Frage von Beschbarmak83, 125

Wassereinbruch im Keller, wie kann man dagegen vorgehen plus Versicherung will nicht zahlen (siehe Detail,bitte)?

Bei meiner Tante ist wegen den starken Regenfällen der letzten Tage letzte Woche der Keller ihres Hauses voll Wasser gelaufen, zum Glück nur bis zu einer Wassersäule von 7cm. Elektrogeräte wie Waschmaschine und Kühlschrank haben nur geringen Schaden erlitten. Ob das Fundament bzw. die Wände durch den Wassereinbruch Schaden erlitten,muss noch geprüft werden. Leider sind aber Kleidungen,Bücher,etc. wie eben Regale und Schränke in Mitleidenschaft gezogen worden.

Das Wasser kam vermutlich durch einen Kanalrückstau über die Toilette in den Keller. Wobei noch wiederum die Ursache noch ungeklärt ist, zumal auch trotz vieler Regengüsse sowas in den 25 Jahren seit das Haus steht sowas noch nie vorkam.

Soweit die Sachlage - Rückfragen zu mehr Infos, kann man gern in Beiträgen stellen. Vorab habe ich noch keinen Einblick in die Versicherungsunterlagen.

Jedenfalls ergeben sich aus der Situation drei konkrete Fragen.

1. Wie kann man entweder den Wasserrückfluss in der Toilette vermeiden oder eine adäquate Lösung für erneutes Auftreten einer Überschwemmung finden wie z.B. eine Elektro-Pumpe mit Flutungs-Sensor (wobei ich bestimmt schon mit hohen Anschaffungskosten rechnen muss)

2. Die Versicherung verweigert eine Schadensregulierung, da dessen Argument darin besteht, das der Wasserschaden durch starken Regen entstand und nicht durch einen technischen Defekt wie Rohrbruch...Und eben die Frage ist, ob das wirklich so geltend ist oder man das rechtlich anfechten kann/sollte.

3. Dann besteht eben auch die Vermutung das die örtliche Kommune dafür verantwortlich sein könnte, da vielleicht die Kanalreinigung zu schwach war und eben verstopfte,so das der Rückfluss erst überhaupt zum Ersten Mal entstehen konnte und wie man in dieser Richtung vorgehen sollte bzw. an wen man sich wenden sollte,um auch schon Schadenersatzansprüche aussprechen zu können, sofern da wirklich ein Verschulden zu belegen ist.

Wir freuen uns über fundierte Ratschläge und ich entschuldige mich für den immensen Textfluss, der aber hoffentlich alle notwendigen Infos inne hat.

Danke

Antwort
von NochWasFrei, 55

Zur Frage was man baulich dagegen tun kann, kann ich nicht viel sagen. Aber ab gewissen Mengen Regen können selbst die besten Vorrichtungen nachgeben.

Von der Aussage der Versicherung her, wird nur bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser versichert sein. Darum handelt es sich eindeutig nicht. der hier geschilderte Schaden ist nur über diei zusätzliche Deckung gegen Elementarschäden versichert.

Die Wahrscheinlichkeit eines Verschuldens der Kommune und damit Schadenersatz wird gegen null gehen. Auch hier gilt: Manchmal sind die Witterungsverhältnis einfach derart außergewöhnlich, dass man Schäden einfach nicht verhindern kann. Ich würde sagen, dass es nicht mal den Versuch Wert ist einen Anspruch geltend zu machen.

Antwort
von kim294, 70

Zur Versicherung:
In der Wohngebäudeversicherung sind Schäden durch Leitungswasser abgedeckt.
Dort kann man gegen Beitrsgszuschlag noch Elementsrschäden versichern. Dann wäre der Schaden versichert.
Hat die das nicht, bleibt sie sich den Kosten sitzen

Antwort
von GravityZero, 62

Ohne den Zusatz “Elementar“ in der Versicherung hast du keine Chance. Ob die Stadt dafür verantwortlich ist, ist fraglich. Dazu müsste ein Gutachter herangezogen werden der aus der eigenen Tasche zu bezahlen ist und sicherlich nicht billig wird. Gegen Rückstau helfen klappen innerhalb und ausserhalb des Hauses.

Kommentar von Apolon ,

 Ob die Stadt dafür verantwortlich ist, ist fraglich. Dazu müsste ein Gutachter herangezogen werden der aus der eigenen Tasche zu bezahlen ist und sicherlich nicht billig wird.

Nein -  welcher Schaden wurde durch die Stadt verursacht ?

Und der Gutachter würde nur feststellen, dass hier eine höhere Gewalt den Schaden verursacht hat - und ob es einen Sinn macht den Himmel zu verklagen, überlasse ich dir.

Kommentar von GravityZero ,

Woher soll ich das wissen? Er hat die Sache mit der Stadt aufgegriffen, Details kenne ich nicht.

