Frage von Nightosphere, 168

Wegen psychischen Problemen krank schreiben?

Hallo zusammen,

ich leide seit einigen Wochen unter psychischen Problemen bzw. Depressionen. Es hat unter anderem damit zu tun, dass mir mein Job absolut keinen Spaß macht, mich stresst und ich ihn an manchen Tagen hasse. Aber auch andere Dinge spielen mit hinzu. Der Job macht es nur richtig schlimm.

Als es angefangen hat, habe ich mich von meinem Hausarzt krank schreiben lassen. Er meinte aber, dass er mich nur für ein paar Tage krank schreiben lassen kann. Heute hatte ich einen ersten Termin bei einem Psychotherapeuten. Ich will das Problem unbedingt angehen. Ich glaube ich brauche aber wirklich eine längere Auszeit von meinem Job, damit ich mir auch mal überlegen kann, wie es jetzt weiter geht in meinem Leben und wie ich endlich was finde, was mich nicht total unglücklich macht. Kann mich meine Psychotherapeutin für längere Zeit krank schreiben? Oder kann das nur ein gewöhnlicher Arzt? Ich habe meiner Psychotherapeutin meine Probleme mit der Arbeit geschildert, hab jetzt aber nicht direkt danach gefragt. Vielleicht hat sie mir das auch nicht vorgeschlagen, weil es ein erstes Kennenlerngespräch war.

Antwort
von Pilotflying, 168

Au schreiben kann nur ein Arzt und kein Therapeut.  Ich empfehle Dir auch, einen Facharzt aufzusuchen.  

Die Krankmeldung ist auch nicht dafür gedacht, Dich von Deinem Arbeitsplatz fernzuhalten und Dir Zeit zum Nachdenken zu verschaffen. Wenn Dein Arbeitsplatz ein Auslöser ist, wird sich das durch die Krankschreibung nicht ändern. 

Im Gegenteil. Heute vertritt man in der Psychiatrie den Stand, die Patienten eben gerade NICHT aus dem Alltag zu reißen, damit sie eben nicht nur zu Hause sitzen, ständigen Grübelzwang haben und Zeit haben, Probleme zu wälzen. Sie sollen weiterhin einen strukturierte Alltag haben, dieser soll erhalten bleiben  - die Patienten sollen "Aufgaben" haben, die sie wahrnehmen müssen. 

Eine Krankschreibung über längere Zeit macht man heute nur in schweren Fällen. Diese Fälle liegen aber nur noch teilnahmslos rum und sind nicht mehr in der Lage, einfachste Dinge des tgl. Lebens zu erledigen oder wahrzunehmen. Dazu gehörst Du mit Sicherheit nicht. 

Viele Menschen mit psychischen Problemen gehen in die Arbeit, gerade um Abstand zu bekommen. Du musst Deine Probleme lösen und nicht verschieben. Denn so wie Du das schilderst, wird Dir Dein Job auch in Zukunft keinen Spaß machen.

Kommentar von Nightosphere ,

Ja, bei mir ist es aber genau umgekehrt. Auf der Arbeit mache ich derzeit so stupide Arbeit, dass ich mich ständig mit meinen Gedanken beschäftigen muss. Ich langweilige mich total auf der Arbeit. Also es ist nicht so dass ich wenig Arbeit hätte. Aber die Arbeit ist tot langweilig.

Und ich bin unglücklich darüber, dass ich nicht den richtigen Beruf habe. Ich möchte mich eigentlich mit diesem Thema beschäftigen, mich in Vorlesungen in die Uni setzen, an Studienwahl-Workshops teilnehmen etc. Auf der Arbeit fühle ich mich wie gefangen. Die Zeit vergeht und ich kann nichts unternehmen, um aus dem Schlamassel raus zu kommen. Nichts um mich neu zu orientieren. Und das frustriert mich extrem und zieht mich immer mehr runter. Wenn ich endlich sehen würde, das es vorwärts geht in meinem Leben und ich nicht nur für meine blöde Arbeit funktionieren muss, ohne zu leben, würde es mir schon besser gehen.

Ich hätte wirklich genug zu tun, es gibt so viele Dinge die ich angehen will und an meinem Leben ändern will. Ich versuche auch aus diesem Job raus zu kommen und mir einen neuen Job in Teilzeit zu suchen. Das gestaltet sich nur leider momentan sehr schwer.
Auf jeden Fall frustrieren mich diese "Aufgaben" die ich auf der Arbeit habe extrem und ziehen mich nur noch mehr runter.
Naja, ich muss mich wohl irgendwie von einer Krankschreibung zur nächsten hangeln und irgendwie versuchen an nen neuen Job zu kommen.

Kommentar von Pilotflying ,

Auf alle Fälle wünsche ich Dir alles Gute.

Antwort
von Wonnepoppen, 154

Wenn sie dazu berechtigt ist, kann sie das!

andernfalls muß sie das mit deinem Arzt abklären!

mich hat z.b. mein Hausarzt für längere Zeit krank geschrieben!

