Welche Argumente sprechen für/gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen?

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15 Antworten

Bedingungsloses Grundeinkommen - in dem Sinne, dass es jeder (!) bekommt, also auch derjenige, der arbeitet, derjenige, der Mieteinnahmen hat, derjenige, der ein Unternehmen führt?

Dafür spricht eigentlich alles, dagegen nur der eine Punkt, der bereits genannt wurde: Man kann das Land nicht verschließen gegen Leute, denen so ein (mageres) Grundeinkommen als sehr hoch erscheint. Schon innerhalb der EU gibt es Einkommensunterschiede, die hoch genug sind. Ansonsten - jemand, der hier ist und sich auf die faule Haut legen würde, wäre kein Verlust für den Arbeitsmarkt.

Einer der Gründe für den Brexit war der, dass viele EU-Bürger nach England gereist sind und dort die freie Heilfürsorge in Anspruch genommen hätten.

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Das größte Hindernis bei der Durchführung dieses Konzeptes ist die Finanzierbarkeit. Woher soll all das Geld für die Ausschüttung des Grundeinkommens herkommen ?

Und der Arbeitsmarkt wäre voll von Lücken, weil keiner bei der Müllabfuhr oder bei Reinigungsfirmen arbeiten möchte.

Der Anreiz zum Arbeiten generell wird eher abgesenkt.

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Kommentar von Pr1nzAlbert
16.07.2016, 11:36

Deine Argumente sind sofort widerlegt. Finanzierbar wäre es schon allein durch die Abschaffung jeglicher Sozialbürokratie.

Die Müllabfuhr brauchte nur entsprechend besser bezahlt werden. Es finden sich immer Leute, die mehr vom Leben erwarten als nur zu faulenzen und sich mit geringem Grundeinkommen von Monat zu Monat durchzuhangeln.

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Kommentar von toomuchtrouble
16.07.2016, 11:43


weil keiner bei der Müllabfuhr oder bei Reinigungsfirmen arbeiten möchte

Selbst wenn diejenigen, um die es geht, eine unbändige Lust an Fenster- oder Kloputzen hätten, werden sie das in 10-15 Jahren nur noch sehr eingeschränkt umsetzen können, zumindest auf Lohnbasis wird es schwierig. Diese Jobs wie Millionen anderer Jobs gerade im Dienstleistungsbereich wird es nicht mehr geben.

https://www.youtube.com/watch?v=rVlhMGQgDkY

Beispielsweise nutzen mittlerweile 80% aller Kunden der niederländischen Supermarktkette Albert Heijn die in die Einkaufswagen integrierten Selbst-Scanner, so dass auch in den Riesenmärkten selbst in Stoßzeiten nur noch 2 Frauen an den Kassen sitzen. Der Rest macht die Arbeit selbst....

http://invidis.de/2015/10/retail-technologie-albert-heijn-eroeffnet-erste-reine-selfservice-filiale/

Auch wenn beispielsweise relevante Interessengruppen wie der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Bertelsmann-Stiftung und die Grundwertekommission der CDU für die Galerie einstweilen auf Zeit spielen und ganz zufrieden sind, dass der deutsche Dumpfbacken-Stammtisch nur bis zur unmittelbaren Finanzierbarkeit mitdenken kann, hinter den Kulissen tut sich einiges, was bei der Mehrheit der Antwortgeber entweder nicht angekommen ist oder sie erreichen ihre kognitiven Grenzen.

Aktuell sind es 10-15% der Bevölkerung, deren Anteil an der kollektiven Wertschöpfung gleich Null ist. Da man sie nicht einfach erschießen kann und die Zahl in den nächsten Jahren auf 25% steigen wird, ist die Idee zu verlockend, diese überflüssigen Menschen ohne Verwaltungskosten am Leben zu halten, die aktuell 18 bis 20% der Transferleistungen ausmacht.

