Frage von Neutralis, 116

Was würdet ihr euch von der heutigen Politik wünschen?

Damit meine ich nicht eure Meinung zu einen bestimmten Thema wie z.B. Flüchtlingen, ich rede hier von Ideen, wie man die Politik verbessern könnte. Beispielsweise mit Volksabstimmung und Ähnlichem. Vielen Dank für alle Antworten.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 27


...ich rede hier von Ideen, wie man die Politik verbessern könnte. Beispielsweise mit Volksabstimmung und Ähnlichem.

"Die Politik" - dieser Begriff ist viel zu schwammig!

Denn Politik wird, da wir einen föderalen Staat haben, auf verschiedenen staatlichen Ebenen gestaltet: in den Kommunen, den Bundesländer und im Bund.

Wenn vorgeschlagen wird, dass man die Politik durch "Volksabstimmung und Ähnlichem" verbessern könnte, dann muss ich feststellen, dass das bereits geschehen ist. In allen Kommunen und allen Bundesländern gibt es die Möglichkeit von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden.

Die bisherigen Erfahrungen mit diesen Instrumenten direkter politischer Mitwirkung des Volkes sind durchwachsen. Gerade der Wille der Bürger, sich für diese Art der politischen Mitwirkung zu engagieren oder wenigstens in großer Zahl an den Entscheidungen durch Stimmabgabe teilzunehmen, lässt sehr zu wünschen übrig. Daher ist es gut, dass es auf Bundesebene, wenn die Bürger schon in Belangen ihrer Kommunen oder Bundesländer nur geringe Interessen entwickeln, keine direktdemokratischen Entscheidungsbefugnisse gibt, die für ganz Deutschland Konsequenzen hätten. Der sog. Brexit belegte kürzlich, welche fatalen Entscheidungen eine Minderheit aller Wahlberechtigten mit erheblichen negativen Konsequenzen für das ganze Land treffen können.

Günstig für die weitere Entwicklung unserer Demokratie wäre ein stärkeres politisches Engagement der Bürger. Würden sie sich mehr in die Politik einmischen, in Parteien eintreten, neue Parteien gründen, um auf diese Weise Politik mitzugestalten und mitzubestimmen, dann wäre viel gewonnen. Stattdessen gehen immer mehr Bürger dazu über, an Stammtischen oder in Netzwerken ihren Unmut kundzugeben und den demokratischen Wahlen fernzubleiben. Stattdessen erhalten extreme und in erheblich geringerem Umfange ziemlich seltsame Parteien Zulauf, die wahrlich keinerlei politische Alternativen für Deutschland darstellen. Man mag viel über unsere Politiker klagen und ihnen Vieles an Mängeln bzw. Unfähigkeit vorwerfen, aber sie sind doch nur Repräsentanten des Volkes. Wenn das Volk in zunehmendem Maße die Werte unserer Demokratie nicht mehr kennt und beachtet, sich mit unserer Verfassung nicht mehr identifiziert, ihre grundlegenden Bestimmungen nicht mehr begreift, demokratische Rechte und Möglichkeiten, die jeder Bürger hat, nicht mehr kennt, dann sollte es nicht verwundern, wenn auch unsere Politiker in den Parlamenten menschliche und demokratische Werte immer weniger verinnerlichen, sich in der Erfüllung ihrer politischen Aufgaben davon immer seltener leiten lassen und sich eher um den Eigennutz als den Gemeinnutz kümmern. Das machen die Reichen in unserer Gesellschaft nicht anders als die Mittelschichten und auch das sog. Prekariat.

Kurz: Nicht in der Politik oder in der Ausgestaltung unserer freiheitlichen Demokratie bedarf es Änderungen oder Verbesserungen, sondern das Übel muss an der Wurzel angepackt werden: ein Mentalitätswandel der Bürger ist notwendig, die sich wieder mehr freiheitlichen und gemeinnützigen Werten sowie demokratischem Engagement zuwenden müssen. Eine Demokratie, die kein Bürger mehr aus Egoismus und Gleichgültigkeit mit Leben erfüllen will, stirbt!

MfG

Arnold






Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 14

Was würdet ihr euch von der heutigen Politik wünschen?

Schlicht und einfach nur eines: Transparenz. Vollständige Offenlegung ALLER Handlungen, die im vorgeblichen "Auftrag des Wählers" geschehen. 

Damit würde die politische Kaste sich selbst überführen. Deshalb braucht es nicht mehr, als diese kleine Sache.

Antwort
von Kunfilum, 34

1. Kleinere Parteien sollen mehr in die Politik miteingebunden werden - obwohl da vermutlich eher die Bürger gefragt sind.

2. Bildung. Klar gibt's das schon im großen Maße, aber ich meine eher politische Bildung, sodass die Leute wenigsten wissen was oder wen sie wählen.

Antwort
von Schnoofy, 54

Ich würde mir mehr Ehrlichkeit und Transparenz wünschen und weniger "Diplomatensprech".

