Frage von SenemSenem, 86

Welche arten von Depression gibt es eigentlich?

Es gibt ja die Krankheit Depression ich frage mich aber immer wieder wie viele arten von Depressionen gibt es eigentlich und welche Depression ist wirklich schlimm ?

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 28

Es gibt verschiedene Formen der Depression. Gemein ist ihnen, dass sie von den teilweise gleichen Symptomen geprägt sind. Mehr zu den wissenschaftlichen Kriteren nach internationalem Diagnoseverzeichnis hier: http://deprimed.de/depressionen/

Das internationale Diagnoseverzeichnis ICD-10 unterscheidet zwischen folgenden depressiven Störungen:

  • Depressive Episode. Als depressive Episode bezeichnet man auch die klassische Depression. Der Patient ist gesund, wird krank und anschliessend wieder gesund. Nach der Genesung kann die betroffene Person ihr normales Leben weiterführen. Ein Rückfall erfolgt nicht und wenn doch, zu einem viel späteren Zeitpunkt. Die Dauer einer depressiven Episode beträgt im Durchnitt 6 Monate, obwohl dies natürlich nichts über den Einzelfall aussagt.
  • Rezidivierende Depression. Als rezidivierende Depression bezeichnet man eine Depression, die von Rückfällen geprägt ist (wiederkehrende Depression). Der Patient ist also gesund, wird krank, wieder gesund, wieder krank usw. Die depressive Phase (Episode) dauert im Durchschnitt 6 Monate, die symptomfreie Zeit dazwischen ca. 4-6 Jahre (auch dies sind nur Richtwerte). Diese Form der Depression ist die häufigste.
  • Chronische Depression bzw. Dysthymie. Chronische Depressionen verlaufen, wie es der Name schon sagt, chronisch. Anders als bei der rezidivierenden Depression hat der Patient keine symptomfreie Zeit zwischen den Schüben. Chronische Depressionen verlaufen meist als leichte Depressionen, begleitet von gelegentlichen Tiefschlägen.
  • Psychotische Depressionen. Von psychotischen Depressionen spricht man dann, wenn zu den typischen Symptomen einer Depression noch wahnhafte Anzeichen wie z.B. Veründigungswahn, Verarmungswahn etc hinzukommen. Diese Form der Depression ist äusserst selten und tritt nur bei schwersten Depressionen auf (wobei man auch schwerste Depressionen ohne wahnhafte Anzeichen haben kann). Eine psychotische Depression kann einmalig oder auch rezidivierend auftreten.
  • Bipolare Störung bzw. manisch-depressive Erkrankung.  Eine bipolare Störung wird nicht als klassische Depression bezeichnet. Dennoch ist sie eine häufige Erkrankung, welche auch sehr schwer verlaufen kann. Als bipolare Störung bezeichnet man den Wechsel zwischen Depression und Manie/Hypomanie. Mehr dazu findest du hier: http://deprimed.de/bipolare-stoerungen/

Welche Form der Depression die Schlimmste ist, ist ansichtssache. Meiner persönlichen Meinung nach gibt es dafür verschiedene Kandidaten. Mein persönlicher Favorit: Psychotische rezidivierden Depression.

Ich persönlich bin von einer chronischen Depression betroffen, es ist die absolute Hölle, doch bin ich froh keine psychotischen Anzeichen zu haben.

Antwort
von mexp123, 34

Eine Depression ist für die Betroffenen immer "wirklich" schlimm und deswegen sollte man so jemand auch immer ernst nehmen. Wenn man wirklich eine Depression hat, dann hilft es nicht zu sagen: "ach, heut reiß ich mich zusammen und steck es weg".

Es gibt zuerst mal die unipolare Depression, wo man permanent schlechte Stimmung hat.

Dann die bipolare Depression, wo man abwechselnd extrem depressive und extrem manische Phasen (wo man total kreativ und aufgedreht ist, aber eben auch nicht mehr realitätsnah und größenwahnsinnig) abwechseln.

Dann gibt es noch zyklothymia (als "schwächere" Form der bipolaren Depression), die nicht zu unterschätzen ist, weil sie auch unangenehm ist und die krankheitsphasen länger dauern als bei der bipolaren Depression.

So ähnlich dazu gibt es bei den unipolaren Depressionen noch die dysthymia.

Und dann gibt noch ereignisbezogene Depressionen, zB die postpartale Depression, wo die Mutter nach der Entbindung eine Depression bekommt aufgrund der starken hormonschwankungen,
Depressionen als Nebenwirkung der Pille,
SAD (seasonal affective disorder), also die Winterdepression.

Antwort
von Indivia, 10

samm hat schon jede menge gesagt,dasselbe wollte ich auch shcicken,aber muss ja nciht doppelt gepostet werden, hinzu kommt noch das Depressionen auch cniht unbedingt Depressionen sein müssen, hinter Depressionen können sich nämlich auch körperliche Probleme, wie zb die Schilddrüse, neurologische und hormonelle befinden. das alles sollte man auch immer abklären lassen.

Antwort
von jerkfun, 41

Man kann von Verstimmungen sprechen.Der Übergang in eine Depression ist fließend,schleichend und von Laien kaum zu klassifizieren.

Depressionen stuft man klinisch in drei Phasen ein.

Diejenige wo Unlust,Aufgabe von Hobbys,und zurück ziehen,nach innen Merkmal ist,ist die leichte Form.

Man behandelt mit Gesprächen,Anregung und die Nutzung einer Tageslichtlampe kann Verbesserungen bringen.

In der zweiten Phase kann der Alltag kaum noch bewältigt werden.Trauergefühl,Selbsttötungsgedanken.

In der dritten Phase tritt die Unfähigkeit zu jedweder Aktivität ein.Die Nahrungsaufnahme wird unterbunden oder eingeschränkt.In dieser Phase ist die Einweisung in die Psychiatrie meistens unumgänglich.

Beste Grüße

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