte ich nach dem Aufwachen erstmalig einen leichten Hörsturz. Mein linkes Ohr war etwas taub und ich habe mehrere Stunden ein Piepen gehört.

Darauf bin ich direkt nach der Arbeit zum HNO-Arzt gegangen. Dieser hat einen Hörtest gemacht und es gab wirklich eine Frequenz, die beeinträchtigt gewesen ist.

Daraufhin wurden mir für 4 Tage Cortisontabletten in unterschiedlichen Dosen verschrieben (200mg/150mg/100mg/50mg) . Ich wurde nicht krank geschrieben, sondern habe weiter gearbeitet.

Nach 5 Tagen war das linke Ohr beschwerdefrei, jedoch fing danach das rechte Ohr an ab und zu leicht zu piepen, bzw. es war ein ganz leichtes Summen ständig zu hören ( so als ob man einen alten Röhrenfernseher anmacht und den Ton abstellt).

Darauf war ich erneut beim HNO-Arzt, es wurde erneut ein Hörtest gemacht und zumindestens hatte ich auf beiden Ohren volle Hörkraft, was als Therapieerfolg gewertet wurde. Auf das piepen des rechten Ohres angesprochen wurde mir mitgeteilt, ich solle nicht darüber groß nachdenken, sondern mich lieber im anstehenden Urlaub entspannen. Man kann sich mit soetwas nur verrückt machen, das geht von alleine.

Jetzt, zwei Wochen später, nervt mich das regelmässige gepiepe jedoch ungemein. Gerade am Abend oder morgends stört es mich einfach.

Morgen habe ich noch eine BREVA-Untersuchung beim HNO und werde ihn erneut darauf ansprechen.

Meine Frage an ebenfalls betroffene:

Wie wurdet Ihr behandelt ? Geht mein HNO evtl. zu leichtfertig mit dem Hörsturz um ? Was für Therapiemöglichkeiten hätte ich jetzt noch, solange das Piepen noch relativ neu und akut ist ?

Sollte ich nochmals auf eine Medikamentenbehandlung bestehen (solange der Tinnitus noch akut und noch nicht chronisch ist), oder eher dem Ansatz meines HNOs folgen und auf die Selbstheilungskräfte des Ohres vertrauen ?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nummer2, 27

Beim Ohr kann man wenig machen. Nicht operieren, nicht gezielt mit Medis arbeiten. Cortison ist entzündungshemmend, ist das einzige was nachgewiesen (etwas) hilft.

Bin absolut kein Öko/Naturheilfan aber beim Ohr das einzige was man beeinflussen kann. Was meiner Meinung nach hilft:

- gemäßigter Sport/Bewegung
- Ruhe, Schlaf und Stressvermeidung
- Aspirin 100 /Blutverdünnung
- Magnesiumcitrat 400mg am Tag für 4 Wochen (Nicht zu Mahlzeiten, gibt Durchfall)
- Vitamin B-Komplex für 4 Wochen
- OPC (freier Radikale Fänger)
- Lecithin (für Nervenbildung).

Habe schon über 15 Hörstürze durch. Mit den o.g. Sachen ging auch der letzte gut vorüber. Meide die absolute Stille, da das Gehirn irritiert sein kann und eine Hyperakusis dazu kommen kann. Meide aber laute Geräusche!.

Innerhalb der ersten 3 Wochen ist die beste Regenerationsmöglichkeit. Wenn du Stress / Lärm im Job hast würde ich mich krankschreiben lassen und die Chancen zu optimieren.

Ich wünsche dir vom Herzen gute Besserung.

Kommentar von BalticScorpion ,

Danke, bis auf die KRankschreibng im Job werde ich alles versuchen. Ich habe mein Problem überigends schon seit fast 4 Wochen und heute zum zweitenmal Cortisontabletten bekommen.  Laut Untersuchungen ist das Ohr Mechanisch wieder einwadfrei, kein Hörschaden, nur das fiepen nervt echt ...

Kommentar von BalticScorpion ,

Was verstehst Du unter gemässigten Sport ? 30 min Joggen oder Fitnessstudio ? Radfahren ?  Wenn Deine Tipps bei mir noch helfen wäre ich echt dankbar.

