Frage von BrilleHN, 38

Wie kommt man eigentlich an eine Erlaubnis in einer Strafvollzugsanstalt einen Laden aufzumachen in dem die Gefangenen einkaufen dürfen?

Das Monopol und die Tatsache das einem die Kunden (zumindest über einen gewissen Zeitraum) treu bleiben würden so einen Laden für einen Kaufmann doch sehr interessant machen.

Also wie kommt man an solche Konzessionen?

Antwort
von MZasch47, 2

Wir sind in Deutschland, da muss die öffentliche Hand jede Dienstleistung ausschreiben. Und so ist es auch beim JVA-Kaufmann. Dabei handelt es sich um externe Kaufleute. (Bei der Kontrolle und Ausgabe der Waren sind häufig JVA-Mitarbeiter eingebunden. Gefangene schon weniger, da unser Datenschutz nicht erlaubt, dass Gefangener A sieht, was Gefangener B sich für eine Wurst kauft. Das ist deutsches Recht.) Und wie in der freien Marktwirtschaft üblich, haben sich einige Kaufleute auf den "Kaufmannslanden im Knast" spezialisiert und haben von daher interessantere Angebote als andere. Wer von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, wird also auch auf dem Gebiet nicht reüssieren. Die Leistungen werden zumeist für einige Jahre ausgeschrieben, da von keinem Kaufmann erwartet werden kann, sich auf die besonderen Bestell- und Lieferbedingungen einer JVA einzurichten für bspw. ein Jahr. Abgesehen davon machen Ausschreibungen auch keinen Spaß. Häufig wird für eine bestimmte Anstalt ausgeschrieben, da die Zugangsmodalitäten sich in einer U-Haft für Frauen und einer Jugendstrafanstalt und und und natürlich unterscheiden. Man muss ev. auch mal eine Durststrecke als Kaufmann überstehen, wenn nämlich die Haftpopulation um 20% fällt, dann sind auch 20% Kundschaft weg. Dafür gibts dann ein andermal die Überbelegung. Da den Gefangenen nur Gelder in einem beschränkten Umfang zustehen, darf der Kaufmann auch keinen Kaufrausch erwarten.

Für die Anstalt ist ein Vertrauensverhältnis unverzichtbar, deswegen der Kaufmann und seine Lieferanten auch sicherheitsgecheckt. Aber Sicherheit ist nur eine Seite. Auch die Gefangenen haben ein Wort mitzureden. Es brächte wenig Umsatz, wenn der Kaufmann Angebote machte, die diese nicht kaufen wollten. Also wird über die Gefangenenmitverantwortung eruiert, was die Belegschaft wünscht, einige JVAen beziehen ein größeres Sortiment Obst und Gemüse, andere mehr Süßigkeiten und Getränke. Das Sortiment wird auch verändert, wie im regulären Supermarkt auch. Viele Anstalten haben übrigens keine Läden mehr, sondern die Bestellung wird fertig bereitgestellt und der Kiste auf den Haftraum gebracht.

Bestellungen von auswärts sind rar geworden, da die Sicherheitsüberprüfungen zuviel Ressourcen kosten. Laut den Strafvollzugsgesetzen sind dann die Anzahl der Päckchen, Gewicht, Größe, Inhalt etc. reguliert. 

Antwort
von Samila, 11

ich meine da gibt es keinen shopinhaber. artikel werden auf bestellung geliefert, der verkäufer ist ein insasse oder jva-mitarbeiter

Antwort
von Ursusmaritimus, 16

Alleine die Sicherheitsvorgaben an dich und deine Tätigkeit sind erhebliche Hürden, nicht das in deinen Cornflakes nicht nur Cornflakes sind......

Antwort
von brennspiritus, 25

Vitamin B

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten