Frage von luisa51, 43

Wasserschaden durch alte Mutter verursacht, muss sie unbewiesene Sachschäden zahlen?

Hallo, eine 90 jährige Frau wohnt bei ihrer Tochter . Sie hatte übersehen, dass im Waschbecken ein Zahnpastadeckel den Abfluss versperrte und das Wasser nicht ordnungsgemäß abflliessen konnte. Sie vergass zudem , den Wasserhahn vollständig zuzudrehen, so dass nach bereits 10 Minuten das Badezimmer überschwemmt war. Die Tochter hat SOFORT alles getrocknet, dennoch ist Wasser in die untere Wohnung und in den Keller geflossen. Um es kurz zu machen: Die Tochter musste den Wasserschaden ( 380 Euro ) bezahlen und das Kinderzimmer des Untermieters durch professionelle Maler neu streichen lassen ( obwohl nur ein ein cm dünner Strahl von der Decke zum Bett zu sehen war. Auch das hat die Tochter sofort beglichen ( circa 400 euro ) Nun will der Untermieter Schadenersatz für die im Keller stehenden Dinge erheben ( insgesamt etwa 430 Euro ) . er gibt vor , dass ein Fernseher, eine Kühlbox, diverse Umzusgkartons und Schallplatten beschädigt seien. Die Tochter hat den Mieter höflich aufgefordert, ihr Rechnungen von Reparaturen und Vorher -NachherBildern zukommen zu lassen. Daraufhin hat der " Geschädigte" im Hausflur unflätige Beschimpfungen getätigt im Beisein eines jungen Kindes und verlangt, dass die 430 Euro für den " unbewiesenen" Sachschadens gefälligst bezahlt werden müssen. Meine Frage nun: Kann dieser Mann, dem bereits fast 1000 Euro insgesamt für Wasserschaden und Malerarbeiten bezahlt wurden, weiter fordern , ohne Beweismaterial? Woher soll man wissen, ob der Fernseher nicht schon vorher defekt war, er stand immerhin im Keller und ist 6 Jahre alt, ist die Kühlbox vorher intakt gewesen und jetzt erst defekt durch den Wasserschaden? Lassen sich die Platten in einen Wert schätzen, und- vielleicht funktionieren sie ja einwandfrei..

Ist er im Recht und die Verursacherin muss zahlen , oder muss er beweisen, was vorher in Ordnung war und jetzt einzig und allein durch den Wasserschaden " zerstört" wurde?

Und um die wichtigste Frage gleich zu beantworten: Nein, die Tochter ist nicht in einer Haftpflichtversicherung , ebenfalls nicht die 90-jährige Mutter.

erbitte dringend gute und vor allem fundierte Ratschläge. Danke im Voraus!

Antwort
von auchmama, 17

Hat die Tochter denn Aufnahmen von dem kleinen Rinnsal im Untergeschoss gemacht? Wie viel Wasser kann denn da noch im Keller angekommen sein, um einen weiteren Schaden zu verursachen?

Ich würde sicher nicht bezahlen und notfalls einen Anwalt einschalten. Oft bringst allein die Ankündigung, dass man sich nun Rechtsbeistand sucht, den angeblich Geschädigten auf den Boden der Tatsachen zurück!

Übrigens würde jede Versicherung auch einen Schaden begutachten und vorher keinen Cent raus rücken!

Der Mutter/Tochter sei dringend anzuraten, sich schnellstens eine doch im Verhältnis recht günstige Haftpflichtversicherung zuzulegen! Noch ist es ein recht kleiner und überschaubarer Schaden - unser tägliches Leben ist aber ein einziges Risiko und ohne Haftpflichtversicherung, sollte eigentlich keiner einen einzigen Fuß am Morgen aus dem Bett setzen!

Alles Gute

Kommentar von luisa51 ,

Hallo auchmama, die Haftpflichtversicherung habe ich mal SOFORT gemacht! ;-) 

Kommentar von auchmama ,

Sehr gut!