Kommentar von Nummer2 ,

leichte sportliche Betätigung, z.B. radfahren, crosstrainer, langsames joggen..so dass die durchblutung angeregt wird, aber nicht verausgaben (zusätzlicher Stress). Bei vielen Patienten mit Tinnitus ist das Ohr einwandfrei. Durch den hörsturz kann nur ein bestimmter Bereich geschädigt sein. Und da gibts jetzt Fehlsignale (=Tinnitus). Mach die o.g. Sachen mal 2 Monate und schau wie es dir damit geht. Bei einen jungen Geschichte ist eine Besserung am wahrscheinlichsten. Auch nach Monaten wurde schon berichtet, dass Töne weggingen oder T. deutlich leiser wurde. Eine optimistische Einstellung kann das unterstützen. Würde mich freuen, wenn du in 2 Monaten nochmal schreibst, wie es aussieht. Viele Grüsse

Kommentar von BalticScorpion ,

Habe jetzt alles einmal bestellt, wie Du es beschrieben hast und probiere es einmal aus. Hatte diese Woche die Bera-Untersuchung, also von den Nerven ist alles i.O.. Mein HNO hat mir jetzt noch einmal Cortison für 4 Tage aufgeschrieben. Durch das zweite mal Cortison ist er etwas lauter geworden, bzw. moduliert sich, aber jetzt wo Cortison ausläuft, wird er wieder mehr ruhiger. Mein Hausarzt hat mich jetzt für eine Woche krank gemeldet und mir Physiotherapie verschrieben. Ich fange jetzt mit Autogenem-Training an. Tagsüber ist alles i.O., da merke ich das nicht, aber am Abend und Morgen ist es schlimm, aber mehr Psychisch, weil ich fast nach einem Ton im Kopf suche. Heute geht aber wieder. 

In der nächsten Woche bin ich dann in Woche 4, habe am ersten Tag des kleinen Hörsturzes gleich Cortison bekommen und jetzt, drei Wochen später nochmals + verordnete Ruhe. Mehr geht eigentlich nicht mehr. Ich frage mich nur, ob man es durch mehr Behandlungen wie Cortison, Blutverdünner auch verschlimmern kann, wie gesagt, technisch ist im Ohr ja alles i.O.. Die letzten 3 Tage war es bestimmt das Cortison, das meinen Hormonhaushalt durcheinander gebracht hat. Hoffe es pegelt sich jetzt wieder auf ein normales Maß ein. Eigentlich war ich vorher ja schon ganz zufrieden.

Kommentar von Nummer2 ,

Cortison gilt als Behandlungssicher. Ich kenne keinen Fall, wo Cortison eine Verschlimmerung des T. verursacht hat. Es ist ein körpereigenes Hormon und hilft wie gesagt Schwellungen und Entzündungen zu bekämpfen.

Die Bera Untersuchung fällt im Normalfall immer positiv aus, da der Hörsturz nicht die Hörnerven betrifft sondern die Durchblutung des Gehörs selbst. Es ist aber eine Standarduntersuchung mit der Nervenschäden ausgeschlossen werden, außerdem verdienen die Ärzte natürlich an dieser Leistung.

Die Krankschreibung finde ich gut. So kannst du erstmal richtig runterkommen. Die meisten T. Patienten die einen heftigen Hörsturz mit Beeinträchtigung hatten reagieren erstmal ängstlich und panisch. In heftigen Fällen kann dann ein leichte trizyklisches Antidepressiva gegenen werden, welches angstlösend ist (Opipramol, Insidon).

Auch Aspirin 100 gilt als sicher, da es nur thrombozytenhemmend ist und ggf. die Nährstoffversorgung kleinster Kapillaren im Ohr unterstützt. Alle Berichte die ich kenne, die sich auf eine Schädigung des Gehörs durch Aspirin beziehen, betreffen die Überdosierung. Mehr als 10 Gramm also 100x Aspirin 100mg Tabletten.

Mein Tipp: Nicht auf den Tinnitus "horchen" da du dadurch deine selektive Wahrnehmung (die über das Gehirn gesteuert wird) verstärkst. Folge: Der Tinnitus wird lauter. Meide absolute Stille, Fernsehen und leise Musik helfen. Geh mal raus und mach nen Spaziergang usw. Bin sicher, dass du mit den o.g. Nährstoffen, Ruhe, leichte Bewegung noch eine Verbesserung des Zustandes erreichen wirst.

Bei mir war es so, dass mein Ohr sehr laut gerauscht hat und die ersten 2 Monate hatte ich einen "Düdelton" im Ohr. Der Ton war nach ca. 2 Monaten weg. Das rauschen ist nach ca. 8 Monaten deutlich leiser geworden. Weiterhin viel Erfolg!

Kommentar von Nummer2 ,

Wie siehts aus? Gehts dir inzwischen schon besser? MfG

Antwort
von Kenway002, 25

Wenn es dich stört sprich ihn erneut darauf an wenn er sagt selbstheilung
Gehst du zu einem anderen HNO-Arzt
Wenn er dasselbe sagt gehst du zu einem arzt im Krankenhaus wenn er dasselbe sagt dann ist es so.Sollte der jemand was anderes sagen hörst du dir die Möglichkeiten an.

Kommentar von BalticScorpion ,

Ja, das macht Sinn. Aber wenn der andere Arzt dann andere Medikamente gibt, müssen sich dann nicht alle Ärzte untereinander abstimmen, was bisher gemacht worden ist usw. ?

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