Welche Aussage über die gesetzichen Bestimmungen zur Probezeit richtig?

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5 Antworten

Zuerst einmal zu Nr. 4: Ein Arbeitnehmer erwirbt nach § 4 Bundesurlaubsgesetz den vollen (zumindest gesetzlich vorgeschriebenen) Urlaub nach sechs Monaten. 

Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer nach einem halben Jahr Anspruch auf den kompletten gesetzlichen Jahresurlaub hat, egal ob er nun sieben, neun oder 12 Monate im Jahr arbeitet. 

Beispiel: Man beginnt am 1. Januar eines Jahres zu arbeiten. Nach der ersten Jahreshälfte, also ab dem 1. Juli, steht dem AN der ganze Urlaub zu.

Jeder AN erwirbt aber nach § 5 Bundesurlaubsgesetz für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses 1/12 des im Betrieb üblichen Jahresurlaubs. Es spielt hier keine Rolle, ob der AN einen, zwei oder sechs Monate arbeitet.

Viele Menschen verwechseln hier die §§ 4 und 5 und sind der Meinung, dass man erst nach 6 Monaten Urlaubsanspruch hat.

Nr. 5 ist richtig, weil im § 622 Abs. 3 BGB steht:

"Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden."

Der AG muss diese Kündigungsfrist genau so einhalten wie der AN. Die Frist kann zwar verkürzt werden, dies geht aber nur durch einen entsprechenden geltenden Tarifvertrag. 

Eine fristlose Kündigung in der Probezeit gibt es nur im Berufsbildungsgesetz (BBiG). Hier können während der Probezeit die mindestens einen, höchstens vier Monate dauern kann beide Seiten ohne Einhalten einer Kündigungsfrist (fristlos) beide Seiten kündigen (§ 22 BBiG)

Ich hoffe das ist verständlich. Falls nicht, frag einfach noch mal nach.

Dein Deutsch finde ich sehr gut. Da liest man hier oft ganz andere Texte von Usern die hier geboren wurden. Kompliment.

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Kommentar von mameko
24.12.2015, 14:08

VIelen Dank für die Antwort. Deine Erklärungen sind sehr konkret und gut zu verstehen. Aber leider bin ich immer noch nicht ganz verstanden.

"Nach § 5 Bundesurlaubsgesetz für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses 1/12 des im Betrieb üblichen Jahresurlaubs." heisst das, dass man auch in der Probezeit bzw. noch nicht nach Vollendung der 6 Monten-Arbeitsverhältnis max. 2 Tage Urlaub nehmen darf??Ich hoffe, dass du mich verstehst, was ich damit meine. Ich kann sehr schlecht beschreiben, was ich meine.

oder "Anspruch auf Urlaub" heisst, dass man in der Probezeit(und innerhalb 6 M.) schon mal den Urlaubswunsch äußern u. vereinbaren darf, aber die Urlaubstage erst nach der Vollendung  6. Monaten nehmen darf?? 

Noch eine Frage habe ich. Ist das in Deutschland verboten, dass der AG in der Probezeit weniger Gehalt aus vereinbarten Gehalt zahlt?? In Japan ist es normal, dass man in der Probezeit weniger (z.b. 80% von Grundgehalt) bekommt. Bekommt man in Deutschland immer gleich voll Gehalt bezahlt??

Vielen Dank

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4 ist deshalb nicht richtig weil der Arbeitnehmer schon ab dem ersten Tag Urlaubsansprüche (also Urlaubstage) erhält, er kann diese aber erst nach 6 Monaten in Anspruch nehmen.

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Kommentar von roschue
24.12.2015, 11:40

Das ist so nicht richtig. Der Chef alleine kann entscheiden ober er dem Arbeitnehmer auch in der Probezeit Urlaub gibt. Es ist nicht verboten in der Probezeit Urlaub zu nehmen.

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Kommentar von Maximilian112
24.12.2015, 11:41

Nein. 

Für jeden vollen Monat erwirbt man Urlaubsanspruch. Und er kann auch schon in den ersten Monaten beantragt werden. Nirgendwo steht, das er erst nach 6 Monaten genommen werden kann.

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5 ist korrekt, auch in der Probezeit kann man durchaus Urlaub nehmen, der Chef muss es nur genehmigen.

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Und in der Probezeit darfst du auch ohne Grund rausgeschmissen werden. Quelle: mein wirtschafts-lehrer ;) mit freundlicher unterstützung vom Gesetzbuch.

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In einer vereinbarten Probezeit ist die gesetzliche Kündigungsfrist kürzer. Das geht allerdings nur bis zu 6 Monaten. 

Steht in einem Vertrag eine längere Probezeit ist dann die Kündigungsfrist ab dem 7. Monat länger.

Urlaubsanspruch erwirbt man mit jedem vollen Monat des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 1/12 des Jahresurlaubes. Erst nach 6 Monaten besteht Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub.

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