Frage von FS0071995, 45

Wecher Fehler liegt hier vor?

Hallo,

ich habe hier eine Buchführungsaufgabe und ich weiß nicht, wie ich auf die Lösung kommen soll. Erstmal die Aufgabe:

"In der Buchhaltung eines Unternehmens müssen noch einige Geschäftsvorfälle verbucht werden. Vor der Verbuchung der nachfolgend genannten Sachverhalte betrug das Eigenkapital 750.000 € zum 31.12.01. Wie hoch ist das Eigenkapital nach Verbuchung der nachfolgenden Geschäftsvorfälle?

  1. Kauf von 150 Aktien zu einem Kurs von 40 € pro Aktie per Überweisung. Die Aktien sollen langfristig dem Unternehmen dienen.

  2. Der Unternehmer entnimmt Waren im Wert von 9.000 € netto dem Umlaufvermögen des Unternehmens und schenkt diese seinem Sohn.

  3. Die Rechnung über eine innergemeinschaftliche Lieferung in Höhe von 22.000 € netto wurde noch nicht verbucht. Der Verkauf erfolgt auf Ziel.

  4. Das Unternehmen vermietet das Erdgeschoss des Geschäftsgebäudes zu einem monatlichen Mietentgelt von 1.666 € brutto. Der Mieter bezahlt die Miete für November und Dezember erst im nächsten Jahr.

  5. Der Bestand an Rohstoffen hat sich im Laufe des Geschäftsjahres um 17.000 € vermindert."

Meine Lösung wäre:

  1. keine Veränderung

  2. Eigenkapitalzunahme: 9000 €

  3. Eigenkapitalzunahme: 22000 €

  4. Eigenkapitalzunahme: 2800 € = (1666 € / 1,19) * 2

  5. Eigenkapitalabnahme: 17000 €

Also ist mein Ergebnis: 766800 € = 750000 € + 9000 € + 22000 € + 2800 € - 17000 €

Die richtige Lösung wäre jedoch 756090 €. Kann mir da jemand weiterhelfen? Danke.

Antwort
von Akecheta, 21

Du machst einen Fehler, du rechnest als wenn du dich nur in der G+V bewegen würdest und da zählen Nettobeträge.

Du bewegst dich aber in dieser Aufgabe in der Bilanz, und da darf man die Steuer nicht vergessen, da Umsatzsteuer auch eine Verbindlichkeit ist an das Finanzamt. Das Eigenkapital errechnet sich ja durch Vergleich von Aktiva und Passiva und da gehören Verbl. oder Ford. aus USt. dazu.

Die Lösung ist:

750.000,00 - 1.710,00 + 22.000,00 + 2.800.00 - 17.000,00 = 756.090,00

Die Aufgabe aber ist extrem fies und wird in der Praxis so nicht gelöst. Versuche mal zu erläutern, so gut ich es kann.

1) Reiner Aktivtausch, keine Veränderung

2) Hier wird gebucht: Privat (Unterkonto Eigenkap.) 10.710,00 an Entnahmen von Lieferungen und Leistungen 9.000,00 und USt. 1.710,00

Entspricht hier: Abnahme um 10.710.00 auf der Bilanz und Zunahme auf der GuV-Seite von 9.000,00. Also verbleibt eine Abnahme von 1.710,00 als Verbindlichkeit an das Finanzamt.

3) Hast zwar richtig. Aber hier wird noch zusätzlich USt. aus innerg. Lieferung gebucht und gleichzeitig der gleiche Betrag wieder als Vorsteuer aus innerg. Lief. Die hebt sich also auf und bleibt neutral.

4) Das ist eine Aktive Rechnungsabgrenzung. Die wird Netto gebucht, auch das hast richtig, in der Praxis wird das aber per Rechnung erstellt und damit auch die USt. gleich als Verb. fällig. Ist halt Schule und Praxis.

5) Hast auch richtig.

Vielleicht kann es noch jemand besser erläutern als ich. Mach das nur nebenher :-).


Kommentar von FS0071995 ,

Danke, jetzt ist mir das klarer geworden.

Kommentar von Akecheta ,

Gerne

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