Frage von Isakyliesmiley, 110

Welche Auswirkungen hat die intravenöse Verabreicherung von Kaliumcitrat auf den menschlichen Körper?

Man weiß ja, dass Kalium in hohen Dosen , bzw ab einem bestimmten Gehalt im Blut, einen Herzstillstand herbeiführen kann. Es gibt diese Kaliumbrausetabletten, in denen Kaliumcitrat enthalten ist, mit einem Kaliumgehalt von 40mmol. Was würde passieren, wenn man solch eine Tablette mit einer physiologischen Kochsalzlösung, zB. mit 20 mL, auflösen würde und sich das dann iv spritzen würde, oder sogar über einen ZVK, da Kalium ja venenreizend ist. Und wenn was passieren würde, wie schnell würde das passieren ? Verfügt der Körper da vielleicht über einen Selbstschutzmechanismus ?

Über fachkundige Antworten würde ich mich sehr freuen :) Ich frage rein aus Interesse, weil ich Biochemie studiere :)

Antwort
von garfield262, 50

Hey,

zunächst: Die Definitionen einer Hyperkaliämie unterscheiden sich zum Teil, die Cut-Off-Werte liegen bei etwa >5 mmol/l Serum-Kalium. Typisch für Hyperkaliämien sind QT-Zeit-Verkürzungen, spitze und hohe T-Wellen, QRS-Deformationen und im Verlauf (ventrikuläre) Tachyarrhythmien bis zum Kammerflimmern. Neuromuskulär zeigen sich ebenfalls Symptome wie Paresen, Paralysen und Parästhesien.

Ob die Gabe über einen ZVK geschieht oder nicht und man möglicherweise eine Venenwandreizung riskiert ist letztendlich das geringste Problem, wenn man vorhat, eine Brausetablette i.v. zu spritzen. Unsteriler geht es ja fast gar nicht mehr.

Physiologisch wird bei gesunden Nieren die Kaliumdiurese gesteigert. Reicht dies nicht aus, werden die intensivmedizinischen Maßnahmen genutzt. Diese sind unter anderem die gleichzeitige Gabe von Insulin und Glucose, um Kalium in die Zellen zu schleusen, eine forcierte Diurese mit Schleifendiuretika wie Furosemid (ggf. Aussetzen einer vorbestellenden kaliumsparenden Diurese mit Spironolacton o.ä.), Pufferung mit Natriumbikarbonat, Hemmung der kardialen Kaliumwirkung durch Gabe von Calciumgluconat und in letzter Konsequenz eine Hämodialyse.

Eine weitere Sache, die dieses Brausetabletten-Gedankenspiel unklug macht, ist das an das Kalium gebundene Anion. Das Citrat würde (wenn ich jetzt keinen Denkfehler mache) als Chelatbildner Ca2+-Ionen binden und damit eine Antikoagulation verursachen. Citrat wird laborchemisch (z.B. mit den Sarstedt-Monovetten) genutzt, um in-vitro die Koagulation der Blutprobe zu verhindern.

Habe ich deine Frage, insbesondere aus der klinischen Sicht, soweit zufriedenstellend beantwortet oder ist noch was offen geblieben?

Lieben Gruß ;)

Expertenantwort
von Christianwarweg, Community-Experte für Chemie, 61

Bei einem Plasmavolumen von ca. 3 l (6 l Blut, Hämatokrit 0,5) entsprächen die iv zugeführten 44 mmol ca. 14 mmol/l. Das sollte schon zu starken Herzrhythmusstörungen oder Herzstillstand führen.

Aber das Plasma tauscht ja auch Stoffe mit dem Interstitium aus. Leider weiß ich jetzt nicht, wie groß das Verteilungsvolumen von Kalium ist und wie schnell die Verteilung vonstatten geht.

Alles in allem denke ich aber, dass das Spritzen von Kaliumcitrat in dieser Menge nicht ungefährlich wäre.

Antwort
von Spezialwidde, 58

Dann kann genau das passieren was du befürchtest nämlich Herzstillstand. Bei einer Tablette dürfte es noch gehen, wird sich aber auf den Herzrythmus auswirken. Bei oraler Aufnahme passiert nichts weil der Körper die Aufnahme seiner benötigten Mineralien über die Darmschleimhaut steuert sprich nur soviel aufnimmt wie er braucht. Diese Kontrolle wird bei intravenöser Gabe umgangen, es dauert zu lange bis die Nieren durch vermehrte Ausscheidung den Normalpegel wieder herstellen.

Antwort
von Peter242, 50

Also ich habe keine Ahnung von Biologie Pharmazie oder Medizin. Kaliumcitrat hat einen LD 50 (IV, hund) von 170 mg pro kg. Das sind 12 Gramm lethale Dosis bei einem 70 kilo Menschen. Was genau dann zum tot führt weiß ich nicht. Aber es wird ja bei herzpatienten benutzt also schätze ich herzstillstand. Außerdem ist in so einer brausetablette ja no einiges anderes enthalten.

Antwort
von Mignon2, 52

Hm - die Begründung deiner Frage erscheint mir eher unglaubwürdig. Was hast du vor???? Wenn deine Begründung richtig wäre, könntest du die Frage nämlich mit deinen Kommilitonen besprechen.

Kommentar von Thaliasp ,

Ich habe auch ein ungutes Gefühl denn ich fürchte fast dass das eine versteckte Anfrage ist ob es so wie beschrieben möglich ist Suizid zu begehen.

Kommentar von Christianwarweg ,

Dafür braucht man aber kein Kaliumcitrat, da tut es auch Luft.

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