Welche Bedeutung hat Lyrik für den Menschen?

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5 Antworten

Ich finde schon. Die Lyrik hat nicht nur den Reim (der Endreim wurde eigentlich relativ spät "erfunden"), sondern auch das Versmaß, und die zusammenhängende Form (die auch abseits des Reims einen Kontext schafft). Beginn der Völuspá in schwedischer Sprache (betonte Silben fett), mit Stabreimen (der Anfangslaute) und zwei betonten Silben pro Zeile, 8-zeiliges altnordisches Versmaß (Fornyrdislag):

Hören mig alla

heliga släkten
större och smärre
söner av Heimdall;
du vill ju, Valfader,
att väl jag täljer
forntida sägner,
de första, jag minnes

Daher trennt man auch die "poetische Edda" (siehe oben) von der "prosaischen Edda" (Snorri Sturluson, *1179).

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Lyrik ist romantisch und reimt sich. Sie geht in die Tiefe und regt zum Nachdenken oder Träumen an. Sie ist wie eine Leiter zum Himmel. Das letztere ist ein Zitat, mir fällt bloss nicht ein von wem.

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Na ja, wenn ich diese Zeilen

einfach mal als Einzelzeilen

schreibe zum darin verweilen

und am Ende steht ein Reim

Text egal, irgend ein Schleim

inhaltlich nichts anzupeilen

einfach irgendwelche Zeilen

von denen irgendwer dann spricht

ach ist das ein schön Gedicht

wehre ich mich wirklich nicht

schreib als Prosa ich' s am Stück

bekomm ich sonen Quatsch zurück

sowas will doch keiner lesen

inhaltsleer nur Mist gewesen

also schreibe ich' s in Zeilen

dass da welche drin verweilen

und vielleicht jemand dann spricht

schön ist dieses Reimgedicht.

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Ich finde, da gibt es einen Riesenunterschied. 

Lyrik ist wie Musik und sie kann mich wie Musik auch auf einer ganz anderen Ebene ansprechen als ein Prosatext. 

Lyrik ist in der Regel mehrdeutiger, bildhafter als Prosa. Deswegen ist sie für mich auch persönlicher, sie schließt nichts durch zu konkretes Beschreiben aus. 

Außerdem hat man in der Lyrik eine extrem verdichtete Sprache, da kann ich in zwei Strophen mehr packen als bei einem Prosatext in zwei Kapitel. 

Natürlich gibt es auch mal fließende Übergänge: Da gibt es Prosatexte, die sehr poetisch geschrieben sind und sehr sachliche, konkrete Lyrik. 

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Wer die Sprache liebt, ist natürlich bereit, sich durch eine Steigerung sprachlicher Ästhetik verzaubern zu lassen. Durch Rhythmen, Metaphern, Bilder und schließlich auch durch die Melodie von Reimen.

Wer das nicht kann, ist so arm dran wie ein Tauber, dem man von Mozart oder Bach vorschwärmt oder ein Blinder, dem man sagt, wie schön ein Monet-Bild ist. Wie sagt schon Goethe:

"Wenn ihr's nicht habt, ihr werdet's nie erjagen!"

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