Einzig die Funktion von ALG2-Empfängern und prekär Beschfäftigten, nämlich die Erhöhung der Arbeitsproduktivität durch Abschreckung, muss noch gelöst werden.

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:57

also Hyperdino... die Finanzierung ist doch ganz einfach, man braucht nur anders zu besteurn, hab also nicht die Sorgen eines Arbeitgebers, der argumentiert natürlich so, das muß er von seiner Interessenslage her. Der Müllmann braucht nur besser bezahlt zu werden und schon sind x-Leute zur Stelle.

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Salue

Entgegen der Meinung der meisten Votanten braucht es nicht mehr Geld als vorher. Nur wird das Geld anders verteilt.

Sämtliche Sozialleistungen (in D Hatz IV) fallen weg, denn jeder Bürger hätte ja ein festes Einkommen, welches allerdings nur knapp zum Leben reicht.

Die Arbeitgeber könnten niedrigere Löhne auszahlen, nämlich nur noch die Differenz.

Umfragen vor der Abstimmung in der Schweiz haben aufgezeigt, dass die meisten Befrager der Meinung waren, viele andere Leute wären dann nicht mehr bereit, arbeiten zu gehen. Hingegen haben 98 % von sich selber gesagt, dass sie weiterhin einer Tätigkeit nachgehen würden.

Die Zweifel sind also eher psychologischer Art.

Die Einführung eines solchen Grundeinkommens würde Jahrzehnte der Umstellung und eine komplette Umstrukturierung unserer Arbeitskultur bedingen. Soweit sind wir noch nicht.

Die immer häufiger werdende Automatisierung wird aber in Zukunft die Arbeitsplätze reduzieren. Wir werden uns in ferner Zukunft deshalb die Einführung eines Mindesteinkommens noch einmal überlegen müssen.

Es grüsst Euch

Tellensohn

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:49

du vertrittst tapfer den Arbeitgeber-Standpunkt

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Ganz ehrlich: Gar keine.

Wie soll das denn finanziert werden?

Es gibt ejtzt schon genug Leute, die sagen mir langt das was der Staat zahlt. Müsste man gar nichts dafür tun, wären das noch mehr. Und wer zahlt das dann? Das sind dann echt die Arbeitenden Deppen, die dann wiederum auch weniger Geld haben.

Dich Schweizer wussten schon warum sie dagegen sind.

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:48

Es ist recht leicht zu finanzieren, man muß nur anders besteuern und schon klappt`s.

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Naja der Vorteil, dass Leute die keine Arbeit finden dadurch auch ein Einkommen haben und dadurch eventuell weniger Menschen obdachlos sind. Allerdings wer wirklich arbeiten möchte, kann auch eine Arbeitsstelle finden, meiner Meinung nach. 

Der Nachteil ist allerdings einfach, dass dadurch das jeder dieses Grundeinkommen bekommt die Menschen dazu verleitet werden, nicht mehr zu arbeiten bzw. erst gar keine Arbeitsstelle zu suchen, weil sie wissen, das sie so oder so ihr Geld zum Leben bekommen.

Außerdem muss das ganze auch irgendwie finanziert werden.

LG

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:51

Allerdings wer wirklich arbeiten möchte, kann auch eine Arbeitsstelle finden, meiner Meinung nach. 

Tja, das war halt eben nur ne Meinung, so sind sie nun mal die vielgepriesenen bloßen Meinungen!

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Weil ich den Politikern welche das vorschlagen nicht über den Weg traue.Wer kennt Reformen welche das Alltagsleben des Bürgers verbesserte? Bisher sind meine Erfahrung das Reformen das  Einkommen nur verringerte.

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Es gibt schon zuviel arbeitslose?
Wenn es kaum arbeitslose geben würden dann wäre es super!

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Kommentar von extrapilot350
16.07.2016, 11:53

es wird dazu führen dass sich immer mehr für Arbeitslosigkeit entscheiden.

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Na dagegen spricht doch eindeutig dass Menschen dann dazu verleitet werden können sich einen Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung zu ersparen weil sie ja sowieso ein Grundeinkommen erhalten.

