Jariel am 10.04.2009 um 23:41 Uhr
Der Lohn besteht dann zB. aus 20% Geld und die restlichen 80% aus einem dementsprechenden Anteil von Aktien des Unternehmens. Die Mitarbeiter können dann ihre Aktien weiterverkaufen oder sie behalten und Dividende etc. kassieren. Vorteile wären zB. Mitarbeitermotivation, ständig wachsendes Eigenkapital des Unternehmens etc.
Was wären Nachteile? Wäre so ein Unternehmen gesetzlich erlaubt?
Ist das eine rethorische Frage? bezieht sie sich auf ein Denkmodell? Dann ein klares "Nein danke", solange keine konkreten Daten gegeben werden. Abstrakt ist die Frage wenig sinnvoll.
Denken Sie aber eine konkrete Firma, dann sehen Sie bitte, dass auf Vorstandsebene solche Modelle (nicht gerade diese %-Zahlen) nicht unüblich sind. Sie heißen "Aktienoptionen" und betreffen den Bonusbereich. Auch in Genossenschaften und "bergrechtlichen Gewerkschaften" (nicht mehr existierende Gesellschaftsform) wurden im Prinzip ähnliche Entlohnungsmodelle (andere %-Zahlen) realisiert. In der heutigen, arbeitsteiligen Industrie ist das Modell nur schwer vorstellbar.
Vor ca 30-35 Jahren war es modern unter etwas "links" gestrickten Jungakademikern sogenannte "cooperative" Unternehmen (oft Ingenieurbüros, Unternehmensberatungen, etc.) zu gründen. Motto: "Wir haben uns alle gern, sind alle fleißig und teilen alles was wir haben, verdienen, etc" Nach meiner Beobachtung extieren davon heute nur noch sehr wenige Unternehmen, aber dann als normale GmbH. Der Grundgedanke "alle sind gut, gleich und fleißig" hat sich verflüchtigt. Geblieben ist die Realität des Alltags: "Der Mensch ist, wie er ist!" Das Modell ein idealistischer Traum.
Kurze Gegenfrage: Könntest Du davon leben wenn Dir von 1000 Euro Netto nur 200 Euro in Bar ausgezahlt werden? Und während Du die Aktien versuchst Du verkaufen, die Aktien im Wert von 800 Euro am nächsten Tag nur noch 100 Euro wert sind? Nein? OK, dann bist Du langsam auf dem richtigen Weg.

Was würde geschehen, wenn z.B. 3000 Mitarbeiter versuchen, am 1. eines jeden Monats, ihre Aktien zu verkaufen? Und je nach Wert gleich 300 Stück oder so? Wer soll die alle kaufen? Angebot und Nachfrage regeln den Markt... Keine Nachfrage, kein Essen auf dem Tisch? Kann auch keine Miete gezahlt werden.. Geht nicht auf, denk ich...
Nachteile ?
Aktien kann man nicht essen und der Vermieter will sie vermutlich auch nicht haben ...
Ja, und wenn die Aktien alle sind, werden einfach neue gedruckt...
Bissl infantil, der Gedankengang.
DH