Frage von Jacko2015, 28

Was würdet ihr euch verhalten?

guten abend ,

ich habe letztes jahr in einem vercharterungsunternehmen angefangen zu arbeiten. Im mai war ich noch auf 30h angestellt mit einem brutto von 1250 €. ab juni wurde der vertrag geändert auf 40h mit einem brutto von 1600 €. ich fahre einen firmenwagen ( listenpreis 19800 €) der auf 1% auf mein brutto auggeschlagen ist. mein gesamtbrutto mit firmenwagen ergibt somit 1976,20 €. somit bleiben mir netto im monat ca. 1050 €. Als ich auf 40h hochgestuft wurde gab es eine veränderungsmitteilung zum arbeitsvertrag in dem stand das mein festbezug von 1250 € auf 1976,20 € raufgesetzt wird. Frage: hat mein chef sich nun selbst ein bein gestellt wenn es zum streitfall kommt ? in den 1976,20 € ist ja der firmenwagen mit drin den er doch eigentlich rausrechnen müsste. Oder ???

mein chef hat mir für jegliche art von auslagen (Benzin, Büromaterial, Werkzeug u.s.w.) keine kasse eingerichtet. somit bin ich , um meine arbeit zu machen immer wieder gezwungen an mein nettoverdienst zu gehen und dieses auszulegen. meine auslagen ergeben mal um die 300-400 €. am ende eines monats gebe ich die belege ab und bekomme die ausgelegte summe wieder ( leider eventuell ) Frage : Ist das rechtens ???

desweiteren fahre ich für die arbeit auf messen. bin dann manchmal 1-2 wochen ausliegend. muss er spesen zahlen ??? was ist mit den wochenenden die auf den messen ja auch gearbeitet wird ( vertraglich werden überstunden durch freizeit ausgeglichen)

was kann ich tun ??? kann ja nicht mal mit meinem chef reden aus angst gekündigt zu werden. Obwohl ich besser fahren würde wenn ich mir an meinem wohnort arbeit suche und auch finden würde.

vielen dank für eine antwort

Marlen

Antwort
von Lucky13, 11

Wenn bei der Änderung des Arbeitsvertrages auf die 1976,20 € im Monat der Firmenwagen nicht aufgeführt ist, dann ist dies Dein Lohnanspruch ohne Firmenwagen - die 1% Regelung ist eine Vorgabe des Finanzamtes und hat mit dem Lohn überhaupt nichts zu tun!

Auch dass Du die Kosten für das Fahrzeug vorfinanzieren musst ist bedenklich - verlange eine pauschale Vorauszahlung von ungefähr 70% oder eine Firmenkreditkarte - Abrechnung zum Monatsende mit Vorlage der Belege - diese jedoch vorher kopieren bevor Du diese übergibst - Du hast sonst keinen Nachweis über Dein Geld! Wenn Du dieses nicht erhältst, eine Mahnung schreiben mit Fristsetzung zum Bezahlen (14 Tage), ansonsten über das Arbeitsgericht einfordern - kann direkt auf dem Arbeitsgericht eingereicht werden auch ohne Anwalt!

Bei den Spesen für Auswärtstätigkeit: Gilt ein Tarifvertrag - wenn ja, dort nachlesen, ansonsten sämtliche Tage mit den Arbeitsstunden notieren (würde ich in jedem Fall machen schon wegen der Überstunden) und dann kannst Du diese Tage beim Steuerausgleich mit erhöhtem Verpflegungssatz geltend machen und erhältst über das Finanzamt Deine Spesenauslagen zum Teil ersetzt.

Wie willst Du Deine Überstunden abfeiern wenn Du nicht weisst wieviele Du gemacht hast - auch hier unbedingt die geleisteten Stunden mitschreiben und dann geltend machen - das Arbeitszeitgesetz schreibt vor, dass im Durchschnitt von 26 Wochen nur 8 Stunden täglich gearbeitet werden dürfen - alles andere ist ungesetzlich und für einen gearbeiteten Sonntag steht Dir ein ersatzweiser freier Tag innerhalb von zwei Wochen zu!

http://dejure.org/gesetze/ArbZG

Wenn Du Dich nicht mit Deinem Chef reden traust, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Sich weiterhin alles gefallen lassen und murren oder sich dagegen wehren - wenn Du in einer Gewrkschaft bist dann helfen Dir diese dabei! Die dritte Möglichkeit hast Du schon selbst aufgeführt: Such Dir einen anderen Job! Alles Gute!

Kommentar von Nightstick ,

Bereits die Zahlen im ersten Absatz der Frage können nicht stimmen, denn danach wäre schon die Umrechnung des Gehalts auf die erhöhte Stundenanzahl zu Ungunsten des Mitarbeiters falsch berechnet.

Ohne genaue Angaben bzw. Einsicht in die Gehaltsabrechnung kann man hier keinen vernünftigen Rat erteilen, zumal im Verhältnis zwischen Arbeitnehmer zu Arbeitgeber einiges im Argen zu liegen scheint.

Ich rate dem Fragesteller, sich an eine Person zu wenden, die sich mit personellen Dingen auskennt, um eine individuelle Strategie zu entwickeln, die vorhandenen Unklarheiten zu beseitgen.

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