Frage von tvtvtvtv, 49

Wechselmodell? Keine Ahnung was ich machen soll?

Hallo zusammen ,

Seit 3 Jahren praktizieren meine Ex Frau und ich das Wechsel Modell . In letzter Zeit kommt es häufiger vor das unsere Tochter 6 sagt das sie zurück zur Mama will und wenn sie dann dort ist , möchte sie zurück zu mir . Hat auch hier und da ne Träne vergossen . Ich bin mir nicht mehr sicher , ob das Wechsel Modell wirklich das Richtige für meine Tochter ist . Kurz noch ein paar Infos : Meine Tochter war schon immer ziemlich auf mich bezogen . Meine Ex hatte nicht so eine Bindung zu ihr , was sich aber im Laufe der letzten 1. 5 Jahre geändert hat. Meine ex ist borderline erkrankt und macht seit der Trennung vor 3 Jahren eine Therapie . Leider hat meine Tochter alle paar Monate mal einen Ausraster ihrer Mutter mitbekommen. Aber Ansich fühlt sich meine Tochter , so denke ich , genauso wohl bei ihrer Mutter, wie auch bei mir . Heute sagte sie mir das sie es am liebsten hätte wenn wir alle ( ex +neuer Partner und ich + neue parterin zusammen in einem Haus leben würden ) . Meine Ex ist 40 km weit weg gezogen und hat unsere Tochter auch vor 2 Jahren dort im Kiga angemeldet . Ich fahre 3 mal die Woche die Strecke täglich 2 mal um sie zum KiGa zu bringen und abzuholen. Für mich ist diese Situation sehr unbefriedigend, wegen der fahrerei. Immer wieder plagen mich zweifel , ob das Wechsel Modell das Richtige ist . Aber wenn ich mir vorstelle , dass ich sie weniger sehe um ihr einen Lebensmittelpunkt zu ermöglichen, bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich denke ich würde sie im Stich lassen, weil ich einfach denke das sie mehr an mir hängt und ich mich die ersten 3 Lebensjahre fast alleine um sie gekümmert habe . Das die Mutter von sich aus sagt , sie solle zu mir ist ausgeschlossen.

Ich weiß nicht was ich denken oder machen soll . Wenn mein Kind mehr bei der Mutter wäre , hätte sie ihren Lebensmittel Punkt , aber dafür weniger ihren Vater . Bleibt es wie es ist , ist sie möglicherweise unglücklich und bekommt nen psychischen Knacks weg .

Vielleicht bekommt sie den aber auch , wenn sie ihren Vater weniger sieht .

Im Moment ist der Wechsel alle 3 bis 4 Tage . Problem ist auch das ich total unregelmäßige Arbeitszeiten habe und auch am Wochenende arbeiten muss. Den geregelten Ablauf hätte sie dort definitiv mehr .

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Familienrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Kitharea, 16

