Wasserchemie (Aquarium)! Unterschiede?

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3 Antworten

Hallo,

ja, natürlich ist da ein Unterschied zwischen beiden Angaben.

Die KH (Karbonathärte = veränderliche Härte) ist bei uns im Leitungswasser immer niedriger als die GH (Gesamthärte), da die KH nur ein Teil der GH ist.

Der Kalkgehalt im Wasser, der die KH darstellt, ist veränderlich, weil z.B. ein Teil dieser KH zur Produktion von Co2 ge- und somit verbraucht wird.

Nun hat der Tanganjikasee ein ganz besonderes Wasser, weil dort die KH höher ist als die GH.

Das liegt darin begründet, dass der See der salzigste der Großen Ostafrikanischen See ist und mehr als 70 % seiner Salze als Karbonate vorliegen. Die KH im See beträgt zwischen 16 – 18, die GH nur bei 9 – 11.

Will man Fische aus dem Tanganjikasee pflegen - und zwar wirklich pflegen und auch züchten, dann müssen diese Werte angestrebt werden.

Gleichzeitig muss ein hoher alkalischer PH-Wert erreicht werden. Im See liegt er zwischen 7,9 und 9,5 (jahreszeitlich bedingt). Im Durchschnitt beträgt er 9,2. Im AQ sollte mindestens ein Wert von 8,2 erreicht werden, besser ist noch 8,5.

Außerdem ist der See sehr keimarm, daher sind häufige größere TWW Pflicht.

Wer ein Tanganjika-AQ pflegen will, der muss sich also mit der Wasseraufbereitung vertraut machen. Das ist hier allerdings wesentlich einfacher, als wenn man z.B. absolute Weichwasserfische pflegen will.

Die KH ist sehr einfach z.B. mit Kaisernatron (aus der Backwarenabteilung im Supermarkt) zu erhöhen, OHNE dass die GH mit ansteigt.

3 g Natriumhydrogencarbonat auf 100 Liter Wasser erhöhen die KH um 1°.

Das Kaiser-Natron wird in warmen (50 - 60 Grad) Wasser aufgelöst und dann das Wechselwasser entsprechend aufgehärtet. Dazu braucht man natürlich vernünftigte KH-Tröpfchentests, damit man das auch richtig messen kann.

Sind bereits Fische im AQ - und wurden die einzusetzen Fische in nicht passendem Wasser gehalten - wird das Wasser natürlich erst nach und nach aufgehärtet. Die Umstellung sollte niemals plötzlich erfolgen.

Das kann man sehr gut beim wöchentlichen TWW machen.

Durch die Zugabe von Natriumhydrogencarbonat wird auch der PH-Wert meist schon auf dem Wert von 8,5 stabilisert. Ansonsten steigt der PH-Wert auch gut durch eine stark bewegte Wasseroberfläche (da dadurch im Wasser enthaltenes Co2 ausgetrieben wird).

Gutes Gelingen

Daniela

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Kommentar von DasPj
03.07.2016, 16:19

Bist hier wirklich aktiv. Und vielen Dank für die sehr ausführliche Frage

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Kommentar von DasPj
03.07.2016, 16:20

Antwort* huch...

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Die beiden Experten haben recht. Du solltest dich an den Wasserwerten des Tanganjika-Sees orientieren. Dieser hat mittelhartes Wasser mit viel Magnesiumkarbonat und wenig Calciumkarbonat. Dies bewirkt einen hohen pH-Wert über 8.

Dabei ist es durchaus umstritten, wie genau man diese Werte nachahmen muss/soll. Das ist auch der Grund für die unterschiedlichen Angaben: Man kann den Schwerpunkt auf mittelhartes Wasser legen (dann evtl. Probleme mit niedrigem/sinkendem pH) oder auf ein ausreichend durch Calciumkarbonat gepuffertes Wasser, das dann zwar insgesamt wesentlich härter ist als im Tanganjikasee, aber einigermaßen zuverlässig den pH hoch hält.

Wenn man es genau haben will fährt man gut mit speziellem Aufhärtungssalz, dass dem Salzspektrum des Sees nachempfunden ist. Dabei erreicht man hohe pH Werte bei mäßiger Gesamthärte. Die günstigere und einfachere Methode hat dsupper bereits beschrieben.

Zunächst wäre es wichtig zu wissen, welches Wasser bei dir aus der Leitung kommt. Denn möglicherweise erübrigt sich eine Aufhärtung.

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Kommentar von Grobbeldopp
04.07.2016, 01:45

PS es spielt natürlich eine Rolle, wie anpassungsfähig diese Welsart ist an z.B. pH Werte im nur knapp alkalischen Bereich und unterschiedliche Wasserhärte. Das weiß hier niemand und es ist unwahrscheinlich ob man das überhaupt sagen kann.

Auch von den ´Haltern der entsprechenden Buntbarsche aus den Grabenbruchseen hört man unterschiedliche Meinungen über den notwendigen pH Wert und dien Anpassungsfähigkeit der Fische.

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Hallo DasPj,

erhalte ich 2 verschiedene Antworten. »Optimal für
diesen Fisch ist eine Karbonathärte von 5 und eine Gesamthärte von 10«
und »Optimal für diesen Fisch ist eine Karbonat- oder Gesamthärte von
zwischen 10 und 25«.

Das liegt vielleicht daran, dass in diesen Antworten die Wasserwerte für den Tanganjikasee mit denen des Malawisees verwechselt werden! Nachdem Synodontis Lucipinnis aber im Tanganjikasee endemisch ist,

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwi224-G8NfNAhUjLcAKHZrHCRAQFghbMAg&url=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FSynodontis_petricola&usg=AFQjCNHlbluvwYQeyELRFS957hUYBczalQ

sollten auch diese Werte angestrebt werden.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjk8diC79fNAhWJCMAKHX7nApwQFggwMAE&url=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FFlora_und_Fauna_des_Tanganjikasees&usg=AFQjCNECebALjHB4C5nnqt9jTmW6B3h21A

Ansonsten hat Daniela alles völlig richtig erklärt!

MfG
Norina

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