Frage von sweetapple153, 53

Wasserdurchlässigkeit des Bodens?

Im Moment führen wir in der schule im NWT Unterricht versuche zum Boden durch...ich muss mich der wasserdurchlässigkeit und dem Wasserspeichervermögen des Bodens widmen...Und dazu einen theoretischen Hintergrund und eine Auswertung schreiben nur mein Problem ist das ich keine Ahnung habe inwiefern diese zwei Kriterien den Boden beeinflussen und ich im Internet rein garnichts dazu gefunden habe..es wäre nett wenn mir das hier jemand erklären könnte, also inwiefern wasserdurchlässigkeit gut oder schlecht für den Boden ist.

Antwort
von Lurando, 28

Das Wasser ist ein elementarer Bestandteil des Bodens. Es steuert alle Prozesse und gibt wohl 99% aller Pflanzenarten das Wasser. Darauf verzichten kann man also nicht. Das Problem ist ein Boden besteht sehr grob gesehen aus 50% Feststoff und 50% Porenvolumen. In diesen 50% Porenvolumen kann Wasser gespeichert werden in Abhängigkeit der Porengröße. [Porengrößenverteilung]. Vieles im Boden benötigt aber auch Sauerstoff zum überleben. Dazu gehören tierische Organismen und Pflanzenwurzeln [Bodenatmung]. Wären nun also das ganze Porenvolumen mit Wasser gefüllt über eine längere Zeit ersticken die eben genannten Gruppen ganz schlicht.

Ein Boden sollte also Wasser halten können aber auch nicht zu viel. Dafür ist wieder die Porengröße verantwortlich. Je größer eine Pore ist desto schlechter kann sie Wasser entgegen der Schwerkraft halten. [Kapillarität] Man kann im allgemeinen sagen Poren über 50µm durchmesser können kein Wasser halten. Poren kleiner als 50µm können Wasser unterschiedlich stark halten. [pF-Spannungskurve]

Die Anforderung an einen Boden auf dem Pflanzen leben sollen ist also nun das er Wasser halten kann damit auch im trockenen Zeiten genung Wasser für die Pflanzen da ist, dass er aber nicht zu viel hält damit die Wurzeln etc. nicht ersticken. [Feldkapazität/Totwasser/nutzbare Feldkapazität]

Ein Boden kann aber nicht nur im Wurzelbereich eine schnelle oder langsame wasserleitfähigkeit und damit Wasserspeichervermögen haben sondern kann auch in einigen dezimetern Tiefe einen stauenden Horizont haben. Das bewirkt das Niederschlagswasser nicht versickern kann obwohl der Boden im oberen Bereich eine sehr gute Wasserleitfähigkeit hat.

Ich habe mal Stichworte mit denen du gut weiter recherchieren kannst fett markeirt. Grundprinzipiell ist die Wasserleitfähigkeit sehr eng verbunden mit dem Wasserspeichervermögen. Man muss sich nur noch überlegen ob der Boden nun gut Wasser halten/leiten können soll oder nicht. Soll was angebaut werden, sollte der Boden Wasser halten können. Möchtest du einen unabgedichteten Keller bauen bist du froh wenn der Boden das Wasser möglichst schnell versickern lässt. Es ist also auch eine Frage welche funktion der Boden erfüllen soll.

Weiter Stichworte: Luftkapazität, Wasserkapazität, Bodenwasserhaushalt

Ich hoffe du weißt nun bisschen mehr.

Kommentar von sweetapple153 ,

ich danke dir!

Kommentar von Lurando ,

Kannst auch gerne auf den Danke-Button klicken ;)

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