Frage von ritafragt, 97

Weiß jemand aus Erfahrung, ob einem Fernstudenten (<25 Jahre) Kindergeld zusteht?

Im Internet finde ich leider nur unpräzise Erklärungen.

Beispiel: Fernstudium und Kindergeld Fernstudierende mit Kindern erhalten Kindergeld. Bis zum Alter von 25 Jahren haben sie selbst noch Anspruch auf Kindergeld, sofern sie sich noch in der Erstausbildung/im Erststudium befinden.

Deshalb: ist jemand selbst junger Fernstudent und kann mir Antwort leisten?

LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von siola55, 42

Hi pettafee,

bin leider kein Fernstudent, jedoch findest du Infos, Hinweise und Tipps in klicktipps.de unter FAQ Fragen zum Kindergeld in Punkt 9:

Kindergeld während eines Fernlehrgangs oder Fernstudiums?

www.klicktipps.de/kindergeld-faq.php#fernstudium

Gruß siola55

Kommentar von siola55 ,

Weitere Hinweise und Infos findest du in der DA-KG 2015

Dienstanweisung zum Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz (DA-KG); Stand: 2015

wie z.B. unter  dem Punkt:  A 14.5 Schulausbildung

(1) Schulausbildung ist jede Ausbildung an allgemein- oder berufsbildenden öffentlichen oder privaten Schulen, in denen Unterricht nach staatlich genehmigten Lehrplänen bzw. in Anlehnung daran erteilt wird. Die Schulausbildung dient der Allgemeinbildung oder der beruflichen Bildung.

(2) Kennzeichnend für eine Schulausbildung ist die Vermittlung von Wissen an einer schulischen Einrichtung (auch Fernschulen). Dies setzt voraus, dass der Schüler in eine schulische Mindest-organisation eingebunden ist, die eine dauernde Lernkontrolle ermöglicht. Die Ausbildung darf nicht überwiegend in der Gestaltungsfreiheit des Schülers liegen. Die Vorlage einer gültigen Schulbescheinigung reicht i. d. R. für den Nachweis der Ernsthaftigkeit aus.

Ergo dürfte dies auch für ein Fernstudium gelten...

Kommentar von siola55 ,
Antwort
von baindl, 56

ist jemand selbst junger Fernstudent und kann mir Antwort leisten?

Dafür braucht man keine Erfahrung, sondern es genügt die Lektüre des Merkblattes.

Ab Seite 13 wird alles erklärt.

Für ein über 18 Jahre altes Kind kann bis zur Vollendung des
25. Lebensjahres Kindergeld weitergezahlt werden, solange es
für einen Beruf ausgebildet wird. Darunter ist die Ausbildung für
einen zukünftigen Beruf zu verstehen. Die Ausbildungsmaßnahmen
müssen auf ein bestimmtes Berufsziel ausgerichtet sein und
notwendige, nützliche oder förderliche Kenntnisse, Fähigkeiten
und Erfahrungen für die Ausübung des angestrebten Berufs
vermitteln. Zur Ausbildung für einen Beruf gehören der Besuch
allgemein-bildender Schulen, die betriebliche Ausbildung, eine
weiterführende Ausbildung sowie die Ausbildung für einen weiteren
Beruf. Die Kindergeldzahlung endet spätestens mit dem Ende des
Schuljahres bzw. bei Kindern in betrieblicher Ausbildung oder im
Studium mit dem Monat, in dem das Kind vom Gesamtergebnis der
Abschlussprüfung offiziell schriftlich unterrichtet worden ist, auch
wenn der Ausbildungsvertrag für längere Zeit abgeschlossen war
oder das Kind nach der Abschlussprüfung an der (Fach-)Hochschule
noch immatrikuliert bleibt.

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Merkblatt-Kin...

Nur bei anerkannt behinderten Kindern kann unbefristet Kindergeld gezahlt werden.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Kindergeld, 40

Solange du noch keine 25 bist und die Voraussetzungen erfüllst,steht dir selber auch noch Kindergeld zu !

Das sollte meines Wissens der Fall sein,wenn du in der Woche min. 20 Stunden für deine Ausbildung aufwenden musst,also auch die Zeit die du dann zuhause zum lernen usw. benötigst.

Deine wie vielte Ausbildung / Studium das ist spielt keine Rolle,solange du dann keiner schädlichen Erwerbstätigkeit nachgehen würdest.

Denn wenn du schon eine abgeschlossene Berufsausbildung / Studium haben solltest,dann darfst du neben einer weiteren keiner Erwerbstätigkeit nachgehen,in der du pro Woche durchschnittlich mehr als 20 Stunden arbeitest,dass ist dann schädlich für deinen Anspruch.

Das Einkommen hingegen spielt schon ab dem 01.01.2012 keine Rolle mehr,da ist die Einkommensgrenze von 8004 € Brutto pro Jahr gefallen.

Kommentar von ritafragt ,

Ah dankeschön! Das wäre mein "Erststudium", ich möchte an die Fernhochschule, wenn es mit der Uni nicht gleich klappt. 

Antwort
von MenschMitPlan, 50

Es könnte Kindergeldanspruch bestehen. Studierst du in Vollzeit? Arbeitest du auch? Wieviel Stunden pro Woche? Hast du bereits eine Ausbildung abgeschlossen? 

