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Welche Ausbildung muss man als Psychologin absolvieren?

gefragt von Prinzessin am 08.07.2007 um 20:31 Uhr

Wenn jemand "Systemischer Therapeut(DGSF)", "Diplom-Sozialpädagoge" und "psychotherapeutischer Heilpraktiker" ist, welche Ausbildung muss man dafür gemacht haben? Welche Inhalte hatte die Ausbildung und wielange hat sie gedauert?


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Ignatius
beantwortet von Ignatius am 8. Juli 2007 23:07
5x
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Um sich sich Psychotherapeut nennen zu dürfen muss man einer der folgenden Gruppen angehören:

  1. Arzt (abgeschlossenes Medizinstudium) und zusätzlich eine erfolgreiche Weiterbildung zum Psychotherapeuten

oder

  1. Diplom Psychologe (abgeschlossenes Studium der Psychologie) und zusätzlich eine erfolgreiche Weiterbildung zum Psychotherapeuten

  2. (die Ausnahme!) auch Diplom Sozialpädagogen können eine Weiterbildung zum Psychotherapeuten machen, dann dürfen sie aber nur(!) Kinder und Jugendliche behandeln. (Wegen einer Gesetzeslücke benötigt also der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut KEIN abgeschlossenes Psychologiestudium)

Neben diesen staatlich anerkannten Ausbildungsgängen gibt es unzählige, größtenteils unseriöse Psychotherapieanbieter vor denen man warnen muss. Zum Beispiel ist es ziemlich leicht auch ohne Hauptschulabschluss Heilpraktiker zu werden und dann irgendetwas anzubieten was wie Psychotherapie aussieht aber keine ist. Heilpraktiker müssen lediglich beim Gesundheitsamt einen Ankreuztest machen. Auf diesen Test kann man sich vorbereiten wie auf die Führerscheinprüfung für Moped. Das Gesundheitsamt bestätigt bei Bestehen der Prüfung nicht, dass der Prüfling heilen kann sondern dass er "keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt". Ich würde meine Angehörigen niemals zu einem solchen "Therapeuten" schicken.

Aber selbst wenn man einen Psychotherapeuten findet, der den Anforderungen des Gesetzes entspricht, bedeutet das nicht, dass seine Bemühungen wirksam und erfolgreich sein müssen. Auch unter den anerkannten Therapeuten gibt es Nieten. Siehe auch die GF: http://www.gutefrage.net/frage/darf-eine-neurologin-psychologin-eine-beziehung-m...

Kommentar von 344770e8fd3b4fcaac0694a44e67e148smallIgnatius am 8. Juli 2007 23:17

Wenn also jemand Psychotherapie anbietet und er hat auf seinem Türschild nur stehen: "Systemischer Therapeut(DGSF)", "Diplom-Sozialpädagoge" und "psychotherapeutischer Heilpraktiker", dann bedeutet das, dass er/sie KEIN staatlich anerkannter Psychotherapeut ist - sich also nach dem Psychotherapeutengesetz NICHT Psychotherapeut nennen darf. Dazu bräuchte er/sie zusätzlich ein Medizin- oder Psychologiestudium mit Abschluss!

Kommentar von 5a31655a018d627bf5afb818c551f4b1smallneurodoc am 8. Juli 2007 23:38

Sehr ausführlich!

Kommentar von DanielGT am 12. Dezember 2007 11:57

die voraussetzungen um als heilpraktiker zugelassen zu werden sind wesentlich höher als das hier geschildert wird. man kann sich mitnichten auf die multiple-choice prüpfung vorbereiten wie auf die moped prüfung. von der mündlichen prüfung mal ganz abgesehen. und durchfallquoten zwischen 65 und 80 % sprechen ja nun mal auch für sich.


vincent
beantwortet von vincent am 8. Juli 2007 20:56
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Ausführliche Information findest Du unter www.dgsf.org.


loopwithme
beantwortet von loopwithme am 8. Juli 2007 21:09
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Psychologe ist eine universitäre Ausbildung, Diplom-Sozialpädagoge ist eine Fachhochschulausbildung. Heilpraktiker kannst du an Privatschulen erlernen. "Systemischer Therapeut" ist eine Weiterbildung, für die man unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen muss.

Als erste Information über die Ausbildungsgänge kannst du im berufenet nachschlagen: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp


anonym
beantwortet von alivea am 9. Juli 2007 11:28
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Um staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge zu sein muß man ein (mehrjähriges) Studium in Sozialpädagogik an einer Fachhochschule oder auch einer Universität absolviert haben. Die Bezeichnung "Systemischer Therapeut" erfordert eine mindestens 3jährige, meist berufsbegleitende Weiterbildung in systemischer Therapie mit großem Praxixanteil. Für die Anerkennung einer der beiden großen Dachverbände (DGSF=Deutsche Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie; SG= Systemische Gesellschaft)sind bestimmte, umfangreiche Ausbildungsnachweise zu erbringen. Auch eine Heilpraktikerausbildung ist ziemlich umfangreich und wird häufig von Leuten, die die o.g. anderen Ausbildungshintergründe schon haben und die gern selbständig beratend und therapeutisch arbeiten möchten (meist haben sie das schon getan, z.B. im Rahmen von Familienhilfe oder Arbeit in Beratungsstellen) noch "drangehängt", um bestimmte Leitungen über die Kasse abrechnen zu können. Die Krankenkassen zahlen nämlich bisher nur die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse (für die sich nicht viele Klienten eignen und die sehr lange dauert)- aber eben auch bestimmte Leistungen eines Heilpraktikers. Leider gibt es schon lange ein großes "Hickhack" zwischen den verschiedenen Therapierichtungen, wer nun die "richtige" Vorstellung davon hat, wie Probleme entstehen und wie sie zu löen sind. Die Kassenzulassung sagt aber m.E. nichts über die Qualität der therapeutischen Arbeit und darüber, ob sie zu den Erwartungen und Lösungsvorstellungen des Klienten passt, aus. Ob jemand als Therapeut gut und hilfreich ist, läßt sich leider nicht (ausschließlich) aus den Ausbildungstiteln ableiten. Jemand, der die o.g. drei Titel an der Praxistür stehen hat, hat auf jeden Fall viele Jahre theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche hinter sich.



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