Frage von eulig, 66

Wechsel betriebliche Altersvorsorge durch Arbeitgeber - neue Wartezeit?

Mein Arbeitgeber hat sich entschieden die Art der betrieblichen Altersvorsorge zu wechseln. Von einer Versorgungskasse in eigene fondgebundene betriebliche Altersvorsorge.

Durch den Wechsel ist die alte Altersvorsorge jetzt umgestellt auf ruhend. Dort habe ich etwas mehr als 5 Jahre eingezahlt und damit eine unverfallbare Anwartschaft.

Muss ich nun wieder erstmal 5 Jahre schaffen, um eine unverfallbare Anwartschaft zu erhalten? Ich bin die ganze Zeit beim selben Arbeitgeber.

Wäre das nicht ein Nachteil für mich, wenn ich jetzt z.B. in 2 Jahren ausscheiden würde? dann hätte ich für 2 Jahren keine betriebliche Altersvorsorge ansparen können, weil der Arbeitgeber das einfach so entschieden hat?

Oder gibt es hier besondere Regelungen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RudiRatlos67, 40

zunächst mal, nein es ist dem AG nicht erlaubt nochmal 5 Jahre den Daumen auf eine bAV zu halten welche auf Initiative des AG gewechselt wurde.

Im überigen finde ich das Vorgehen des Arbeitgebers höchst fragwürdig. Ich kann mir nur zwei Gründe vorstellen, die den AG dazu bewegt haben könnten:
1. er möchte die Beiträge zum PSV (pensions- sicherungs- Verein) sparen und hat die bestehende Zusage durch eine Direktversicherung ersetzt...
2. oder der AG ist von irgendwem in höchtem Maße über den Tisch gezogen worden. (übereifriger Vermittler der bei Rentenantritt der Kollegen möglicherweise Schadensersatzpflichtig ist)

Das sind allerdings alles nur Mutmaßungen.

In aller Regel ist es schädlich besonders durch eine Versicherungsgesellschaft getragene Versorgungskasse mit hohen garantierten Zinsen gegen ein Spekulatives Produkt auszutauschen, das zum Auszahlungstermin möglicherweise weniger Erträge bringt als die vorhergehende Form.
Ich bin zwar der Meinung, das ein Fonds- PORTFOLIO bestehend aus mindestens 5 unterschiedlichen Anlageklassen ohne Fonds- ZERTIFIKATE (Risikostreuung) eine sehr viel höhere Rendite bringt als alle festverzinslichen Anlagen, aber um das zusammenzustellen gehört jahrelange Erfahrung und ein sehr hohes Maß an Fachwissen.

Kommentar von Buerger41 ,

Das Verhalten des Arbeitgebers ist nicht fragwürdig, sondern gesetzeswidrig.

Das sollten Sie als Fachmann doch wissen.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Nachdem ich die weiteren Kommentare gelesen habe, kann ich das nur bestätigen.  Im übrigen muß er damit rechnen,  mindestens die Rendite auszugleichen,  die der erste Vertrag rechnerisch bei Austritt des AN erreicht hätte. 

Kommentar von Buerger41 ,

Am besten Sie lesen dieses Urteil vollständig.

LAG Rheinland-Pfalz (10 Sa 643/09)


Antwort
von Buerger41, 29

pacta sunt servanda=Verträge sind zu halten.

Dieser Grundsatz gilt auch in der bAV. Vorallem dann, wenn es ein Vertrag zugrunsten eines Dritten, nämlich Sie, ist.

Eine Änderung kann nur dann erfolgen, wenn Sie befragt wurden und eingewilligt haben. Schweigen ist keine Einwilligung.

Aus meiner Sicht muss der erste Vertrag fortgeführt werden. Aber wo kein Kläger, da auch kein Richter.



Kommentar von RudiRatlos67 ,

Aus weiteren Kommentaren ist ersichtlich.  Das es in diesem Fall um eine komplett AG finanzierte U Kasse ging.  In dem Fall hat der AN keinerlei Gestaltungs Möglichkeiten und muß auch nicht befragt werden.  Trotzdem entsteht hier der Eindruck das der AG gegen seine Fürsorge und Sorgfaltspflicht verstößt. 

Kommentar von Buerger41 ,

Selbst bei einer AGeber finanzierte U-Kasse ist eine Mitwirkung des Arbeitnehmer bei Änderungen -und eine Kündigung ist die gravierendste Änderung - notwendig.

Das Herrschen nach Gutsherrenart gibt es in der bAV nicht.

Antwort
von kevin1905, 40

Die bAV ist 100% arbeitgeberfinanziert?

§§ 2, 3 BertrAVG gelesen?

Kommentar von eulig ,

das ist mir bewusst. darum geht es mir auch nicht.

es geht mir vielmehr darum, dass mein Arbeitgeber, wenn es um Leistungen für den Arbeitnehmer geht, mit der betrieblichen Altersvorsorge "wirbt". er hat jetzt schon das x-te Mal gewechselt. aus dem 1. und 2. Vertrag habe ich keine unverfallbaren Anwartschaften erwerben können, weil mir jedes Mal 6 Monate fehlten - weil er die Verträge immer vor knapp 5 Jahre beendet. beim 3. und letzten Vertrag hat er es wohl verpasst rechtzeitig alles zu beenden.

wenn ich das alles im Vorfeld weiß, dann braucht er sowas nicht anbieten und neue Mitarbeiter damit ködern.

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