Frage von Rainbowpuke, 95

Wechsel zur gesetzlichen Krankenversicherung?

Ein Freund von mir ist seit einem Jahr arbeitslos, bezieht aber auch kein Harz4. Ist es für ihn möglich, aus seiner privaten Krankenversicherung auszutreten und in die Gesetzliche Krankenkasse zu gehen?

Antwort
von FordPrefect, 44

Ein Freund von mir ist seit einem Jahr arbeitslos, bezieht aber auch kein Harz4.

Das kann er natürlich, sofern er über ausreichende Mittel verfügt. Niemand wird gezwungen, Leistungen nach SGB II zu beantragen. NB.: selbst wenn er Leistungen nach ALG2 bezöge, bliebe er dennoch in der PKV versichert. Siehe § 5 Abs. 5a SGB V.

Ist es für ihn möglich, aus seiner privaten Krankenversicherung auszutreten und in die Gesetzliche Krankenkasse zu gehen?

Nur durch einen Statuswechsel, der zur Versicherungspflicht in der GKV führt. Das kann entweder durch die Aufnahme einer SV-pflichtigen Beschäftigung oder - sofern die Voraussetzungen vorliegen - durch Heirat und Eintritt in die FamV des Ehepartners erfolgen.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 57

Wenn er noch nicht 55 ist, kann er in die gesetzliche KK sobald er eine versicherungspflichtige Arbeit aufnimmt.

Es hat ihn doch niemand gezwungen, diesen Schutz aufzugeben.

Kommentar von BenniXYZ ,

Natürlich geht das auch wenn man bereits über 55 ist, man kommt nur nicht mehr in die KV der Rentner, sondern bleibt freiwillig versichert in der Gesetzlichen, was etwas mehr Beitrag kostet.

Kommentar von FordPrefect ,

Falsch. Siehe anderer Kommentar. Verweis auf § 6 Abs. 3a SGB V.

Antwort
von velumi, 49

Soweit ich weiß, geht das nicht.

Hintergrund ist, dass man mit dem Eintritt in eine PKV ja bewusst der Solidargemeinschaft den Rücken kehrt, weil man es sich leisten kann. Wenn man als Besserverdiener entscheidet, zum eigenen Vorteil die weniger gut Verdienenden nicht unterstützen zu wollen, ist es ja nicht ganz unfair, wenn man als Konsequenz daraus dann auch nicht selbst profitiert, sollte es finanziell mal doch nicht mehr so gut laufen. 

Allerdings ist es in Deutschland auch nicht möglich nicht versichert zu sein. Insofern weiss ich nicht, was passiert, wenn man es sich schlicht nicht mehr leisten kann.

Antwort
von peterobm, 56

nur wenn er in eine bezahlte Stelle findet ist ein Wechsel möglich. 

Antwort
von BenniXYZ, 19

Ja, das ist möglich, wenn er einen 450€ Job annimmt oder eine andere versicherungspflichtige Tätigkeit, oder wenn er in die Familienversicherung fällt.

Wenn er schon 55 Jahre alt ist, kann er sich allerdings nur noch freiwillig in der gesetzlichen KV anmelden und darf nicht mehr in der KV der Rentner.

Kommentar von FordPrefect ,

Das ist gleich mehrfach falsch.

Ja, das ist möglich, wenn er einen 450€ Job

Nein. Erst ab der Gleitzone (€ 451.--) tritt Versixherungspflicht in der GKV ein. Ein Minijob bis einschl. € 450.-- ist zwar abgabenpflichtig, inkludiert aber genau *keinen* Versicherungsschutz in KV/PV.

Wenn er schon 55 Jahre alt ist, kann er sich allerdings nur noch freiwillig in der gesetzlichen KV anmelden

Nein. Mit vollendetem 55. LJ ist ein Eintritt in die GKV auch bei Vorliegen einer SV-pflichtigen Beschäftigung respektive auf freiwilliger Basis nicht mehr möglich. Das gilt übrigens schon seit wohl 10 Jahren. Siehe § 6 Abs. 3a SGB V.

Antwort
von MiaMaraLara, 25

Bei unveränderter Situation: nein.

