Frage von Helplenzor, 86

Weg nach Studienabbruch?

Jetzt habe ich also die letzten anderthalb Jahre an der Universität verschwendet. Ich bin auf das trockentheoretische selbstständige 'Lernen' (Ausspucken zur Prüfungszeit) gar nicht klargekommen. Ich hatte nach jedem 2-wöchigen Praktikum (Handwerk) das Gefühl, deutlich mehr gelernt zu haben als in in einem Semester Studium. Irgendwie war auch das sagenumwobene Studentenleben gar nichts für mich; es kann doch nicht richtig sein, für einen jungen Mann, den ganzen Tag in stickigen Hörsälen herum zu sitzen. Wie andere das schaffen, keine Ahnung.

Immerhin bin ich mir jetzt sicher, dass ich da erstmal nichts mehr verloren hab.

Mein Problem ist aber, dass ich nun keine aber auch gar keine Ahnung habe, wie es weitergeht. Ich möchte eine Ausbildung machen, habe aber keine Ahnung, welche.

Ich habe nur wenig praktische Erfahrungen durch Praktika. Für die meisten Handwerksberufe bin ich jetzt mit 22 wesentlich zu alt.

Ich spiele mit dem Gedanken, eine 'Auszeit' vom normalen Leben zu nehmen und zB zum Bund zu gegen für ein Jahr. Allerdings wäre ich danach genauso weit wie jetzt.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann mir jemand helfen?

Eine giftige Mischung aus Schuld, Scham, Verwirrung, Ziellosigkeit und Versagensangst nagt zudem Tag für Tag unangenehm an der Psyche.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AnjavonWins, 32

Ich würde mal sagen, Du hast die Zeit nicht verschwendet, sondern eine sehr wichtige Erfahrung gemacht. Du hast herausgefunden, dass Du etwas Praktisches lernen und anwenden willst. Dass Du dann Freude am Lernen hast.

Der Weg, das Richtige für sich selbst zu finden, führt über eigene Erfahrungen, das beinhaltet Erfolge und auch Fehler.

Nimm Dir jetzt Zeit, herauszufinden, was Du wirklich willst. Konzentriere Dich nicht darauf, was blöd ist und Du nicht magst. Das sind wichtige Kriterien, jetzt geht es um die besseren Alternativen.

Wo liegen Deine Interessen? Ist Deine Studiumsrichtung gut und nur die Art der Ausbildung und des Lernens falsch für Dich?

Welche Praktika hast Du gemacht - was daran war spannend, was hat Dich fasziniert? Du kannst sicherlich auch bei den Praktikumsstellen weitere Informationen einholen über die Berufe.

Welche Tätigkeiten machen Dir Spass, was kannst Du Dir vorstellen, mal ein Leben lang zu tun?

Deine Gefühle sind völlig normal und Du bist wahrlich nicht der Einzige, dem es so geht! Trotzdem sind sie unangenehm und belasten. Betrachte sie als Ausgangspunkt für Deine eigene Entscheidung. 

Ob Dir eine Auszeit gut tut, wage ich zu bezweifeln. Denn Du selber befürchtest ja schon, dass es Dich nicht weiterbringt. Frage Dich, was bringt Dich weiter? 

Dennoch ist die Idee zur Bundeswehr zu gehen, was ja ein Impuls von Dir ist, eine gute. Dort kannst Du eine ganze Reihe von Berufen erlernen. Erkundige Dich erst , lass Dich dort beraten! 

Das ist im Moment das wichtigste: Viele Informationen einzuholen. Ich empfehle Dir, Dich immer an den zukünftigen Tätigkeiten auszurichten. Die Zeit des Lernens und der Ausbildung ist immer auch mühsam. Um das durchzuhalten, sollte dein übergeordnetes Ziel passen. Das wird Dich in Durchhängezeiten dann motivieren.

Nimm Dir einen festen Zeitraum, in dem Du zu einer Entscheidung kommen wirst. Setz Dir eine Deadline für die Entscheidung. Und verwende in dieser Zeit alle Energie auf die Suche und Auswahl Deiner Ziele und konkreten Ausbildung. Damit meine ich tue das, wie einen Beruf: 8 Stunden am Tag an 5 Tagen in der Woche. 

Zur weiteren Motivation lege ich Dir hier noch einen Artikel bei. http://anjavonwins.de/werdeganggestaltung/

Viel Erfolg!

Antwort
von sozialtusi, 28

Du bist GENAU meine Zielgruppe ;)

Nein, mit 22 bist Du überhaupt nicht zu alt für eine Ausbildung! Im Handwerk schon gar nicht. 

Schreib mich mal über ne Anfrage an...

Antwort
von JoachimF, 31

Jeder Hanwerker wäre glücklich Dich als Azubi zu haben, intenlliegent, hochmotiviert, ohne Flausen im Kopf hinterher noch studieren zu wollen und erfreulicherweise auch schon erwachsen und nicht mehr mit den üblichen pubertären Problemen eines 16-jährigen Azubi.

Du bist nicht zu alt! Das klappt!

Antwort
von Krjhg, 49

Du bist definitiv nicht zu alt für eine Ausbildung!

Ich bin 28 und habe letztens eine gefunden. Es hat zwar länger gedauert, aber das klappt! Schreib dich da nicht ab, fang an zu suchen. Manche Betriebe suchen sicher auch jetzt noch für September Leute. :)

Kommentar von kazuha ,

Die meisten ausbildungen fangen am 1 august schon an :-)

Kommentar von Krjhg ,

Ok, meine erst im September :D

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