Mein Exmann und ich haben auch das Wechselmodell wie du das nennst und auch meine Kinder hatten und haben immer wieder Schwierigkeiten damit. Mal sind sie beim Papa und wollen eigentlich zur Mama, und mal ist es umgekehrt. Da werden auch mitunter Tränen vergossen.
Es ist halt so, dass man nicht immer denjenigen Elternteil hat den man gerade bräuchte. Wir haben das unseren Kindern so erklärt. Sie müssen damit leben. Je fester wir in dieser Einstellung waren desto kleiner wurden die Probleme. Mitunter redet man mit den Kindern drüber wenn sie wieder da sind. Das Problem ist, auch die Eltern brauchen einen "Plan" - ich kann nicht immer auf die Wünsche des Kindes eingehen wenn es mal lieber beim Papa wäre.
Und es ist ein Irrglaube dass ein Kind keinen Lebensmittelpunkt hat bei dem Modell. Ob ich es mir schönrede oder nicht weiß ich nicht, aber meine Kinder haben 2 zu Hause. Die hätten auch am Liebsten dass wir alle wieder zusammen wohnen aber das geht halt so nicht. Was ich bei "uns" jetzt wichtig finde, ist dass wir insofern auch Ausnahmen machen, wenn einer der Elternteile seinen ausgemachten Pflichten nicht nachkommen kann - aufgrund von Krankheit, Problemen, was auch immer. Dann helfen wir uns gegenseitig und reden drüber wie der Andere helfen kann. Wichtig für das Kind ist auch dass es beiden Eltern gut geht. Es hat nichts davon wenn der Papa der Bespasser ist und die Mama immer nur die böse oder die der es schlecht geht (bsp).
Ich weiß auch, dass viel fahren lästig sein kann und wie anstrengend es ist das Alles im Überblick zu haben trotzdem und immer für mehr als nur mich und die Kinder denken zu müssen. Und trotz Allem halte ich es für das Beste Modell.
Dass die Mutter mit Borderline-Problemen nicht sagt, sie nimmt das Kind sollte logisch sein - sie braucht höchstwahrscheinlich viel Zeit für sich selbst und ist vielleicht sogar oft überfordert. Das wird sie nur können wenn es ihr irgendwann besser geht.
Mach dir um den psychischen Knacks keine Sorgen - Kinder wachsen mit dem auf was sie bekommen. Solange es dabei um die Umgebung geht und ihr zusammenhaltet - auch mit der Exfrau - denke ich ist alles in Ordnung. Für mich klingt es als würdest du deiner Tochter gerne einen Lebensmittelpunkt bieten der nicht so chaotisch ist. Denkst du nicht es wäre weit schlimmer für das Kind wenn sie 80% der Zeit bei einer Mutter verbringen müsste der es psychisch scheinbar nicht so gut geht? Lass sie beide Welten kennenlernen - deine und die der Mutter. Und diese Phase wo man ständig hin- und herfahren muss dauert "nur" ein paar Jahre. Ich bin mir 100% sicher dass dieses Modell dem Kind am meisten bietet und nach einer Trennung der Beste weg ist wie Mutter UND Vater in guter Beziehung zum Kind bleiben können. Ich wünsche dir viel Kraft bei Allem - egal wie du dich entscheidest.

Antwort
von Herrschwartz, 20

Guten Morgen,

ich bin selber ein Scheidungskind und war froh, als ich endlich zwölf wurde, denn da müsste man auf meinen Wunsch hören, aber so wie es klingt, ist deine Tochter um einiges jünger, was die Sache natürlich erschwert.
Wenn es möglich ist, mit Ihrer Ex-Frau ein neutrales Gespräch zu führen- es geht schließlich um das gemeinsame Kind- würde ich mich mit ihr zusammen setzen, gegenseitig die Äußerungen des Kindes beschreiben und so eine Mögliche neue Lösung finden.
Ich habe damals meinen Wunsch geäußert, unter der Woche bei der Mutter zu wohnen, und an 2-3 Wochenenden im Monat beim Vater, dafür dann auch im Sommer gemeinsame Urlaube mit dem Vater.
Aber jedes Kind ist anders, darum ist vielleicht ein Gespräch der beste Schritt in die richtige Richtung.

Ich persönlich war nie ein Freund des Wechselmodel, da man sich schnell rumgereicht fühlte, ich kam auch irgendwie nie richtig zur Ruhe, wie gesagt, meine persönliche Ansicht.

Des Weiteren wünsche ich Ihnen viel Glück!
Und als Tipp: Kinder merken viel mehr als Eltern denken und wissen was sie wollen.. :))

Antwort
von Sanja2, 19

Wow, hier liest man mal jemanden der wirklich das Kind in den Mittelpunkt stellt. Das freut mich total!

Das Problem ist trotzdem schwierig zu lösen. Vor allem da wir das Kind nicht kennen und auch die Gesamtsituation zu wenig. Ich würde jetzt mal unterstellen, dass der häufig Wechsel dem Kind zu viel ist. Kann man das vielleicht reduzieren, ohne die Dauer bei Papa oder Mama zu reduzieren. Die Mutter ist Boderline krank. Das ist wirklich schwierig. Kinder die mit Borderline Eltern aufwachsen brauchen ganz dringend verlässliche Bezugspersonen. Deshalb bleib du deiner Kleinen bitte so viel wie aktuell schon. Wenn ihr keine gute Lösung findet, dann lasst euch doch mal von einer Erziehungsberatungsstelle beraten, die haben viel Erfahrung und vielleicht eine gute Idee für das Kind.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community