Frage von RonjaPfuiii, 57

Welche Anzeichen deuten in meiner Situation auf Thrombose o.ä?

Hallo!
Hatte vor ein paar Wochen einen Termin bei der gerinnungsambulanz, um zu gucken ob ich das Gen meines Großvaters vererbt habe (er hat Thrombose und da ich die Pille nehme, wollte ich das abklären lassen). In meinem
Blut haben Sie erhöhte D-Dimer Werte gefunden (sie haben mit der Gerinnung zu tun, heißt also so wie ich es verstanden habe Gefahr für embolien). Ich habe erst einen Termin in einer woche bekommen und habe jetzt keine ruhige Minute mehr. Ich habe schon seit einigen Wochen periodenweise einen Druck in den Armen oder manchmal auch woanders, wie als würde sich Blut darin stauen (man sieht aber nichts von außen). Habe jetzt ständig Panik, das ich vielleicht schon eine Embolie oder eine Thrombose habe und ich es nicht rechtzeitig merke. Wer kann mir sagen wie ich sowas früh erkenne und wie ernst ich meine Symptome nehmen soll? (War auch heute beim
Hausarzt, bevor ich meinen Arztbrief bekommen habe und ihn von meinen Druck erzählt in den Armen, hat aber einfach gesagt dass es überanstrengt ist.)

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 20

Nun erstmal mit der Ruhe. Wie lange nimmst du die Pille schon?

Die Gefahr einer Thrombose ist in den ersten 6 Monaten erhöht, eigentlich sogar vor allem in den ersten drei Monaten. Danach sinkt das Risiko deutlich ab und ist beinahe wieder so niedrig wie vor Beginn der Pilleneinnahme.

Das bedeutet: Wenn du die Pille schon seit längerer Zeit nimmst, besteht ohne weitere Risikofaktoren erstmal kein deutlich erhöhtes Thromboserisiko.

Es gibt außer der Pille weitere Risikofaktoren, dazu gehört vor allem Rauchen, starker Bewegungsmangel (Flug nach Australien in der Economy Class), Austrocknung (viel zuwenig getrunken), Operationen am Hüft-oder Kniegelenk (ganz starke Risikoerhöhung!), Krebserkrankungen und hohes Lebensalter. Und Schwangerschaft.

An deiner Stelle würde ich jetzt erstmal in aller Ruhe abwarten und sehen, dass du genug trinkst und dich ausreichend bewegst. Vor geplanten Operationen muss man die Pille sowieso absetzen, und das mit dem Lebensalter geht nicht so schnell. Falls du rauchst, würde ich dir dringend raten, aufzuhören, das ist abgesehen von der Thrombosegefahr auch sonst nicht gut.

Wenn die genauen Ergebnisse vorliegen, kannst du mit deiner Frauenärztin besprechen, ob du eventuell auf eine östrogenfreie Pille oder auf eine hormonfreie Verhütung wechseln solltest. Aber beachte, dass du, falls du eine Thromboseneigung hast, auch später in einer Schwangerschaft besonders überwacht werden musst.

Kommentar von RonjaPfuiii ,

Auch dir vielen Dank für die Zeit, die du dir für die Antwort genommen hast! Zur Zeit hab ich keine Risikofaktoren außer eventuell den Gen-Faktor, aber wie du schon richtig gesagt hast muss ich abwarten! Vielen Dank :-)

Expertenantwort
von aida99, Community-Experte für Gesundheit, 34

Es ist gut, dass Du Dich um dieses Thema kümmerst und Dich bei Spezialisten untersuchen lässt. Aber wenn die aktuell keine schlimmen Beschwerden hast (starke Schmerzen, Lähmungen, Luftnot), dann kannst Du davon ausgehen, dass Du wahrscheinliche KEINE schlimme Embolie gerade hast.

D-Dimere haben vor allem eine 'negative Vorhersagekraft': Wenn sie niedrig sind, liegt keine Thrombose/Embolie vor. Sind sie aber erhöht, heißt das nicht zwingend, dass man ein Blutgerinsel hat:

https://de.wikipedia.org/wiki/D-Dimer

An Deiner Stelle würde ich das Ergebnis der Genuntersuchung abwarten und dann mit Deinem Arzt besprechen, wie es weitergehen soll. Wenn Du Dir Riesensorgen machst, kannst Du 1 Aspirin am Tag zur Blutverdünnung nehmen. Aber eine Dauereinnahme sollte mit dem Arzt abgeklärt sein!

Kommentar von Pangaea ,

Aspirin ist ein Plättchenhemmer, der nützt leider absolut nichts gegen venöse Thrombosen. Nur gegen arterielle, aber die sind bei einer Thromboseneigung nicht das Problem.

Kommentar von aida99 ,

Wieder was dazu gelernt. Aber warum empfiehlt man dann Aspirin vor Langstreckenflügen?

Kommentar von Pangaea ,

Weil "man" keine Ahnung hat. Aspirin nützt auch auf Langstreckenflügen nichts. Da müsste man schon Heparin spritzen oder einen modernen Gerinnungshemmer nehmen.

Wir haben das gemacht, als wir vor ein paar Jahren nach Vancouver geflogen sind. Natürlich ist das nicht getestet und wird auch nie dafür zugelassen werden (einfach weil man da keine kontrollierten Studien machen kann), aber aufgrund des gesunden Menschenverstandes muss es funktionieren.

Kommentar von RonjaPfuiii ,

Vielen Lieben Dank für deine Antwort und für das Richtigstellen des D-Dimer! Bin schon etwas beruhigter, herzlichsten Dank für die Bemühungen :-)

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