Welche Argumente können gegen Speziesismus vorgebracht werden bzw. was ist ethisch/moralisch "falsch" daran?

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5 Antworten

wird dir hier sehr gut erklärt:

Kritik veganer Argumente

4. „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ (Speziesismus)

...

„Man kann die Menschen durch das Bewusstsein, durch die Religion, durch was man sonst will, von den Tieren unterscheiden. Sie selbst fangen an, sich von den Tieren zu unterscheiden, sobald sie anfangen, ihre Lebensmittel zu produzieren, ein Schritt, der durch ihre körperliche Organisation bedingt ist. Indem die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, produzieren sie indirekt ihr
materielles Leben selbst.“ (MEW 3: 21). Damit ist das materielle Leben
der Menschen nicht nur ein Produkt ihrer Existenz, sondern auch eine
seiner Voraussetzungen. Was der Mensch ist, kann also nicht durch sein
Wesen begriffen werden, als vielmehr durch seine Handlungen und damit
auch durch die Gesellschaft. Der Mensch ist damit auch prozesshaft und
in der Veränderung begriffen.

Nun wird der Satz „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ zumeist aber in einer ganz anderen Absicht gesagt, als religiöse Evolutionskritiker_innen zu widerlegen oder philosophische Spielchen zu treiben. Veganer_innen sehen in dieser Aussage eine Grundlage für die Aussage, dass es irgendwie gar keinen
Unterschied gäbe zwischen Menschen und anderen Tieren und fordern daher
die Gleichberechtigung von Mensch und Tier. Dabei wird oft darauf
bestanden, dass die Ungleichbehandlung (manchmal wird auch nur auf das
zugefügte Leid eingegangen) von Tieren wegen ihrer Gleichheit mit dem
Mensch zu beenden ist.

In dem Satz „Menschen sind ja eigentlich auch nur Tiere“ wird keine Auflösung hin zum Menschen unternommen. Dem Menschen wird als Kulturwesen nicht zugestanden, sich zu den Tieren anders zu verhalten wie es andere Tiere zu anderen Tieren tun, sondern als Tier, als Naturwesen wird eine Einheit postuliert, welche wiederrum moralisch aufgeladen wird.

Dabei sollte sehr genau darauf geachtet werden, was eigentlich Ziel der Argumentation ist. Dass der Mensch sich von jedem anderen Tier unterscheidet, wird schon deutlich im Anliegen der Tierrechtler_innen: Sie kämpfen für die Rechte von Tieren, da diese selbst kein Verständnis für Rechte haben und vertreten werden müssen.

lies weiter unter Punkt

5. „Der Mensch/Tier Dualismus muss endlich aufgebrochen werden“ (Speziesismus II)

und

6. „Speziesismus, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Kapitalismus …“

https://syndikalismus.wordpress.com/2013/10/12/kritik-veganer-argumente/

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denke, dass hier emotionale Argumentationen (Vernunft) besser ist als rationale Argumentation (Ratio).

Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis leben sehr gerne mit Tieren zusammen und würden für Ihre Tiere sehr viel tun. Viele sind sogar bereit selbst zu leiden und Ihr geliebtes Tier, das sie lange begleitet hat, zu verabschieden, wenn es leidet. Und das obwohl es den eigenen Kindern schwer fallen wird und man selbst sich von etwas verabschieden muss, dass man als Familienmitglied angesehen hat.

Und wer schon mal für längere Zeit auf einem richtigen Bauernhof war - so wie es sie noch vor 20 Jahren weit verbreitet gab - wird es mit Schafen, Kühen und Pferden sowie Schweinen zu tun bekommen, die ebenfalls eine Beziehung zu den Menschen aufbauen, die sie füttern. Schafe haben mich sogar erkannt als ich mal ein Jahr nicht zu Besuch kam.

Uns fehlt die Bindung an verschiedene Tierarten. Vor allem unseren Kindern fehlt das. Wenn die nächste Generation weiter Tiere töten möchte, dann soll sie dabei wenigstens die Chance an Schulen und Kindergärten bekommen, echte Bauernhöfe zu besuchen und dann später als Erwachsener abzuwägen, ob ein hoher Fleischkonsum zielführend ist oder nicht zu mindestens nicht als normales Produkt, wie jedes andere gesehen werden sollte.

So glaube ich allerdings, dass unsere Ernährung über kurz oder lang sowieso in Richtung Astronautennahrung gehen könnte, also weg von Tier und Ackerbau hin zu komplexen Tabletten - es mag 200 Jahre dauern bis wir soweit sind, aber dann wird sicherlich traditionelle Landwirtschaft und Tierzucht kaum noch eine Rolle spielen. Warum? Weil es als Luxus gelten wird, den sich viele Menschen leisten wollen, bis es dann zum Massenphänomen werden dürfte.

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Gesetzt dem Fall, dass der Menschenafffe tatsächlich mehr Ich-Bewusstsein hat, als das Kleinkind, was eigentlich nicht so der Fall ist, da Kleinkinder meist einen sehr ausgeprägten Willen haben, wäre das leben des Menschenaffen mehr wert, als das des Kleinkindes, weil es nicht nur physisch leidet, sondern psychisch mehr als das Kleinkind.

Allerdings ist es nun mal so, dass Kinder unsere Zukunft sind und dieser Menschenaffe den Menschen kaum von Nutzen sein wird. Es gibt ziemlich viele Argumente dafür oder dagegen, ich persönlichbin der Meinung, dass man rein ethisch gesehen, kein leben über das eines anderen stellen sollte. Das ist  natürlich schwer umsetzbar, da immer die Gefühle auch eine Rolle spielen. :)

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dagegen gibt es keine argumente. ich kenne keinen dem das leben einem menschen z.b wichtiger wäre als das eine insektes

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Speziesismus ist ein sinnloser Begriff, welcher von den größten
Speziesisten erfunden wurde. Sie stufen alle Tiere auf gleicher Stufe wie einen Menschen ein. Pilze und Pflanzen oder Bakterien sind nicht schützenswert. Den ihre Linienziehung ist vollkommen willkürlich gewählt. Moralisch nicht nachvollziehbar warum eine Milbe genauso viel Wert sein soll wie ein Mensch, aber eine 150 Jahre alte Steineiche hinter der Milbe eingestuft wurde.

Tierrechtler hauen gerne mit diesem Begriff herum. Dabei sind sie doch die größten Speziesisten!

Und mit selbst erfunden Kampfbegriffen diskutiere ich sowieso nicht. Denen ihre Sprache ist mir egal.

Langenscheid sollte endlich mal ein neues Buch rausbringen: Deutsch - Tierrechtlisch; Tierrechtlisch - Deutsch

Ich hoffe ich konnte dir helfen

Gruß
Omni

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Kommentar von IwanKaramasow
01.06.2016, 23:31

"Sie stufen alle Tiere auf gleicher Stufe wie einen Menschen ein. Pilze und Pflanzen oder Bakterien sind nicht schützenswert. "

So ein Müll. Keiner macht das.

"Den ihre Linienziehung ist vollkommen willkürlich gewählt."

Das Gegenteil ist der Fall. Das willkürliche Ziehen einer Grenze zwischen Mensch und Tier wird kritisiert und stattdessen gefordert, rational begründete Kriterien heranzuziehen.

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