Antwort
von basiswissen, 49

Du schreibst schon ganz richtig das die Ursache noch ungeklärt ist. Solange also nicht geklärt ist woran der Schaden liegt kann dir die Versicherung nichts bezahlen denn entweder betrifft es sie im Rahmen ihrer Versicherungsbedingungen oder aber eben nicht.
Ein Beispiel: der Rückstau aus dem Leitungssystem ist nicht zwangsläufig in eurer Versicherung eingeschlossen. In einigen Vertragsbedingungen gilt dies nur dann wenn ein sogenanntes Rückschlagventil vorhanden ist. Letztlich, wie hieraus ersichtlich, scheitert es also unter Umständen schon am Bedingungswerk der Versicherung.
Auch ist die Frage ob ihr eine sogenannte Elementarschadendeckung eingeschlossen habt oder nicht.

Eine Haftung bei der Gemeinde herzuleiten dürfte juristisch relativ schwer werden.

Ich hoffe das dir diese Auskunft so erst einmal reicht.

Kommentar von Apolon ,

 Eine Haftung bei der Gemeinde herzuleiten dürfte juristisch relativ schwer werden.

Nein - es ist sogar aussichtslos.

Denn was sollte die Gemeinde ändern, um solche Elementar-Schäden für die Zukunft auszuschließen.

Kommentar von DerHans ,

Es gab tatsächlich einen Fall in Engelskirchen im Rheinland. da hatte aber nachweislich die Gemeinde eine Planungsfehler in der (neu gebauten) Kanalisation. Das Rückhaltebecken war eindeutig falsch dimensioniert. Da ist die Haftung auf die Gemeinde durchgeschlagen.

Trotzdem waren Kunden MIT Elementarversicherung natürlich besser gestellt, wegen der Neuwertsversicherung.

Antwort
von Stadtreinigung, 37

Na dann vertraue mal den Bekannten Handwerker nicht,denn das Rückschlagventil muss das Eindringen von Wasser gänzilich verhindern

Antwort
von Apolon, 29

Da es sich bei hier um einen Elementarschaden (Überschwemmung, bzw. Rückstau) handelt, leistet die Gebäude- und Hausratversicherung nur, wenn auch der Baustein Elementarschaden mitversichert ist.

Bei Elementarschäden handelt es sich um eine höhere Gewalt, daher muss auch sonst niemand leisten.

Man könnte sich ja auch die Frage stellen, warum hat die Tante denn den Baustein Elementar in den genannten Versicherungen nicht eingeschlossen.

Und kommt dann zu dem Schluss - die Tante hat solch einen Schaden bewusst in Kauf genommen.

Antwort
von Norina1603, 26

Hallo Beschbarmak83,

was es dazu versicherungstechnisch zu sagen gibt, steht bereits alles da!

1. Wie kann man entweder den Wasserrückfluss in der Toilette vermeiden
oder eine adäquate Lösung für erneutes Auftreten einer Überschwemmung
finden wie z.B. eine Elektro-Pumpe mit Flutungs-Sensor (wobei ich
bestimmt schon mit hohen Anschaffungskosten rechnen muss)

Dass so etwas nicht wieder vorkommt, solltest Du einige Dinge beachten!

Der Gully im Keller ist mit einer Rückstauklappe ausgestattet, die laut Vorschrift nur bei Benutzung des Gullys geöffnet werden darf!

Für Toiletten, die unter dem Geländeniveau liegen ist (jedenfalls bei uns) eine Fäkalienhebeanlage vorgeschrieben, eben aus dem Grund, dass so etwas nicht passieren kann!

Sei froh, dass nicht mehr passiert ist, denn im Falle eines Ölschadens infolge vermehrten Wassereintritts, würdest Du ganz schön zur Kasse gebeten werden!

MfG

Norina

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 51

Das ist ein typischer Elementarschaden. 

Das ist deiner Tante eigentlich seit Jahren mit jeder neuen Beitragsrechnung angeboten worden, diesen Einschluss sowohl in die Gebäude- als auch Hausratversicherung einzuschließen.

Wenn sie das nicht getan hat, gibt es auch keine Entschädigung.

Kein Mensch käme auf die Idee von irgendeiner Versicherung zu verlangen, mit der er gar keinen Vertrag hat.

Die Kommune stellt das Kanalsystem zur Verfügung, und berechnet über die Abwassergebühr an alle Verbraucher.

Dass es zu Überschwemmungen kommen kann, weiß man. Dafür kann man sich versichern

Antwort
von Stadtreinigung, 52

Zum Wasserrückfluss,da kann im Rohr ein Rückschlagventil eingebaut werden,bei der Versicherung,nun lese die mal genau durch

Kommentar von Beschbarmak83 ,

Da ist ja schon eines verbaut,laut bekanntem Handwerker wäre das Ventil noch im guten Zustand...eben wohl ab einer bestimmten Wassermenge aber auch kaum noch schützend

Antwort
von PatchrinT, 36

Darum sollte man sich gegen Hochwasser versichern lassen.

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