Frage von Woropa, 62

Was wurde den Schülern in Westberlin oder Westdeutschland vor dem Mauerfall über die DDR beigebracht?

Diese Frage richtet sich an Leute, die vor dem Mauerfall 1989 in Westberlin oder Westdeutschland zur Schule gegangen sind. Mich würde mal interessieren, was man euch damals so in der Schule über die DDR beigebracht hat. Bei uns in der DDR war es so, das man uns in der Schule eigentlich nur negative Sachen über die BRD erzählt hat. War das im Westen auch so, wenn es um die DDR ging?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von chog77, Community-Experte für Schule, 62

Die DDR war "schlimmer als feindliches Ausland", der Kommunismus unterdrückt die Menschen, wählen kann man nur die SED, andersdenkende werden unterdrückt, jeder 3 DDR Staatsbürger ist ein Stasispitzel  (weshalb hat man es eigentlich nötig seine Bürger zu bespitzeln.), Kollektive und Jahresplan sind unwirtschaftlich und unrentalbel, weshalb muss man einen Zaun um sein eigenes Volk bauen, habt ihr schon mal drüber nachgedacht, weshalb der Stacheldraht an der Mauer auf der Ostseite war? Auf ein Auto muss man mindestens 10 Jahre warten und in vielen Läden bekommt man nicht was man braucht.

So war in etwa der Grundton unseres Geschichts- und Politiklehrers Mitte der 80er in Süddeutschland, wenn es um DDR und Ostblockstaaten ging.

Von einem exzellenten Kita-system hat uns keiner was erzählt.

Kommentar von Woropa ,

Da hast du ja echt ein grossartiges Gedächtnis, wenn du das noch alles so genau weisst. Als Ossi muss ich dir sagen, das dein Lehrer mit den meisten Sachen Recht hatte, auch wenn mich der Begriff "schlimmer als feindliches Ausland" ein bisschen erschreckt hat.  Und so viele Stasispitzel gab es wohl bei weitem nicht, als Normalbürger merkte man eigentlich kaum was von der Stasi, wenn man so clever war und seine private Meinung für sich behalten hat.

Kommentar von chog77 ,

Ich fand das auch krass - deshalb ist es hängen geblieben.

Hängen geblieben ist auch ein Ausflug an den gut befestigten Zaun - bei Tann in der Rhön mit meinen Eltern, die auf aufgeklärte politische Bildung und Diskussionskultur wert legten. Ich war glaube ich 12 und ich fand es total schlimm das Dorf auf der anderen Seite zu sehen und zu wissen, das da drüben ist auch Deutschland und ich werde niemals die Leute da drüben treffen können. Gut das "nie" doch nicht so lang war und ich ein paar Jahre später Nudossi, Thüringer Bartwürste und so manchen Ossi kennen und schätzen lernen durfte.

Antwort
von ES1956, 42

Zu meiner Schulzeit, (bis 1972 in Bayern) wurde die Rechtmäßigkeit des DDR-Staates noch nicht anerkannt. Im Atlas war das Gebiet noch mit SBZ Sowjetische Besatzungs Zone gekennzeichnet.

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