Und dem angeblich Geschädigten bestellst Du liebe Grüße und wünscht ihm ohne glaubhafte Beweise einen schönen Tag ;-)

Alles Gute

Antwort
von wilees, 20

Er muß seine Schaden nachweisen. Ohne Beweise würde hier auch eine Versicherung nicht bezahlen.
....obwohl nur ein ein cm dünner Strahl von der Decke zum Bett zu sehen war. ...

Und was sollte dann bitte noch im Keller angekommen sein? Ein Wasserfall?

Kommentar von luisa51 ,

ja, leider liegt das Badezimmer mit dem Abfluss exakt über dem Keller des " Geschädigten", dort war ziemlich viel nass, hingegen das KInderzimmer nur mit dem dünnen Streifen, das ist alles schon komplett renoviert, das GANZE zimmer wohlgemerkt!!! 

Antwort
von Rockuser, 18

Abzocke. Ich würde ohne Gutachten nichts bezahlen.

Antwort
von tachyonbaby, 2

Existiert eine Hausratversicherung?

Lies mal: https://www.welt.de/dossiers/Eine\_Frage\_des\_Geldes/article106186334/Welche-Ve...

Der Rat, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen kann also nur ein Teil der Gleichung sein, damit umfassender Schutz in so einem Fall besteht, denn eine Haftpflichversicherung ersetzt immer nur den Zeitwert, während die Hausratversicherung den Wiederbeschaffungswert ersetzt.

Obschon: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß jetzt noch einmal ein Schaden entsteht???

Mir sieht das stark nach einem "Abzocker" aus. Der hat erlebt, daß da anstandslos mehrere Hunderter bezahlt wurden, also wittert der eine Möglichkeit noch mehr Geld abzusahnen. Wenn der Mann tatsächlich den Schaden beweisen könnte, hätte er es im Flur nicht nötig gehabt unflätig laut zu werden, außerdem wäre der Schaden ja wohl gleich von seiner Seite aus zur Sprache gekommen.

Die Frage ist jetzt, wieviel will man noch in diese Sache investieren? Ein Rechtsanwalt wird auch teuer und man hockt eventuell auf zusätzlichen Kosten. Ich würde dem Mann genau die Summe anbieten, die ein Anwalt für ein Beratungsgespräch nehmen würde und das auch sagen. Entweder gibt er sich damit zufrieden und unterschreibt ein Schriftstück, daß damit der Fall ein für alle Mal erledigt ist oder man läßt tatsächlich die Justiz walten, mit der Aussicht, daß das häßlich wird, sich in die Länge zieht und er keinen weiteren Cent sieht.

Antwort
von AnglerAut, 19

Derjenige, der Schadenersatz fordert, ist komplett in der Beweispflicht.

Um einen Anspruch geltend zu machen, muss er zwingend nachweisen welcher Schaden und in welcher Höhe dieser entstanden ist.

 

Kommentar von luisa51 ,

Danke für Deine Antwort, aus dem Gefühl heraus denke ich auch so, aber ob es im Gesetz verankert ist, das weiß ich eben nicht. Man kann ja alles angeben, wer weiß denn ob seine 1000 Euro Kaffemaschine nicht auch noch kaputt ist ;-) 

Kommentar von auchmama ,

Kaffeemaschinen stehen seltenst in Kinderzimmern!

Und der Maler wird sich auch ganz sicher noch an den Umfang seiner tatsächlichen Arbeiten erinnern können.....

Kommentar von AnglerAut ,

Das BGB sagt klar, wer einen Schadenersatz geltend machen will, muss hier den Beweis antreten, dass im dieser Schaden durch die entsprechende Person fahrlässig oder vorsätzlich zugefügt wurde.

Ganz eindeutig ist er hier in der Beweispflicht. Nur eine Nennung des Schadens reicht nicht aus, wenn du dies anzweifelst muss er den Vollbeweis erbringen. Sollte er allerdings damit recht haben, würden die Kosten dieser Beweisführung an dir hängen bleiben.

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