Frage von RainerW1990, 255

Weiss jemand, was der täter hier, in etwa für Konsequenzen tragen muss?

In Altschauerberg hat ein 26-Jähriger Samstagnacht hinter einer Hecke einem Auto aufgelauert. Beim Vorbeifahren schlug er dann mit einem Stock die Beifahrerscheibe ein. Der PKW fuhr weiter, aber der Täter rannte hinterher und schlug noch weiter auf den Wagen ein. Der 22 Jahre alte Beifahrer wurde verletzt und musste ins Neustädter Krankenhaus eingeliefert werden. Der Schaden am Auto beläuft sich auf ca. 300 Euro. Die Polizei ermittelt jetzt wegen gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Antwort
von RudiRatlos67, 160

Zivilrechtlich:

Den Personen- und den Sachschaden muß er aus eigener Tasche bezahlen.  Neben den Behandlungskosten kann es zu einer lebenslangen Rentenzahlung kommen, die je nach verdienst des Opfers und dessen Einschränkungen in einem Zivilprozess festgestellt wird.  Der Täter haftet mit seinem gesamten pfändbarem- auch zukünftig pfändbarem Vermögen und seinem pfändbarem- auch zukünftig pfändbarem Einkommen bis zur vollständigen Bezahlung der Schuld.

Strafrechtlich

Es könnte zu einer Anklage wegen gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr, in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung mit oder ohne Todesfolge und Sachbeschädigung oder Vandalismus kommen.  Das Strafmaß reicht von Geldstrafe über Bewährung bis zu mehrjährige Freiheitsstrafe. Sollte die Tat geplant gewesen sein kann die Anklage sich auch auf Mord oder versuchten Mord erweitern. Für Totschlag sehe ich aus deiner Schilderung keine Anhaltspunkte.

Jedenfalls braucht derjenige schon einen guten Anwalt.....  Einen noch besseren Anwalt sollte das Opfer haben.

Antwort
von smilenice, 93

Eine hübsche Sammlung, ich werde sie mal der Reihe nach abarbeiten.

  1. gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr §315b StGB

Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er 1. Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt [...]
und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

2. gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB

(1) Wer die Körperverletzung
[...]
2.
mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3.
mittels eines hinterlistigen Überfalls,
[...]
, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

3. Sachbeschädigung nach §303 StGB

(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.[...](3) Der Versuch ist strafbar.

Die Gesamtstrafe darf gemäß §54 StGB nicht die Summe der Einzelstrafen übersteigen, bei zeitlich begrenzten Haftstrafen zudem nie mehr als 15 Jahre.

Es droht in diesem Fall also maximal eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Das die Höchststrafe hier verhängt wird halte ich aber für unwahrscheinlich, denn man kann in Deutschland eine Gesamtstrafe nicht zusammenaddieren.

Wäre es das erste mal, dass der 26-Jährige auffällig würde, dann halte ich eine Bewährungsstrafe von 1 bis 2 Jahren für möglich, eher Richtung 2 Jahre.

Die Schwere der Straftaten kann allerdings auch gegen eine Bewährung sprechen. Verhängt der Richter eine Haftstrafe ohne Bewährung halte ich etwa 3 bis 4 Jahre Haft für realistisch, so "wenig" weil der Beifahrer keine dauerhaften Schäden davontrug.

Antwort
von NoLimitsNoFun, 169

Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ggf auch Randalierung trifft auch zu. Kann sein das er mit ner Strafe noch ein blaues Auge kriegt aber im schlimmsten Fall auch Gefängnis. mfg

Antwort
von Sonnenstern811, 150

Vermutlich kommt er in die Klappse. War das eine Beziehungstat oder Zufall?

Antwort
von SchizoSync, 111

Der gute alte Drache :)

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