Wenn er bereits 55 Jahre alt ist wird das auch nie mehr möglich sein.

Wenn er noch keine 55 Jahre alt ist ist es möglich, sobald versicherungspflicht eintritt. Der einfachste Weg ist hierzu eine Beschäftigung aufzunehmen, die zu Versicherungspflicht führt (Einkommen von 450,01 Euro bis 4.687,50 Euro)

Kommentar von BenniXYZ ,

Natürlich geht das auch wenn man bereits über 55 ist, man kommt nur nicht mehr in die KV der Rentner, sondern bleibt freiwillig versichert in der Gesetzlichen.

Kommentar von DerHans ,

eben nicht.

Und das ist auch richtig so. 

Niemand sollte sich aus der Solidarität ausklinken können, und später wenn es teurer wird zurück wollen.

Die Rückkehrmöglichkeiten sollten vollkommen eliminiert werden. Dann gäbe es dieses System schon längst nicht mehr.

Kommentar von MiaMaraLara ,

Der Hans hat recht. Die Sache ist, dass wenn man eine grd. versicherungspflichtige Tätigkeit aufnimmt wenn man über 55 ist und bisher privat versichert war, führt das nicht zur Versicherungspflicht. Und ohne Versicherungspflicht kann der jenige nicht von der PKV zur GKV Wechseln

§ 6 Abs 3a SGB V

Antwort
von schleudermaxe, 59

Selbständig? Dann kann er ja kostenfrei in der privaten KV bleiben, höre ich immer wieder.

Kommentar von DerHans ,

Für wen "kostenfrei"?

Kommentar von schleudermaxe ,

.. für das Mitglied, für wen denn sonst?

Kommentar von schleudermaxe ,

Oder gilt der Notlagentarif nicht mehr?

Privat Versicherte werden bei Zahlungsunfähigkeit nach erfolglosem Mahnverfahren in den Notlagentarif überführt (§ 12h VAG).

Dieser ist rückwirkend ab dem Beginn der Zahlungsunfähigkeit wirksam.

Der Beitrag beträgt rund 100 Euro monatlich.

Erstattet werden nur Akutbehandlungen. Kinder im Notlagentarif
erhalten zudem Zuwendungen, wie Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen.

Aus dem Notlagentarif in einen herkömmlichen Tarif kann gewechselt
werden, wenn alle Schulden beglichen wurden.

Weiterhin haben Versicherte in Zukunft das Recht Beiträge zu stunden, sofern die sofortige Rückzahlung der geschuldeten Beiträge eine Überforderung bedeuten würde.

Kommentar von NochWasFrei ,

Wo liest du denn überhaupt was von Beitragsrückstand? Das ist sicherlich die naheliegendste Vermutung als Hintergrund dieser Frage, aber 100% sicher ist das nicht.

Der Notlagentarif ist da, um vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten zu überbrücken. Wenn er z.B. als hilfebedürftig eingestuft wird, kann er gar nicht in den Notlagentarif. Dann übernimmt das Sozialamt die PKV Beiträge bis zur Hälfte des Beitrags zum Basistarif. Das wäre vielleicht ohnehin die bessere Option. Wir haben ja leider absolut keine Ahnung wovon der Freund aktuell überhaupt lebt (außer "kein Hartz IV"). Bei der Frage fehlen viel zu viele Infos um in dem Bereich eine sinnvolle Auskunft zu geben.

Antwort
von papavonsteffi, 39

Normalerweise geht das nicht.

Wenn er allerdings eine Arbeit annimmt wo er gesetzlich pflichtversichert ist, dann ist er automatisch wieder in der Gesetzlichen.

Eine andere Möglichkeit ist es, wenn er Hartz IV bezieht, auch dann ist er wieder in der Gesetzlichen.

P.S. Wenn er das dann - warum auch immer - nicht auf Dauer machen möchte, dann ist und bleibt er trotzdem in der Gesetzlichen.


Kommentar von FordPrefect ,

Eine andere Möglichkeit ist es, wenn er Hartz IV bezieht, auch dann ist er wieder in der Gesetzlichen

*seufz*

Nein. Man lese § 5 Abs. 5a SGB V.

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