Frage von Rekkarma, 143

Was würde passieren, wenn in Deutschland die Kirchensteuer abgeschafft würde?

Brauche das für eine Reli-Ex.

Herausgepickt habe ich schon, dass die Kirche viele Dienste und Einrichtungen nicht mehr anbieten könnte bzw. dass diese dann der Staat übernehmen müsste und sich das Geld ggf. durch Steuererhöhungen von allen Bürgern wieder holen würde, nicht nur von den Kirchenmitgliedern.

Was fällt euch noch so ein?

Vielen Dank!

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Antwort
von Daoga, 74

Es gibt eine Menge Links, in denen die Behauptung, daß die Kirchensteuer für soziale Dienste (Kindergärten, Pflegeheime etc.) unverzichtbar sei, widerlegt wird, Du brauchst nur mal googeln. Tatsächlich zahlt der Staat schon heute bei den meisten Diensten zwischen 80 % (Kindergärten) und 100 % (kirchlich geführte Krankenhäuser), und die Kunden, also Eltern und Patienten, bekommen da genauso ihre Rechnungen, als gingen sie in staatliche Einrichtungen, für die ist nichts umsonst. Außerdem bekommen die Kirchen für viele Leistungen die Kosten "hintenherum" vom Staat wieder erstattet, und der Staat übernimmt auch viele Zusatzleistungen für die Kirchen, er treibt (gegen eine Aufwandentschädigung) die Kirchensteuer über die Finanzämter ein und übernimmt z. B. die Bischofsgehälter, das geht alles auf ein sogenanntes Reichskonkordat zurück, das im Jahr 1933 abgeschlossen wurde und bis heute gültig ist (googeln!). Die Behauptung mit den angeblichen Steuererhöhungen ist also falsch. In fast allen anderen Ländern gibt es übrigens keine Kirchensteuer wie in Deutschland, und doch kommen die Kirchen dort klar, nach Meinung gar nicht so weniger Kirchenmitglieder wäre eine Abschaffung auch in Deutschland sogar besser, weil sich die Kirchen dann mehr anstrengen müssen, um ihre "Kunden" sprich Schäfchen zufriedenzustellen.  

Antwort
von berkersheim, 36

"Daoga" liegt richtig - darum DH. Die Kirchen verdienen mit ihren sozialen Diensten, d.h. ohne Kirchensteuer würden die sogar zunehmen, weil sie ihre Finanzierung über diesen Weg verstärken müssten. Den Erhalt denkmalgeschützter Bauten hat eh der Staat übernommen. Was sich ändern würde und müsste, wäre der Umgang der Kirchen mit ihren Gläubigen. Da würden manch hohe Rosse abgesattelt. Die Kirchen würden wieder "volksnäher" und müssten ihre realitätsfremde Ausbildung von Pfarrern wie auch die Frage des Zölibats (von den meisten Gläubigen abgelehnt) neu bewerten. Das steht den Kirchen auch in Zukunft trotz Kirchensteuer ins Haus. Erst recht, wenn ihnen von einem erstarkenden Islam religiöse Konkurrenz erwächst. Da ist noch einiges offen.

Antwort
von kevin1905, 44

Ich würde feiern!

Kirchen können ihre sozialen Einrichtungen und Dienste über Spenden finanzieren. Spenden von Leuten die freiwillig Mitglied bei ihnen sein wollen.

Erbringt ein kirchlicher Träger Pflege-Leistungen nach SGB XI, so werden diese aus der Pflegekasse oder eben aus privaten Pflegeversicherungen bezahlt.

Das Argument ist vorgeschoben.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Da würden wohl einige Gläschen Wein oder andere Getränke in Häme oder Freude getrunken werden. Sprich Du bräuchtest nicht einmal allein feiern!

Antwort
von Ysosy, 60

Es würde sich „fast“ nichts ändern. Lediglich das Logo der Hilfsorganisation. Wenn der Staat diese Hilfe übernimmt, wird es sogar günstiger für die Allgemeinheit. Die Kirche Wird von Jahr zu Jahr reicher und Bunkert mehr Geld als man sich vorstellen kann. Alleine das Kölner Bistum hat rund 3,5 Milliarden Euro. Wäre diese Summer in der Öffentlichen Hand müsste man Nachweisen für was es verwendet wird und ob es verwendet wird.