Kommentar von ritafragt ,

Ich mache gerade mein Abitur. Sache ist, dass es für meinen Studiengang nur sehr wenige Plätze gibt. Falls ich nicht angenommen werde, möchte ich trotzdem studieren - an einer Fernhochschule. Ich würde mir dann natürlich einen Nebenjob suchen, der am besten in die Studienrichtung geht. Bin noch bis November 18 (also auch noch während der Bewerbung) und wohne zu Hause (kein BAFöG Anspruch). 

Kommentar von siola55 ,

Fernstudium und Kindergeld

Fernstudierende mit Kindern erhalten Kindergeld. Bis zum Alter von 25 Jahren haben sie selbst noch Anspruch auf Kindergeld, sofern sie sich noch in der Erstausbildung/im Erststudium befinden.

Junge Menschen, die per Fernstudium das Abitur nachholen
oder ein anderes Abschlusszertifikat zum Befähigungsnachweis erwerben möchten, verlängern damit den Zahlungszeitraum für Kindergeld und können es zur Finanzierung ihrer beruflichen Aus- und Weiterbildung verwenden.

Kommentar von siola55 ,
Kommentar von siola55 ,

Hier noch'ne Info zum Fernstudium auf Seite 33 der DA-KG 2015:

A 14.3 Ernsthaftigkeit

(1) Die Ausbildung muss ernsthaft betrieben werden, damit sie berücksichtigungsfähig ist. Sie muss Zeit und Arbeitskraft des Kindes dermaßen in Anspruch nehmen, dass ein greifbarer Bezug zu dem angestrebten Berufsziel hergestellt wird und Bedenken gegen die Ernsthaftigkeit ausgeschlossen werden können.
(2) Bei Ausbildungsgängen, die keine regelmäßige Präsenz an einer Ausbildungsstätte erfordern (z. B. Universitäts- und Fachhochschulstudiengänge einschließlich der als Fernstudium angebotenen, anderen Fernlehrgänge), sollte die Ernsthaftigkeit durch Vorlage von Leistungsnachweisen („Scheine“, Bescheinigungen des Betreuenden über Einreichung von Arbeiten zur Kontrolle), die Aufschluss über die Fortschritte des Lernenden geben, in den in A 14.10 Abs. 13 festgelegten Zeitpunkten belegt werden. Sind bei Studenten die Semesterbescheinigungen aussagekräftig (durch Ausweis der Hochschulsemester), sind diese als Nachweis ausreichend
.

Antwort
von DerHans, 49

Ein Fernstudium ist ja auf "berufsbegleitend" angelegt. Das begründet eben KEINEN Kindergeldanspruch.

Kommentar von ritafragt ,

... wäre allerdings trotzdem mein Erststudium. Ein Fernstudium fällt also nicht in die Kategorie Studium sondern berufsbegleitende...? danke!

Kommentar von siola55 ,

Ein Fernstudium ist ja auf "berufsbegleitend" angelegt. Das begründet eben KEINEN Kindergeldanspruch.

Leider falsch deine Schlußfolgerung, lieber DerHans:

Laut der DA-KG 2015 (Dienstanweisung zum Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz) gilt folgendes:

A 14.3 Ernsthaftigkeit

(1) Die Ausbildung muss ernsthaft betrieben werden, damit sie
berücksichtigungsfähig ist. Sie muss Zeit und Arbeitskraft des Kindes
dermaßen in Anspruch nehmen, dass ein greifbarer Bezug zu dem
angestrebten Berufsziel hergestellt wird und Bedenken gegen die
Ernsthaftigkeit ausgeschlossen werden können.

(2) Bei Ausbildungsgängen, die keine regelmäßige Präsenz an einer
Ausbildungsstätte erfordern (z. B. Universitäts- und
Fachhochschulstudiengänge einschließlich der als Fernstudium angebotenen, anderen Fernlehrgänge),
sollte die Ernsthaftigkeit durch Vorlage von Leistungsnachweisen
(„Scheine“, Bescheinigungen des Betreuenden über Einreichung von
Arbeiten zur Kontrolle), die Aufschluss über die Fortschritte des
Lernenden geben, in den in A 14.10 Abs. 13 festgelegten Zeitpunkten
belegt werden. Sind bei Studenten die Semesterbescheinigungen
aussagekräftig (durch Ausweis der Hochschulsemester), sind diese als Nachweis ausreichend
.

Kommentar von siola55 ,

A 14.7 Hochschulausbildung

(1) Der Besuch einer Hochschule erfüllt den Grundtatbestand nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG, wenn und solange das Kind im In- oder Ausland als ordentlicher Studierender immatrikuliert ist. Ebenso ist ein Aufbau- oder Ergänzungsstudium berücksichtigungsfähig, wenn es zu einer zusätzlichen beruflichen Qualifikation führt und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Es genügt nicht, wenn das Kind lediglich als Gasthörer an Vorlesungen und Übungen teilnimmt. Das Fernstudium an einer Hochschule ist als Hochschulausbildung anzuerkennen, sofern die in A 14.3 Abs. 1 bis 3 genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Gruß siola55

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