Kommentar von youarewelcome ,

ist sie aber nicht, eine Therapeutin ist kein ARZT und somit NICHT berechtigt Krank zu schreiben

Kommentar von Wonnepoppen ,

wenn sie gleichzeitig Arzt ist, sehr wohl!

Antwort
von Wonnepoppen, 142

Wenn sie das als Psychotherapeutin darf, das mußt du sie fragen. 

andernfalls muß sie mit deinem Arzt zusammen arbeiten.

mich hat z.B. mein Hausarzt länger krank geschrieben. 

Kommentar von youarewelcome ,

Sie MUSS gar nichts...das mal als Erstes und krank schreiben kann für psychische Probleme nur der Facharzt für Psychiatrie

Kommentar von Wonnepoppen ,

Da irrst du dich!

Kann dir aus eigener Erfahrung sagen, daß ich die Diagnose von einem Facharzt( Neurologen) bekam, bzw. von einem Therapeuten u. der Hausarzt schrieb mich dann weiter regelmäßig krank, ob du es nun glaubst oder nicht!

Kommentar von Laura15031995 ,

Das stimmt nicht nach meiner Therapie in der Wiedereingliederung auf der Arbeit hat mich mein Hausarzt auch noch 8 Wochen lang krankgeschrieben...

Genauso kenne ich leute die bis zu ihrem Therapie platz was auch 2-3 monate dauern kann krank geschrieben sind vom Hausarzt

Antwort
von Seanna, 113

Wenn sie ärztliche Psychotherapeutin ist, ja.

Wenn sie psychologische Psychotherapeutin ist, nein, und zwar generell nicht, ebenso keine Medikamente verschreiben.

Kommentar von youarewelcome ,

Es gibt keine "ärztliche Psychotherapeutin" es gibt "Fachärzte für Psychiatrie" und es gibt Psychotherapeuten...die Ärzte können krank schreiben, eine Therapeutin aber nicht....

Kommentar von Seanna ,

Falsch. Auch Ärzte anderer Fachrichtung können eine Psychotherapie-Ausbildung machen und sind somit ärztliche Psychotherapeuten. Bei Gynäkologen und Allgemeinmedizinern findet man das öfter.

Antwort
von Laura15031995, 86

Hallo...

also kein spaß an der arbeit.. & krankgeschrieben sein wollen .;)

1. Wenn du dich so schlecht fühlst das du nicht mehr in der Lage alltägliche Dinge wie Arbeiten hinzubekommen wäre eine teilstationäre/stationäre Aufenthalt in einer Psychiatrie vielleicht mal eine überlegung wert...

2. Ich hoffe nicht das du Leute mit einer echten Depression verarschst...

ich bin selbst psychisch krank und war 9 monate sowohl stationär als auch teilstationär in therapie .. und keiner von den Menschen mit Depression die ich dort kennen gelernt hab haben gesagt sie hätten keine lust mehr auf arbeit die meisten KONNTEN es einfach nicht weil Sie keinen Antrieb hatten bzw sich alles anstrengend angefühlt hat ...

aber keine lust... oh man dafür hab ich kein verständnis.

MfG

Kommentar von Nightosphere ,

Ich hab nirgendwo gesagt, dass ich keine Lust auf Arbeit habe? Im Gegenteil! Ich will einer sinnvollen Arbeit nachgehen! Nur rumgammeln könnte ich mir momentan überhaupt nicht vorstellen. Nur leider ist meine Arbeit das Problem bzw. sie belastet mich sehr und verschlimmert meinen derzeitigen Zustand. An manchen Tagen könnte ich auf der Arbeit echt in Tränen ausbrechen. Ich weiß einfach nicht, wie lange ich das noch durchhalten kann. Ich habe auch einfach keinen Ausgleich zu meiner Arbeit. Freizeit unter der Woche geht gegen Null.


Ich habe schon vorgeschlagen, in Teilzeit zu gehen, damit ich meine Probleme angehen kann und auch damit ich für meine Therapiestunden zeitlich flexibler bin. Es ist nämlich echt schwer, Termine zu bekommen, die außerhalb der regulären Arbeitszeit liegen. Ich hatte schon Probleme überhaupt einen Therapeuten zu finden. Jetzt habe ich wenigstens einen, aber das finden eines geeigneten Termins ist wirklich schwer. Nur leider bringt die Geschäftsführung in meinem Unternehmen überhaupt kein Verständnis entgegen. Teilzeit wäre nicht möglich. Dabei ist es bei meiner Arbeit absolut unbegründet.

Antwort
von Allfkdkdbyk, 90

Warum suchst du dir dann nicht einfach einen. neuen Job?

Antwort
von Biologiekathi, 86

Also zumindest bei mir (Österreich) kann einen auf Grund von psychischen Problemen sogar NUR der Psychiater / Psychotherapeut / ... längere Zeit krank schreiben.

Der Hausarzt nur für eine Woche (oder so) und er muss für Weiteres zu einem Psychiater, Psychotherapeut usw. überweisen, der dann alles weitere macht.


Grüße, Kathi

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