Frage von RevolutionZger, 26

Was bedeutet der Begriff Schuld im Theologischen Sinn?

Ich hoffe, die Community kann mir behilflich sein :-)

Antwort
von JensPeter, 16

Halllo RevolutionZger,

eine Schuldfrage ist eine eigentlich eine Angelegenheit, die vor einem Gericht geregelt werden muß, einer Gerichtsverhandlung oder ein Prozeß.

Grundsatz der im Zusammenhang mit dem freien Willen zu sehen ist:

Wer sich schuldig macht, muß dafür immer die Verantwortung tragen

Wikipedia zur Schuld auszugsweise:

  1.  Schuld für die Verletzung wohlverstandener Interessen anderer
  2. bei jemand anderem aus Dankbarkeit oder wegen eines Versprechens „in der Schuld stehen“ und
  3. Schuld/Unschuld als moralische Bewertungskategorie (Lebensführungsschuld).
  4. Schuld bedeutet im moralischen Sinne ein Verstoß gegen das Gewissen
  5. Schuld als etwas „Gesolltes“

All das kann mit dem Begriff "Sünde" verknüpft werden. Das Bibel-Lexikon "Einsichten in die Heilige Schrift" sagt dazu:

it-2 S. 1051 Sünde Etwas, was mit Gottes Persönlichkeit, seinen Maßstäben, seinen Wegen und seinem Willen nicht in Harmonie ist; alles, was das Verhältnis des einzelnen zu Gott trübt. Sündigen kann man durch Worte (Hi 2:10; Ps 39:1) oder Taten (verkehrte Handlungen [3Mo 20:20; 2Ko 12:21] oder das Versäumnis, etwas zu tun, was man tun sollte [4Mo 9:13; Jak 4:17]) sowie in Gedanken oder durch die Herzenseinstellung (Spr 21:4; vgl. auch Rö 3:9-18; 2Pe 2:12-15). Der Unglaube ist eine große Sünde, da er Zweifel an Gott oder mangelndes Vertrauen in seine Fähigkeit, etwas zu tun, verrät (Heb 3:12, 13, 18, 19).

it-2 S. 1051 Sünde Der mit dem Wort „Sünde“ wiedergegebene hebräische Ausdruck ist chattáʼth; der entsprechende griechische Ausdruck lautet hamartía. In beiden Sprachen bedeuten die Verbformen (hebr.: chatáʼ; gr.: hamartánō) „verfehlen“, in dem Sinn: ein Ziel verfehlen oder nicht erreichen, einen Weg oder das Richtige verfehlen.

Was das Richten im christlich - theologischen Sinn anbelangt ist folgendes zu beachten:

Apostelgeschichte 17:31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will durch einen Mann, den er [dazu] bestimmt hat, und er hat allen Menschen eine Gewähr [dafür] gegeben, indem er ihn von den Toten zur Auferstehung gebracht hat.“

Wir Menschen sollen hier keine "Vorurteil" fällen:

Matthäus 7:1,Hört auf zu richten, damit ihr nicht gerichtet werdet; 2 denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch messen. 

Offenbarung 20:4 4 Und ich sah Throne, und da waren solche, die sich darauf setzten, und es wurde ihnen Macht zu richten gegeben. . . .

All das steht im Zusammenhang mit Schuld und Recht.

Hier noch ein Hinweis auf das oben erwähnte Gewissen:

Römer 2:14 Denn wenn immer Menschen von den Nationen, die ohne Gesetz sind, von Natur aus die Dinge des Gesetzes tun, so sind diese Menschen, obwohl sie ohne Gesetz sind, sich selbst ein Gesetz. 15 Sie zeigen ja, daß ihnen der Inhalt des Gesetzes ins Herz geschrieben ist, wobei ihr Gewissen mitzeugt und sie inmitten ihrer eigenen Gedanken angeklagt oder auch entschuldigt werden. 16 Das wird an dem Tag sein, an dem Gott durch Christus Jesus die verborgenen Dinge der Menschen gemäß der guten Botschaft, die ich verkündige, richtet.

Das mag hier als Stoff ausreichen.

Beste Grüße

JensPeter

Antwort
von WotansAuge, 21

Zielverfehlung. Stell dir vor, es kämpfen zwei miteinander und du willst einem der beiden helfen, wirfst einen Speer und triffst deinen Freund. Welch eine Sünde, weil du deine Wurfkünste überschätzt hast. 

Kommentar von gamine ,

:D das sind ja zwei Sünden! Sich selbst zu überschätzen und den "falschen" zu töten... Also der hat sein warmes Plätzchen im Jenseits auf sicher ;-)

Antwort
von Andrastor, 16

Ein sich Gott gegenüber schuldig machen.

Sprich sich nicht an Regeln halten die von Gott aufgestellt wurden, wie der Sündenfall mit dem Apfel und der Schlange.

Kommentar von gamine ,

Wie hartnäckig sich doch so alte Irrlehren halten! Erstens wars kein Apfel und zweitens wars kein Sündenfall.

Der Mensch ist nicht aus dem Paradies gefallen wegen Ungehorsams gegen Gott, sondern weil er Gut und Böse erkannt hat oder besser: zu erkennen glaubt! In diesem Dilemma steckt der Mensch und nur darüber will die Geschichte von Adam und Eva berichten.

Kommentar von Andrastor ,

Dass es sich nicht um einen Apfel handelt ist mir bekannt, da die Geschichte mit dem Apfel aber die eher bekannte ist, wählte ich zum Verständis diese Worte...

Putzig, du meinst die Welt zu verstehen, erkennst aber nicht dass es gut und böse nicht gibt.

Ebenfalls lustig dass du glaubst diesen Teil der Bibel besser zu verstehen als andere.

Antwort
von webschamane, 26

Im theologischen Sinn, würde ich eher von Gehorsam und Ungehorsam sprechen. Ungehorsam führt dann zu Schuld. 

Antwort
von 1988Ritter, 20

Gemeinhin kann man das Nichtbeachten der 10 Gebote Gottes als Schuld ansehen.

Hierbei geht es nicht nur um eine getätigte Schuld. Nehmen wir nurmal das Gebot "Du sollst nicht begehren Deines nächsten Weib, oder Deines Nächsten Hab und Gut." Es geht nicht um eine Aneignung, sondern lediglich um Begierde und Neid, sprich Gedanken. Diese Gedanken sind im theologischen Sinn dann eine Sünde. 

Die Schuld braucht folglich nicht einer Ausübung, es reicht der Gedanke.

Antwort
von aicas771, 14

Schuld im theologischen (zumindest im biblischen) Sinne heißt auch "Sünde". Sünde ist alles, was nicht im Einklang steht mit dem "Gesetz" (10 Gebote):

Paulus erklärt das im Römerbrief (Röm. 3,19-20): "Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde."  

http://www.bibleserver.com/text/LUT/Roemer3

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