Kommentar von SafeG ,

Das mit der Ehrlichkeit und transparenz ... daraus wird leider nix

Antwort
von soissesPDF, 7

Die Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft.

Wirtschaft und Wohlstand muss man zusammendenken.
Rekordgewinne für die Wirtschaft und Niedriglöhne für die Bürger schafft keinen Wohlstand.

Antwort
von socialchiller, 69

Ich bin froh so wie es ist. Der einzige Punkt den ich bemängeln kann ist der, das die Bürokratie zu lange braucht. Viele Dinge brauchen 100 Stempel und Unterschriften und Beantragungen und Fristen etc. Das dauert manchmal zu lange...

Volksabstimmungen finde ich persönlich sehr schlecht. Es gibt in unserem Volk leider zu viele Menschen die, meiner Meinung nach, nicht dazu geeignet sind irgendetwas politisch wichtiges abzustimmen. (Bestes Beispiel: Brexit....die Briten haben sich durch ihre Dummheit ihr eigenes Verderben bereitet....)

Kommentar von karapus001 ,

Volksabstimmungen finde ich persönlich sehr schlecht. Es gibt in unserem
Volk leider zu viele Menschen die, meiner Meinung nach, nicht dazu
geeignet sind irgendetwas politisch wichtiges abzustimmen

Dies kann aber manchmal in den Keller gehen... z.b. die ganze Flüchtlingssache. Die Politiker haben ohne Volksabstimmung die Flüchtlinge hierher gebracht und nun haben sie gemerkt, dass es viele Probleme gibt >>> Wollen Gesetze verändern. Da wäre das Volk nicht dumm, sondern die Politiker.

Zudem hat der normale durchschnittsbürger bisschen mehr Ahnung in der "realität". Beispielsweise das mit Rente... Die Politiker wollen die Rente nun sogar ab 70 Jahren. Wie soll da bitteschön ein Handwerkerberuf z.b. jemand der auf einer Baustelle arbeitet, bis 70 Jahren dort überleben? Allgemein kommt noch dazu, dass die Chefs wahrscheinlich die älteren Menschen von den Handwersberufen entlassen werden ( keine Leistung mehr von den älteren Menschen ) und diese müssen dann Hartz IV beantragen , weil sie keiner mehr nehmen würde für eine normale Arbeit. Dies wäre wieder dann ein Minus für die Staatskasse.

Und Brexit müssen wir abwarten. Die Meinungen von verschiedenen Experten interessiert mich nicht. Die sprechen eh sowieso meistens Müll. Der eine Experte sagt dies, der andere dies und jenes.... Und Expertenantworten sind auch nicht immer richtig. Damals konnten beispielsweise kaum irgendwelche Experten vorhersagen, dass die UDSSR zusammenbrechen würde oder es eine Wiedervereinigung geben wird.

Kommentar von OlliBjoern ,

Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen, insofern ist eine Anhebung des Rentenalters durchaus logisch (natürlich wird es mir später auch so gehen, dass ich mir einen früheren Renteneintritt wünschen würde, aber man muss ja auch mal die Realität sehen).

Dass das nicht unbedingt für Handwerksberufe gelten sollte, da stimme ich zu. Die meisten Leute arbeiten jedoch heute gerade nicht auf einer Baustelle, sondern in Büros (mehr als früher).

Der Durchschnittsbürger sieht die Realität in seinem eigenen Umfeld (und meist zu seinem eigenen Vorteil). Das ist schon ok, aber es ist nun mal so, dass er oft wenig Sinn "für das große Ganze" und die größeren Zusammenhänge hat.

Schau dir mal die Durchschnittsbürger in der Türkei und in Russland an. Sie sind für Erdogan oder Putin. Würdest du da sagen, dass dies weit gedacht ist?!

Antwort
von Fielkeinnameein, 5

Hallo,

ich würde mir eine Politik wünschen von der der Großteil der Bevölkerung profitiert aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

Mfg

Antwort
von CelinaxBam, 59

Also ich lebe in einem Dorf und gehe in der Nebenstatd zur Schule und wir haben Sprachlernklassen in der Schule.

Ich würde es gut finden so in Paar Städten kostenlose SprachlernSchulen 

Zu machen für Flüchtlinge.

Der größte Teil kann ja nicht mal English und dann kommen sie hier garnicht mehr zurecht

Antwort
von soissesPDF, 18

Hast schon versucht Zahnpasta in die Tube zurückzudrücken?
Keine Chance, was es heute gibt ist das Ergebnis neoliberaler Politik.

Einen Fehler ungeschehen machen, geht nicht.
Der Kelch wird bis zur Neige gelehrt werden müssen.

Die SPD gehört in den Orkus der Geschichte, genug ist genug, mit der Agenda 2010 habe die den Vogel vollends abgeschossen.
Die CDU wird ihr folgen, Wirtschaftshörigkeit ist keine Politik.

Was dem folgt, das sehen wir dann.

