Frage von Karaev 27.07.2011

Welche Auswirkungen hat erhöter Blutzucker?

  • Antwort von Mucker 27.07.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Welche Folgen haben hohe Blutzucker-Werte?

    Für die Entwicklung mikroangiopathischer Folgeerkrankungen sind die durchschnittlichen BZ-Werte über viele Jahre entscheidend.

    Die Makroangiopathie hingegen hängt auch von kurzfristigen Blutzucker-Spitzen ab. Sind diese Spitzen sehr ausgeprägt, können akut lebensbedrohliche Erkrankungen die Folge sein.

    ** Die Blutzucker-Werte sind beim gesunden Menschen recht genau reguliert und schwanken üblicherweise zwischen etwa 70 und 120 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl**).

    Von einer Hyperglykämie bzw. Überzuckerung spricht man bei Blutzucker-Werten, die nüchtern über 126 mg/dl liegen.

    Längerfristig erhöhte Blutzucker-Werte führen zu einer Schädigung praktisch aller Organsysteme, insbesondere der Blutgefäße, der Augen, der Nieren und der Nerven.

    Langfristige Folgen: Mikro- und Makroangiopathie

    Für die Entwicklung der so genannten mikroangiopathischen Folgeerkrankungen (Schädigung von Augen, Nieren und Nerven) des Diabetes mellitus sind die durchschnittlichen Blutzucker-Werte über viele Jahre entscheidend – je höher sie sind, desto häufiger und ausgeprägter sind die Spätfolgen.

    Nach neueren Erkenntnissen hängen aber auch kurzfristig erhöhte Blutzucker-Werte, so genannte „Blutzucker-Spitzen“, mit der Entwicklung vor allem der Makroangiopathie, also einer vorzeitigen und ausgedehnteren „Wandschädigung der großen arteriellen Gefäße“ (z.T. mit Verkalkung, d.h. der Arteriosklerose) zusammen.

    Nach heutigem Kenntnisstand gibt es mehrere wichtige Mechanismen, die in der Entwicklung der diabetischen Folgeerkrankungen eine Rolle spielen.

    Die andauernden erhöhten Blutzucker-Werte führen zu einer Anlagerung von Zuckermolekülen an körpereigene Eiweiße (so genannte Glykierung).

    Diese „glykierten“ (verzuckerten) Eiweiße werden in ihren Eigenschaften weiter verändert, vor allem oxidiert, sodass sie ihre eigentlichen Funktionen im Körper nicht mehr ausreichend erfüllen können.

    Diese veränderten Eiweiße setzen außerdem eine Reihe von weiteren Stoffwechselvorgängen in Gang, beispielsweise chronische Entzündungsvorgänge.

    Zusätzlich spielen Aktivierungen von Enzymen, Hormonen und Wachstumsfaktoren eine Rolle.

    Da nicht alle Menschen mit Diabetes gleichermaßen von Folgeerkrankungen betroffen sind, scheinen auch Erbfaktoren einen wesentlichen Einfluss zu haben.

    http://www.diabetes-world.net/Portal-fr-Patienten-u

  • Antwort von asystolie 27.07.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Der Begriff Diabetes mellitus stammt aus dem altgriechischen und bedeutet: „honigsüßer Durchfluss“ Früher einmal hatte man den Urin der Patienten diagnostisch „erschmeckt“. Aus dieser zeit stammt noch diese Bezeichnung.

    Klassifikation Die häufigsten Diabtetesformen sind die Typ-1-Diabestes und die Typ-2-Diabetes, wobei es auch weitere Detaillierungen gibt. Der Typ-1 tritt typischerweise im Kindes- oder Jugendalter auf, allerdings können auch Erwachsene an diesem Typ erkranken. Er Typ-2 galt lange Zeit als Alterskrankheit, durch die häufiger werdende Fehlernährung erkranken auch immer mehr jüngere Menschen daran – sogar Kinder. Eine weitere Diabetesform ist zb die Schwangerschaftsdiabetes. Außerdem versucht man nach der Ursache der Diabtest zu unterscheiden – und zwar:

    A – wenn sie auf einen genetischen Defekt der Zellen der Bauchspeicheldrüse zurückgeführt werden kann

