Frage von brigotte, 70

Weh hat Erfahrung mit fristloser Kündigung?

Hallo, ich bin noch krankgeschrieben, will aber nach der Gesundschreibung fristlos kündigen ( wegen sogenanntem Mobbing ). Ich habe noch 3 Urlaustage offen und 30 Überstunden ( bei 6 h täglicher AZ ); also 8 Arbeitstage, welche noch nicht vom Arbeitgeber abgegolten sind. Nun meine Fragen : Zu wann müßte ich fristlos kündigen, wenn ich z. B. zum 1.2. gesundgeschrieben werde ( zum 1. Arbeitstag der Gesundschreibung oder nach Abzählung der offenen 8 Arbeitstage )? Wie begründe ich die fristlose Kündigung wegen Mobbing (verbale Beleidigungen, falsche Schuldzuweisungen, Verdrehung von Tatsachen ); ich will sachlich bleiben, will die Kündigung aber kurz und nachvollziehbar begründen, damit ich vom Arbeitsamt eventuell keine Sperrfrist bekomme. Muß ich vom Arbeitgeber den Erhalt der Kündigung bestätigen lassen? Vielen Dank für Ratschläge

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 30

So einfach ist das mit der fristlosen Kündigung nicht.

Bei einer fristlosen Kündigung braucht man einen wichtigen Grund. Hier müssen die Interessen abgewägt werden und dem AG sollte man auch ein Verschulden an der Situation nachweisen können.

Eine fristlose Kündigung muss auch verhältnismäßig sein. Da solltest Du zuerst einmal den AG abgemahnt und aufgefordert haben, die Situation zu verbessern. Wer mobbt denn? Arbeitskollegen, Vorgesetzter oder der AG selbst?

Kannst Du das Mobbing belegen? Hast Du ein Mobbingtagebuch geführt? Kennt Dein Arzt die berufliche Situation? Stellt er Dir ein Attest aus, dass eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses Deiner Gesundheit schaden würde? Warst Du schon bei der Arbeitsagentur und hast Dich über die Vermeidung einer Sperre erkundigt?

Wenn Du sicher bist, dass Du fristlos kündigen kannst, weil dies gerechtfertigt ist, brauchst Du nicht auszurechnen, zu welchem Datum das passieren muss. Fristlos ist sofort.

Urlaub und Überstunden müssen ausgezahlt werden, wenn man sie wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr als Freizeitausgleich nehmen kann.

Antwort
von DerHans, 35

Mobbing an sich ist kein Grund zur fristlosen Kündigung. Du musst den Arbeitgeber auffordern das zu unterbinden. Das gilt dann als Abmahnung. Erst wenn er sich nicht darum kümmert, hast du einen Grund zu kündigen, den dann auch die Arbeitsagentur akzeptiert.

Kommentar von brigotte ,

Mit der Arbeitgeberin wurden mehrmals Gespräche geführt; das Problem ist, daß der" Mobber " ihr Ehemann ist. Sie meint, sie könne ihn nicht ändern.

Kommentar von DerHans ,

Wenn der Arbeitgeber das nicht abstellt, wird der AG schadensersatzpflichtig. 

Einfach kündigen, wäre viel zu billig für den AG

Antwort
von Novos, 36

Bist Du noch in der Probezeit? Sonst musst Du die Fristen des Vertrages /  Gesetzes einhalten

Antwort
von alarm67, 36

Wenn Du dich auf das Mobben beziehen willst, sollte unbedingt ein ärztliches Attest vorliegen.

Weiterhin kannst Du nur fristlos kündigen, wenn Du das Mobben dem Arbeitgeber bereits gemeldet hast, damit er dagegen angehen kann.

Einen Anspruch, dass der AG den Urlaub und die Überstunden sofort gewährt, hast Du nicht. Theoretisch kann er von Dir verlangen, dass Du arbeiten kommst und den Urlaub und die Überstunden finanziell abgelten.

OK, beim Urlaub ist Freizeitausgleich vorzuziehen. Aber, wie gesagt, einen Anspruch darauf automatisch hast Du nicht.

Ich würde weithin im Vorwege mit der Arbeitsagentur alles besprechen, damit Du keine Sperre bekommst.

Antwort
von Gasher, 38

Du kündigst zu einem dir passenden Datum und ob du die Urlaubstage und Überstunden ausbezahlt bekommst oder du freigestellt wirst entscheidet der Arbeitgeber. 

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