Antwort
von karapus001, 35

Damit die Politik mehr in die Zukunft schaut. Ich habe nämlich auch das Gefühl, dass die Poltiker immer aktuelle Probleme lösen wollen, die Zukunftsnahen aber nicht.

Antwort
von zippo1970, 42

Eine Idee, wie wir in 50 Jahren leben wollen, und in welche Richtung unsere Gesellschaft gehen soll.

Ich habe den Eindruck, unsere Politiker reagieren nur noch auf aktuelle Probleme, entwickeln aber keine nachhaltigen, und zukunftsträchtigen Pläne für unsere Gesellschaft.

Rente, Gesundheit, Integration, demographischer Wandel, Globalisierung, Verschiebung der Macht- und Wirtschaftsverhältnisse in der Welt, Anstieg der Weltbevölkerung, Umweltprobleme, Klimawandel......usw.

Wie wollen wir als Gesellschaft in Zukunft leben? Wie können wir leben? Und was ist zu tun, um das zu erreichen?

Da würde ich mir mal eine Antwort der Politik wünschen.

Kommentar von Neutralis ,

Würdest du dir also von einer neuen Partei wünschen, dass die in ihr Wahlprogramm einen kompletten Punkt zum Thema "Zukunft" hat ? Ich finde das sehr gut, das würde den momentan Parteien, die eher probieren Angst zu machen entgegenwirken und den Leuten ein Gefühl der Sicherheit geben.

Kommentar von zippo1970 ,

Ich würde mir eher wünschen, dass man Überparteilich Zukunftskonzepte entwickelt, und auch eine gesellschaftliche Diskussion anstößt, in welche Richtung, sich unsere Gesellschaft, in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll, und wie man das erreichen kann.

Von "neuen" Parteien halte ich nicht viel. Da erwarte ich keine Antworten. "Neue" Parteien müssen sich erst mal selbst finden, und ihre "Flügelkämpfe" austragen, damit sie wissen wo sie als Partei selbst stehen.

"Neue" Parteien müssen erst mal eine Vision für sich selbst entwickeln. Wie sollen sie dann eine realisierbare Vision für unsere Gesellschaft erarbeiten?

Antwort
von BTyker99, 21

- Direkte Demokratie

- Abschaffung der 5%-Hürde, da ich es unfair finde, dass viele Stimmen einfach in der Mülltonne landen.

- Verpflichtung, dass Wahlversprechen eingehalten werden.

- Möglichkeit, Personalentscheidungen per Volksbegehren rückgängig machen zu können (um z.B. Politikern, die ihren Doktortitel gefälscht haben, entfernen zu können).

Kommentar von NickelPump ,

Sag mal hast du dich mal in irgendeiner Weise mit dt. Geschichte auseinandergesetzt? dann würdest du vllt. merken wie hirnrissig dein Vorschlag zur Abschaffung der 5% wäre...

Kommentar von BTyker99 ,

"Ziel dieser Sperrklausel ist es, eine Konzentration der Sitzverteilung herbeizuführen, um stabile Mehrheiten zu fördern und eine Zersplitterung der Volksvertretungen durch kleine und Kleinstparteien und den damit verbundenen internen Konflikten entgegenzuwirken.[22] Eingeführt wurde sie nach den Erfahrungen der Weimarer Republik, um der möglichen Unregierbarkeit durch Parteienzersplitterung entgegenzuwirken. Die Fünf-Prozent-Hürde gilt als umstritten. Kritiker meinen, sie widerspreche dem Gedanken der Demokratie und dem Grundgesetz (Art. 38 Abs. 1 GG), nach dem jede Stimme den gleichen Wert haben muss." - Wikipedia.

Aus genau diesem Grund finde ich das undemokratisch. Wenn du es lieber undemokratisch magst, akzeptiere ich deine Meinung.
Mir ist es relativ egal, das Deutschland in der Weimarer Republik dadurch "geschwächt" wurde, falls du das meinst.

Kommentar von socialchiller ,

Nur mal um das zu veranschaulichen. Wenn du so viele kleine Splitterparteien im Bundestag und in den Landtagen hättest, dann würde man in Deutschland überhaupt nichts mehr entschieden bekommen. Da wären so viele Unterschiedliche Stimmen und Meinungen unterwegs, das die Mühlen Deutschlands noch langsamer mahlen als sie es ohne hin schon tun...

Antwort
von NewKemroy, 24

Ideen-Pakete wählen, anstatt Personen. Also, um weg zu kommen vom Personenkult und den Sprücheklopfern. Wenn das technisch möglich wäre, fände ich eine Anonymisierung der Politiker auch nicht schlecht.

Antwort
von Sommerblabla, 34

Ich würde weniger die Politik verbessern wollen sondern das Volk:
- mehr Toleranz
- mehr Gerechtigkeit
- mehr Offenheit
- mehr Nächstenliebe
- mehr Kommunikation
- mehr Interesse an unbekanntem
- mehr Zusammenhalt
- mehr Zivilcourage
- usw.

Dann klappt das auch mit der Politik :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community