    B – wenn die Insulinsekretion genetisch defekt ist

    C – wenn die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) erkrankt ist

    D – wenn die Diabetes auf hormonelle Störungen zurückzuführen ist

    E – wenn die Krankheit durch die Einnahme von Medikamenten oder Chemikalien hervorgerufen wird

    F – wenn es sich um eine Infektion handelt, die die Erkrankung hervorruft

    G – wenn es sich um eine ungewöhnliche Form von Diabetes handelt

    Verbreitung Der Großteil der Diabetiker nämlich rund 90% - leiden an der Typ-2 Diabtes. Heute sollen rund ein viertel Milliarde Menschen erkankt sein und Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. In Amerika rechnet man damit, dass jeder Dritte an Diabetes mellitus erkranken wird. In Österreich ist die Situation nicht viel anders. Heute geht man von rund acht Prozent aus, die wissen oder unwissend an Diabetes leiden. Da gibt es einen Zusammenhang mit Übergewicht und man rechnet, dass bald 60% der Österreicher übergewichtig sein werden, wird also auch die Zahl in der Diabetiker ansteigen.

    Was macht der Körper? Im Normalfall bezieht der Körper Glukose – also Zucker aus mehreren Quellen. Zucker ist der Energielieferant für den Körper und wird in Leber, Muskeln und anderen Geweben als Glykogen gespeichert. Braucht der Körper Energie, wird Glykogen wieder in Glukose gespalten und in den Blutstrom abgegeben. Von dort aus gelangt es dahin, wo Energie gebraucht wird. Verschiedene Hormone sorgen dafür, dass die Glukoseabgabe und –aufnahme präzise funktionieren. So erhöhen zb die Hormone Adrenalin, Glukalogen aber auch andere Blutzuckerspiegel. Insulin kann als einziges Hormon den Blutzuckerspiegel senken. Dieses Hormon wird von den sog. Beta oder Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet. Insulin senkt also den Glukosespiegel im Blut, indem diese Hormon Glukose aus dem Blut in das Gewebe transportiert. Dort steht es auf Abruf bereit, wenn es wieder benötigt wird.

    Nimmt der Mensch Nahrung zu sich, dann wird die Glukose im (Muskel)Gewebe gespeichert – und zwar rund 80% des zugeführten Zuckers. Im nüchternen Zustand wird es von dort wieder in die Blutbahn abgegeben – zb braucht das Gehirn ausschließlich Glukose als Energieträger. So wird auch verständlich, dass bei einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel es zu Konzentrationsschwierigkeiten, Schwinden oder sogar zu Ohnmachts- oder Krampfanfällen kommen kann.

    Was passiert bei Diabetes Typ-1? Bei dieser Form handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Jene Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion von Insulin verantwortlich sind, sind ganz oder teilweise zerstört und können somit kein oder nur mehr wenig Insulin produzieren. Die Konsequenz ist, dass der Blutzuckerspiegel nicht mehr reduziert werden kann. Betroffene müssen also von außen – mittels Spritzen oder Pumpen Insulin zuführen.

    Was passiert bei Diabetes Typ-2 Bei dieser auch „Altersdiabetes“ genannten Form kommt es zum einer verminderten Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin. Man spricht auch von einer Insulinresistenz. Zum anderen ist es auch auf eine Reduktion der Tätigkeit jener Zelle, die Insulin produziert, zurückzuführen. In den meisten Fällen ist also bei diesen Patienten der Insulinspiegel durchaus normal oder sogar erhöht – aber die Wirkung bleibt aus, der Blutzuckerspiegel kann nicht gesenkt werden und die Glukose kann nicht in den Muskelzellen gespeichert werden. In der Leber kann das Insulin nicht mehr die Produktion neuer Glukose und den Abbau von Glykogen zu Glukose entsprechend unterdrücken. Die Folgen sind ein zu höher Glukosespiegel im Blut – man spricht von einer Hyperglykämie.

    2Teil folgt sofort!

  • Antwort von rovercraft 27.07.2011

    durch die schädigung der gefässe können diese ihre hauptfunktion (blutversorgung des gewebes) nicht mehr gewährleisten, folge gewebe stirbt ab (z. b. diabetes typ 2). bei dieser krankheit gibt es ausreichend insulin im umlauf, dieses kann allerdings nicht in die zellen reingepresst werden und dadurch der zuckerspiegel abgesenkt...

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