welche Bedeutung haben sozialisationsinstanzen für die Entwicklung eines kindes?

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2 Antworten

Eine große, aber eine sehr negative.

Ein Kleindkind braucht die "frühkindliche Bindung" - irgendein Rhetoriker hat daraus die "frühkindliche Bildung" gemacht, was absoluter Quatsch ist. Denn ein Kind braucht das Urvertrauen, das es nur durch die ständige Begleitung einer zu ihm gehörenden, ihn liebenden Bezugsperson entwickelt. Und nur dann ist das Kind fähig zu lernen.

Früher bedeutete der Begriff der Schulreife (mit 5-7 Jahren), daß ein Kind in Lage und fähig ist, sich aus diesem engen Kreis heraus mit anderen Personen zu befassen.

Vor Jahren habe ich schon immer gehört, wenn es darum ging, ein Dreijähriges in den Kindergarten zu geben: "Dann schreit es halt ein paar Wochen lang, da muß es durch. Es wird sich schon gewöhnen!" Furchtbar! Das Kind gewöhnt sich nicht, es gibt auf.

So etwas tut mir in der Seele weh!

Nichts ist so wichtig für die Sozialisation wie eine vertraute Umgebung und der liebende Umgang mit Größeren, besonders auch mit Erwachsenen.

Die Hierarchie alleine durch das Alter ist wichtig: Nach "oben" lernt man Respekt und Gehorsam, nach "unten" Hilfe und Fürsorge.

Deshalb sind auch Geschwister (notfalls Nachbarskinder) so sehr wichtig. In bezug auf Sozialisation ist die Familie mit mehreren Kindern das nonplusultra.

Bei ungefähr Gleichaltrigen (sog. peer group) setzt das Gerangel ein, wer hier der Chef ist, und es gibt ungute Prozesse im Bereich der Gruppendynamik. So etwas schadet den Seelen.

Es gibt nur einen einzigen Grund, warum man gleichaltrige Kinder zusammenfaßt: Damit sie nachher in der gleichaltrigen Schulklasse sein können.

Ansonsten gibt es nichts, aber auch gar nichts, warum Kinder unbedingt mit Gleichaltrigen spielen sollten. Man lernt viel mehr für sein Leben in bezug auf das richtige Handeln, aber auch beim formalen Lernen, wenn man sich in altersgemischten Gruppen aufhält.

Ich habe das auch immer wieder beobachtet. Besonders bei Kindern, die keine Gleichaltrigen gewöhnt sind. Die benehmen sich im allgemeinen viel "besser".

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Es ist umstritten, da die Eltern am Wichtigsten sind, zumindest für mich. 

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Kommentar von woops00
15.10.2016, 10:01

Die Familie zählt doch als Sozialisationsinstanz, oder nicht?

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