Welche 3D Animation / Game Art Studiengänge lohnen sich innerhalb Deutschlands?

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1 Antwort

Lob schon mal dafür, dass du dich vorher informiert hast, das war so ziemlich das beste, was du machen konntest.

Zum Thema SAE, DeutschPop und Co:

Was immer du tust, gehe nicht auf die SAE, Deutsche Pop etc. Privatschulen haben den Ruf, das Geld einzukassieren und dafür nichts zu leisten, und das nicht ohne Grund.

Du bezahlst da pro Monat je nach Schule mehrere Tausend Euro (weißt du sicherlich schon), das Problem ist, dass die Schulen, da sie eben nicht staatlich sind, eher so eine Art Wischiwaschi, kaum das Arbeiten zeigen, sondern über alles nur einen Überblick geben, dazu viel zu weit entfernt von der Branche sind (sowohl fachlich, als auch Kontakte-mäßig) und, meistens der größte Kritikpunkt, die Abschlüsse nicht staatlich anerkannt sind. Du kommst dann mit einem Diplom von der Schule, was nirgendwo außer eben an deiner Schule einen Stellenwert hat oder anerkannt ist, geschweige für Unternehmen eine Bestätigung deiner Fähigkeiten.

Wenn du das Geld natürlich so locker sitzen hast, dass du parallel an drei Privatschulen gehen könntest, dann kann dir das natürlich egal sein, aber es ist für gewöhnlich der größte Mist und die schlechteste Entscheidung, auf solche Schulen zu gehen. Da geht es nur um Masse machen und eben das Geld bekommen, der Rest ist zweitrangig. Das wirst du spätestens dann sehen, wenn du mal auf einen Berufsinformationstag gehst. Da gibt es dann keine Privatgespräche, sondern eine Ansprache vor mehreren Leuten, die einfach nur sagen "wir sind toll".

Der Andrang ist natürlich groß, und das Angebot hört sich natürlich verlockend an, die Studiengänge belegen zu können, die man sonst nur als Modul oder gekoppelt findet. Aber frag dich mal, warum man das tut. Sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis lernst du da über zwei oder drei Jahre für 70000 Euro genauso viel und auf die gleiche Art und Weise, vielleicht sogar noch weniger, als an den staatlichen Schulen.

Und das gilt für quasi alle Studiengänge, zumindest fpr Privatschulen im Medienbereich, heißt alles über Musik-, Ton- und Bildproduktion.

Zu deinem Berufswunsch:

Als 3D-Artist rate ich dir, deinen Berufswunsch mit Vorsicht zu genießen.

In Deutschland hat die Branche kein großes Standing. Die einzigen Schulen, die Animation, 3D, Game-Design etc. anbieten, sind private Schulen, die meistens völlig überteuert sind (monatlicher Beitrag von 400-800 Euro). Wenn du dort deinen Abschluss machst, ist der meistens nicht viel wert bzw. nicht mit dem Abschluss an einer Uni oder FH zu vergleichen, und wirklich lernen tust du auch nichts. Das einzige, was positiv heraussticht, sind Kontakte, die du vielleicht knüpfst.

Am einfachsten wäre es, etwas zu studieren, was mit Medien zu tun hat. Sprich Mediendesign, Kommunikationsdesign, vielleicht auch noch Medientechnik. Zu beachten: Fast jeder Studiengang, der mit Design zu tun hat, setzt eine künstlerische Eignungsprüfung voraus, in denen unter anderem meistens mind. 20 Arbeitsproben von Zeichnungen, Digital Art, Fotografie etc. vorhanden sein müssen. Der NC spielt dabei meistens keine Rolle. In den Studiengängen kannst du dann meistens eine Schiene einschlagen. Ist eine recht neue Branche und Deutschland ist da ziemlich hinterher.

Alternativ kannst du eben auch ins Ausland, vorzugsweise die USA, gehen. Dort gibt es einige staatliche Schulen, die das mitunter anbieten. Aber auch dort ist das meiste eher privat und noch um einiges teurer wie z.b. die CalArts. Allerdings kannst du Glück haben und ein Stipendium bekommen, wo du dann nicht mehr bezahlst als bei einer normalen Uni. Dazu musst du aber enorm gut sein und eben ne vernünftige Mappe vorzuweisen haben (CalArts ist so ziemlich die bekannteste Schule und hat unter anderem engen Kontakt mit Disney und bringt auch gerne Absolventen direkt ins Studio).

Viele Leute, gerade junge/Jugendliche, bezeichnen das als ihren Berufswunsch, und zu Zeiten, wo bei YouTube irgendwelche Spiele-Videos geschaut werden, kommen viele auf die "Idee", das selbst machen zu "wollen". Und gerade die 3D-Branche, die alleine durch Blender eine unfassbar professionelle und komplexe Freeware-Alternative, was in der Medienbranche, die sowie völlig überteuert ist, nicht Gang und Gäbe ist, besitzt eben durch Programme á la Blender, Sculptris und Studenten-Autodesk Versionen viele Leute, die dann zwei Videos schauen, das mit Ach und Krach nachmachen können, und sich selbst als höchstprofessionellen 3D-Artisten beziechnen.

Wie gesagt, letztlich musst du es selbst wissen, ich kann die von einem reinen 3D-Studium and Privatschulen nur abraten, und du solltest sehen, dass deine 3D-Aktivität in einen anderen Beruf oder Studium eingebettet ist, damit du ein alternatives Standbein hast, mit dem du flexibler einsetzbar bist.

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