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Kommentar von charlynickel
16.07.2016, 11:34

Willst Du von 1000,00 € leben?

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:47

ein Grundeinkommen liegt dann immer noch unterhalb eines Einkommens mit Ausbildung, also liegste falsch.

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Erst vor kurzem wurde eine ganz ähnliche Frage schon einmal gestellt. Deshalb hier eine Neuauflage meine damaligen Antwort: 

Da arbeiten bekanntermaßen oft schweißtreibend, mindestens jedoch anstrengend sein kann, ist es vielen Menschen schon in die Wiege gelegt, nicht gerne arbeiten zu wollen, zumindest nicht regelmäßig und dauerhaft, wenn man nicht muss. Würde diese Grundanlage des Menschen zur Bequemlichkeit auch noch mit einem "bedingungslosen Grundeinkommen" belohnt, wäre es für jede Gesellschaft kontraproduktiv. 

Sofern ein Grundeinkommen also nicht wesentlich unter den Lebens-Grunderhaltungskosten liegen würde (dies ist jedoch nicht der Plan der Befürworter!) und auch nicht mehr durch andere Sozialleistungen des Staates zusätzlich alimentiert würde, wäre es meiner Meinung nach schädlich für die Arbeitsmoral der Menschen und tödlich für jedes prosperierende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Noch nicht bedacht ist dabei die Sogwirkung auf Zuwanderer aus fremden Ländern, die deutsche Staatsbürgerschaft anzustreben. Und nicht "weil Deutschland so schön ist, sondern weil man hier bequem auf Kosten der Leistung anderer sein Auskommen haben könnte. 

Das BGE wäre also kein Schlaraffenland, sondern in anderen Worten ausgedrückt, das Ende und der Abschied von unserem Wohlstands- und Sozialstaat, so wie wir ihn kennen.

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:58

hummel, reich mir doch mal ne Lupe, damit auch ich sehe, wo es hier einen Wohlfahrts,- und Sozialstaat geben asoll. Bis jetzt hab ich ihn trotz anstrengender Suche nicht gefunden.

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Die Frage hatten wir hier schon so oft präsentiert bekommen, daher empfehle ich einfach mal die Suchfunktion von gf aufzurufen.

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Dafür spricht das Grundgesetz der Deutschen "Deutschland ist ein Sozialstaat".
Was dabei herausgekommen ist nennt sich HartzIV.

Genau das spricht gegen ein Grundeinkommen, da ein solches Einkommen von der Kassenlage des Staates abhängig wäre und eben nicht, wie ebenso grundgesetzlich geschützt, von der Tarifautonomie.

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Warum soll das Hartz IV System ersetzt werden? Dies ist doch bereits ein Grundeinkommen zur Lebenssicherung und unterscheidet sich nur mit der Verfügungsstellung der Arbeitskraft.

Ich sehe absolut keinen Sinn im BG

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Kommentar von Snanifo
23.07.2016, 00:46

Du hast wohl noch nie Hartz IV bekommen oder dich genauer damit beschäftigt. Es steht dir zwar zu, ist aber sehr niedrig und an Bedingungen geknüpft.

Das Grundeinkommen soll aber nach den Vorstellungen der Initiatoren bedingungslos sein:  Du musst also nicht betteln gehen bei der Kommune, du musst nicht dein ganzes Vermögeln offenlegen, um es überhaupt zu bekommen..........usw. Eines hast du ja schon genannt: Auch die Verfügungsstellung der Arbeitskraft.

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Dafür? Gar keine.

Dagegen spricht die Unfinanzierbarkeit und vollständige Abkopplung des Grundeinkommens von jedwedem Leistungsbezug. Das kann man sich vielleicht im Schlaraffenland leisten aber nicht in der Realität.

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Kommentar von voayager
16.07.2016, 11:59

noch so ein Spießerspruch und der Tag ist gerettet!

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Das Hauptargument:

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