Frage von Melia133, 36

Was wussten die leute früher (Mittelalter)alles über die welt und wie?

Antwort
von Utopiosus, 16

Wir nehmen die Drei-Klassen-Gesellschaft und das Früh- (ab ca. 850 n.Chr.), Hoch- (ab ca. 1050 n.Chr.) und Spätmittelalter (ab 1492, 1450 je nach dem wo du hinschaust)

1. Sklaven, Unfreie und Bauern 

Da ein Bildungssystem im Oikos (Produktions-, Konsumtions-, Schlaf- und Lebenshaus der finanziell besser stehenden) nur das Nachahmen der handwerklichen Fähigkeiten (für die Kinder) war, kann man (in der sozial-antropologischen Forschung) davon ausgehen, dass die Bildung an sich ein schwer zu greifender Begriff ist.

Entscheidungen waren schwer, man konnte sich persönlich dafür entscheiden die Welt zu bereisen nur kannte man als Bürger und Dorfangehöriger vielleicht das nächste Dorf, aber Landesgrenzen waren gänzlich unbekannt. Zudem war das Band der Familie sehr viel enger und überlebenswichtiger als es heute ist (Stichwort: Unabhängigkeit)

2. Bürger 

Wer es sich leisten konnte oder wer die Befugnis dazu hatte konnte seine Kinder in ein Kloster schicken, viele Adlige taten das um ein Stückchen Seelenheil zu erwerben. Andere besaßen die äußerst seltenen Bücher bis hin zu einem kleinen Sammelsurium an Literatur mit der man sich zur damaligen Zeit die Welt erklärte. Kopernikus und Co hatten die Erde als Scheibe definiert so wurde auch alles Mögliche unbekannte in Bezug auf den Sozial-religiösen Kontext verifiziert.

Man wusste durchaus was z.B. das Meer ist, aber man musste schon sehr viel für eine Reise finanzieren um sich diesen Luxus zu leisten. Händler konnten immerhin von den ein oder anderen Gegebenheiten erzählen. Z.B. gibt es ein Schriftstück von Meister Eckhard schrieb und übersetzte und verteilte unter anderem den Glauben dass im Süden (Afrika) die Menschen nur auf einem Fuß liefen (weil sie nur einen hatten) und sich auf dem Rücken liegend damit vor der Sonne schützten.

Weiterhin gibt es viele höfische Romane wie Der arme Heinrich, Parzeval, die Manessische Liederhandschrift (groß und klein) in der viel über Sagen, Mythen, gemischt mit Religion und vor allem der Tugend und der Minne erzählt wurde.

3. Der Adel (weltlich, ritterlich, herrschend, ...)

Der Adel und vor allem deren Nachwuchs hatten eine breite Palette an Lernstoff zu üben. Jeder Sohn eine Adligen wurde ab 8-10 Jahren zum Knappen von einem Ritter in die Lehre geschickt. Er sollte das Tanzen, Singen, Fechten, Reiten usw. lernen.

Grundsätzlich gibt es die septem artes liberales (die sieben freien Künste) die erlaubt waren erlernt zu werden. Unterteilt erden sie in Trivium:

    Grammatik: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen SchulautorenRhetorik: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den SchulautorenDialektik bzw. Logik: Schlüsse und Beweise auf der Grundlage des Organons

Zum Quadrivium gehörten:

    Arithmetik: Zahlentheorie (Zahlbegriff, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse) und z. T. auch praktisches Rechnengeometrie: euklidische Geometrie, Geographie, Agrimensur/Musik: Musiktheorie und Tonarten u. a. als Grundlage der Kirchenmusik/Astronomie: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter Einschluss der Astrologie (Auswirkungen auf die sublunare Sphäre und den Menschen). Bis in das 18. Jahrhundert bildeten Astrologie und Astronomie ein Gebiet, das beide Bezeichnungen tragen konnte. Innerhalb des Gebietes wurde wiederum zwischen beiden Teilgebieten unterschieden.

Verbotene Künste waren z.B. Nigromantia, Geomantia, Hydromantia, Aeromantia, Pyromantia, Chiromantia, Spatulamantia. Es handelt sich um das früheste deutschsprachige Zeugnis, das sich mit dem Aberglauben des Mittelalters enzyklopädisch beschäftigt. Als Besonderheit gilt Johannes Hartliebs Einstellung zu den verbotenen Künsten der Magie.

Das Feld in Bezug auf Wissen ist sehr breit und nicht sonderlich tief. Wenn Du dich damit auseinandersetzt wirst Du erkennen, was die Leute früher so von der Welt wussten :) wenn man mal Zeit hatte (Ora et Labora) nach dem Beten und Arbeiten etwas "anderes" zu tun, dann war das wohl in bestimmten Regionen das Bogenschießen zur Landesverteidigugn zu erlernen oder sich der Kurzweil (den Freuden) des Alltags zu ergeben.

Antwort
von Dahika, 24

Kommt drauf an, wen du meinst. Gebildete Leute in den Klöstern, zum Teil auch im Hochadel wussten schon einiges, z.B. dass die Erde rund ist und man nicht von der Erde kippt, wenn man nur weit genug segelt, während die einfache, analphabetische Landbevölkerung kaum Bildung hatte.

Antwort
von Steffile, 18

Die meisten Leute kamen ihr ganzes Leben nicht aus ihrem Dorf raus, oder wenn, dann in die naechste etwas groessere Stadt. Was sie wussten, wussten sie ueber die Kirche und aus Erzaehlungen anderer, oder halt aus Erfahrung.

Antwort
von JBEZorg, 7

Sie wussten recht wenig und mussten sich auf Erzählungen Anderer verlassen, die nicht immer genau und ehrlich waren.

Antwort
von archibaldesel, 14

Sie wussten kaum etwas über die Welt. Woher auch? 

Antwort
von MagicalMonday, 14

Nimm einfach das, was wir heute wissen, und ziehe alles, was wir in den letzten 600 Jahren dazugelernt haben, ab. easy peasy

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