Antwort
von Anthropos, 23

Wenn Deutschland die Kirchensteuer abschaffen würde, würde wahrscheinlich nicht viel passieren. Abgesehen davon, dass der Staat verarmen würde. Der Staat muss der Kirche Geld geben.

Kommentar von kevin1905 ,

Wegen Abkommen aus napoleonischer Zeit. Diese könnte man einfach mal aufkündigen.

Es ist mit meinem Rechtsverständnis in keinster weise vereinbar, dass ein Staat eine Kirche subventionieren muss oder gar sollte.

Es ist eine Diskriminierung gegenüber Anders- und vor allem Nicht-Gläubigen.

Antwort
von Joneson, 40

Interessant was im Unterricht so behauptet wird. Tatsächlich wird die Kirche schon vom Staat mitfanziert, es ist also so das jemand der keine Kirchensteuer zahlen muss über andere Steuern die Kirche bereit mitfanziert.

Vermutlich wären die sozialen Einrichtungen die die Kirche anbietet ziemlich schnell am Ende. Oder es werden demnächst wieder Briefe verkauft um die Zeit der Sünder im Fegefeuer zu verkürzen

Antwort
von Nadelwald75, 13

Hallo Rekkarma,

mal zwei Fakten:

- Der Staat ist seit 1806 (Reichsdeputationshauptschluss) und den nachfolgenden Konkordaten verpflichtet, an die Kirchen zu zahlen.

- Kirchensteuer bezahlt aber nur, wer einer Kirche angehört.

Das würde heißen: Wenn die Kirchensteuer abgeschaftt würde, dann käme der Staat aber nicht aus seiner Verpflichtung heraus, weiter an die Kirchen zu zahlen. Nur würden dann alle, also auch die "Nicht-Kirchlichen", mit bezahlen, da das dann aus dem allgemeinen Steuertopf geht.

Antwort
von zehnvorzwei, 56

Hei, Rekkarma, es gibt viele Aspekte: Die deutschen Kirchen (die beiden großen christlichen) gelten dank der Kirchensteuer als die reichsten der Welt. Sie wären auf die Spenden ihrer Gläubigen angewiesen, was zu einem drastischen Einnahmeverlust und die Schließung zahlreicher kirchlicher Einrichtung und die Entlassung von viel Personal führte. Die kirchlichen Bauten gewännen einen 'morbiden Charme' wie die in Italien und Frankreich etc.etc.

Aber bzw. und: Die Kirchen schrumpften sich gesund auf den Kern der Gläubigen, die in Treue  und Opferbereitschaft zu ihrer Religion stünden und als Christen beispielgebend sein könnten für die vielen, die am realexistierenden Christentum von heute zweifeln. 

Und so. Grüße!

Antwort
von villaberger, 17

Die Kirchensteuer wird verwendet auch für die Bezahlung der Priester. Auch sie bekommen einen Lohn und er ist ein Beruf wie jeder andere. 

Antwort
von Lulu1920, 44

Du kannst mal eine Gegenfrage stellen. Die Moslems (weiß ich jetzt nur von den Türken) zahlen an die Mosche 50€ im Jahr. Dafür werden für die Personen in der Türkei die Beerdigung und Grab bezahlt. Warum kann so ein Dienst nicht auch Deutschland anbieten? Bei uns ist eine Beerdigung sündhaft teuer und meistens kann das nicht einmal mehr alleine der Verstorbene zahlen (vorausgesetzt er hat eine Versicherung dafür abgeschlossen gehabt) sondern die Hinterbliebenen.

Kommentar von Daoga ,

In der Türkei sind Begräbnisse vermutlich insgesamt billiger, wo meist mehr Platz in Friedhöfen ist als im streng reglementierten Deutschland und keine Sargpflicht herrscht (allein diese Teile kosten ein Schweinegeld, und warum soll man gutes Holz für Särge verplempern, wenn die doch dann eh nur verbrannt werden oder im Boden vermodern?)

Antwort
von josef050153, 10

Es würden weniger Protzbauten wie in Limburg gebaut.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community