Frage von VanyMaria, 46

Wegen Tod "depressiv"?

In letzter Zeit denke ich oft über mein Leben nach. Dabei denke ich an die schlechten Momente und fange deswegen oft schnell an zu weinen. Dann bin ich wütend und könnte jeden einfach nur "umbringen",danach habe ich ein schlechtes Gewissen. Die Traurigkeit ist also mit Wut verbunden. Währenddessen will ich zur Flasche greifen,lasse es aber lieber,weil es nicht die richtige Lösung ist. Was ist mit mir los? Seitdem meine Mutter verstorben ist,bin ich oft so drauf. Könnte das mit meinem Verhalten zusammenhängen?

Antwort
von Philipp59, 10

Hallo VanyMaria,

Dein Verhalten könnte durchaus mit der Trauer um Deine Mutter zusammenhängen. Möglicherweise hast Du ihren Tod noch nicht richtig verarbeitet. Vielleicht fällt es Dir auch sehr schwer, Dich damit abfinden zu müssen, dass Deine Mutter nicht mehr da ist.

Manche, die mit einem Verlust fertig werden mussten, haben gemerkt, dass es gut ist, seine Trauer zu durchleben. Warum? Es kann den Druck erleichtern, wenn man seine Gefühle heraus lässt. Diese Gefühle jedoch zu unterdrücken, mag in körperlicher und auch in seelischer Hinsicht großen Schaden anrichten. Dazu, die Trauer zu durchleben, gehört auf jeden Fall mit jemanden darüber zu reden!

Ich bin einmal auf einen Text in der Bibel gestoßen, der in diesem Zusammenhang sehr gut passt. Dieser Text ist dem Bibelbuch Hiob entnommen. Ein Mann namens Hiob sagte nach dem Tod seiner 10 Kinder, sowie einiger anderer dramatischer Erlebnisse, folgendes:"Meine Seele empfindet bestimmt Ekel vor meinem Leben. Ich will meiner Besorgnis um mich freien Lauf lassen. Ich will in der Bitterkeit meiner Seele reden!"(Hiob, Kapitel 10, Vers 1). Hiob tat also etwas sehr Wichtiges. Er behielt seine bedrückenden Gedanken nicht für sich, sondern redete mit anderen darüber und fand so Erleichterung. Etwas Ähnliches sagte auch Shakespeare in Macbeth: " Gib Worte deinem Schmerz, Gram der nicht spricht, preßt das beladene Herz, bis daß es bricht".

Wenn Du also Deine Erfahrungen und Gefühle in Worte kleidest, kannst Du Dich zum einen selbst besser verstehen und findest auch ein gewisses Maß an Erleichterung. Sehr hilfreich wäre es natürlich, wenn Du jemanden zum Reden hast, der selbst einen geliebten Menschen verloren hat und den Verlust erfolgreich überwunden hat. Durch ihn könntest Du vielleicht praktische Anregungen erhalten, die Dir helfen, Deinen Kummer zu bewältigen. Es kann aber auch sein, dass es Dir überhaupt nicht danach ist, über Deine Gefühle zu sprechen. Was dann? Manchen hilft es, das, was sie bewegt, aufzuschreiben und es später wieder zu lesen. Auch auf diesem Weg kann man seiner Trauer Ausdruck verleihen und fühlt sich hinterher besser.

Etwas anderes, was die Trauer erleichtert, ist weinen. Das Vergießen von Tränen gehört mit zum Heilungsprozess und man braucht sich dafür nicht zu schämen. In der Zeit der Trauer werden manche sogar zusätzlich mit Schuldgefühlen geplagt. Sie meinen, irgendein Versäumnis habe mit zum Tod des Angehörigen beigetragen. Wenn Du je so empfinden solltest, dann brauchst Du nicht zu denken, das sei nicht normal. Auch hier ist es eine Hilfe, über seine Gefühle zu sprechen, statt sie für sich zu behalten. Letztendlich haben wir keine Macht über das Leben eines uns nahestehenden Menschen. Außerdem hattest Du in dem, was Du getan bzw. nicht getan hast, keine schlechten Beweggründe. Daher ist es bestimmt nicht angebracht, Schuldgefühle zu entwickeln.

Das, was einem Trauernden jedoch am meisten hilft ist das Versprechen Gottes, die Toten eines Tages wieder zum Leben zurückzubringen. Jesus beschrieb das einmal mit folgenden Worten: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a). Die Bibel spricht hier von der Auferstehung der Toten. Diese Verheißung beschreibt, das Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meine beiden Elternteile und meine Schwester verloren und finde bis heute in dem eben zitierten Text Trost. Ich habe außerdem schon oft festgestellt, dass ein persönliches Verhältnis zu Gott manches besser ertragen lässt. Vor allem lässt er diejenigen, die sich an ihn wenden, niemals im Stich.

Ich wünsche Dir, dass Du im Laufe der Zeit besser mit der Trauer um Deine Mutter umgehen kannst und es dir gelingt, wieder in ein inneres Gleichgewicht zu kommen!

LG Philipp

Antwort
von Meischda, 26

Naja nach einem Verlust ist es normal, dass man trauert. Eine Depression ist ja wenn man immer ohne grund traurig ist. Trotzdem solltest du mal zu einem Artzt gehen, wenn du das Gefühl hast nichtmehr alleine klar zu kommen. 

Antwort
von lilarainbow, 7

1. ist es schonmal gut dass du noch Kontrolle über dich selbst hast und die Flasche stehen lässt. Du scheinst ein starker Mensch zu sein. Allerdings solltest du dafür kämpfen aus der Trauersituation rauszukommen, da du mit der Zeit nur noch schwer rauskommst. 

Antwort
von FelinasDemons, 23

Bestimmt hängt das mit dem Tod deiner Mutter zusammen. Hast du mal mit jemanden darüber geredet?

Antwort
von Dunyaaa123, 11

Hey du, ich verstehe dich. Ich glaube du hast den Tod deiner Mutter noch nicht ganz verkraftet. Daher fühlst du in Dir innerlich diese unglaubliche Wut, da du sie nicht loslassen kannst. Ich weiß jetzt nicht, wie ihr auseinander gegangen seid. Ob ihr das letzte Mal friedlich miteinander gesprochen oder gestritten habt. Aber ich rate dir auf jeden Fall die Finger vom Alkohol zu lassen, ich glaube es würde dir eher helfen, sie öfters am Grab zu besuchen und mit ihr zu reden. Ich denke, es würde dein Herz erleichtern und deinen Geist befreien, weil du ihr sagen könntest, was du ihr schon immer mal sagen wolltest. Such dir bitte auf jeden Fall Trost und Geborgenheit bei Freunden und Verwandten. Ich wünsche dir alles Gute und möge der liebe Gott mit dir sein :))

Antwort
von SevenBeKey, 2

Da ich in der Art die gleiche Sittuation habe wie du, und ich unter Depression erkrankt war, empfele ich dir ma mit deinem Hausarzt drüber zu reden, und mal nach einem Psychologen ausschau zuhalten und eine Therapie zu machen.

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