Frage von Zebbinho, 32

Was würde passieren, wenn es morgen einen Roboter gäbe, der (wirklich) alles kann?

Angenommen morgen früh verkündete ein Forscher, dass er einen Roboter erfunden hat, der alle Aufgaben übernehmen kann, die Menschen heute erfüllen (rein hypothetisch). Mit Sonnenenergie, geringem Rohstoffverbrauch, keine Emmisionen und allem drum und dran. Würden Wir dann alle im Paradies leben, weil jeder seinen persönlichen Roboter hat, der für einen arbeiten geht? Würde nur die Elite diese Roboter nutzen und auch noch der westliche Mensch überflüssig und verarmen? Würden wir endlich unseren Hass überwinden, weil eigentlich niemand mehr etwas abgeben oder verlieren würde? Wäre es die Erlösung oder der Untergang der Menschheit?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von frederick, 11

Gut, ich nehme die Fiktion mal auf.

Ein solcher Roboter wäre (zunächst einmal) sehr teuer. -> Gordon94, aber auch -> Gwennydoline!

Selbstverständlich würde der militärisch genutzt, egal wie teuer die Dinger sind. Der Preis würde lediglich darüber bestimmen, wie viele für militärische Zwecke angeschafft würden. Die Amerikaner ließen daraus einen Alleskönner machen, der ein Höllengeld kostet – aber es müssten keine Soldaten mehr eingesetzt werden bei heiklen Missionen im Feindesland. Die Europäer würden darüber beraten, was man alles an Funktionen weglassen kann, damit er erschwinglich bleibt; dann würde man einsehen, dass er seine Zwecke nicht erfüllt – und entweder wieder davon lassen, nachdem man sich mit der Industrie auf Milliardenabfindungen geeinigt hätte… oder bedingungslos aufstocken, im Gegenzug aber die Stückzahlen runterschrauben, was wiederum den Stückpreis hochdreht. :-)

Seine Verbreitung in der Industrie wäre ebenfalls allein vom Preis abhängig. Andererseits sind zweckorientierte Roboter in den meisten Fällen hinreichend und billiger, so dass er nur für Spezialanwendungen Verbreitung fände, wo man bisher auf die Vielseitigkeit und spontane Entscheidungsfähigkeit des unmittelbaren Einsatzes von Menschen nicht verzichten konnte. – Nur wenn eine extreme Massenproduktion die Kosten bodenlos in den Keller fallen ließe, gäbe es eine Massenverbreitung, die es überflüssig machte, sich als Unternehmer überhaupt noch mit dem „Unsicherheitsfaktor Mensch“ herumzuschlagen.

Die private Anwendung wäre ebenfalls kostenabhängig, fände also Verbreitung in der dünnen Oberschicht , evtl noch im gehobenen Mittelstand, wenn sehr erschwinglich. Alles andere anzunehmen wäre wohl utopisch.

Aber: utopieren wir mal… TCM macht den Anfang, gibt in Myanmar (China ist längst viel zu teuer!) 250.000 Stück davon in Auftrag – und lässt so die Dämme brechen. Nach nur 2 Tagen gibt es in den Tchibo-Läden nicht mehr einen einzigen. Kurzfristig schnellen die ebay-Preise nach oben, aber TCM legt schnell nach. Und dann kommen auch andere Anbieter daher, die diese Dinger billig herstellen lassen – und also auch billig anbieten können. Langlebig ist keiner von den spotpreisigen Robotern… aber es sind schöne Spielzeuge für jedermann, die so blöde Sachen wie Staubsaugen, das Treppenhaus wischen oder das Bad reinigen erledigen. Aber keines dieser Teile muss lange leben: Alle halbe Jahr gibt es eine kleine Innovation, alle 4 Jahre eine größere. Und so möchte durchschnittlich ohnehin niemand einen solchen Roboter haben, der älter als anderthalb Jahre ist. Modelle ab drei Jahren werden gesellschaftlich betrachtet zum Scham-Faktor.

Saturn und MediaMarkt freuen sich schon jetzt auf das große Geschäft. Und Zalando steigt endlich auch in den Technik-Markt ein, denn auch die wollen schreien vor Glück. Es wäre einfach dumm, das Geschäft allein amazon zu überlassen.

„New Economy“ wäre schon sehr bald jeder, der sich selbstständig macht mit einer gewissen Anzahl dieser Roboter, die nichts anderes tun, als die Roboter anderer Leute zu warten und zu reparieren.In kürzester Frist hätte (fast) niemand mehr irgendeine Arbeit (außer dieser besagten „New Economy“ eben), stünde aber zugleich auch kohlenstollentief in der Kreide bei x „Ganz-Leicht“- und „Schon-Gestern“-Verschuldungsinstituten. – Sehr schnell also spült eine Unmaße dieser Roboter zu Spottpreisen auf den Gebrauchtwaren-Markt oder gleich in die Zwangsversteigerung. Versteigern oder unter Druck verkaufen bringt aber keinen guten Preis – also bleiben alle Verschuldeten weiterhin verschuldet. Der Mensch beginnt wieder zu arbeiten, weil Inkasso-Drücker das Leben der Verschuldeten (also praktisch jeder) sehr unmittelbar bedrohen. Der Mensch beginnt also, sich billiger anzubieten, als die Roboter, verzichtet auf soziale Absicherungen, um unterbieten zu können – und kleine Terrorgruppierungen werden gezielte Anschläge auf freilaufende Roboter verüben.

Sehr schnell also werden wir lernen, unsere „brave new World“ zu hassen – und werden doch wie blöde dafür rackern, uns endlich einen der irgendwann nur noch hundsteuren, aber qualitativ sehr hochwertigen und langlebigen Roboter leisten zu können, der dann die ganze Arbeit daheim macht… damit wir noch mehr arbeiten können. – Und da jedermann keine Zeit mehr hat, lässt man sogar das abendliche TV-Glotzen vom Roboter erledigen.

Antwort
von Gondor94, 27

Die Roboter wären sehr teuer, sodass nur reiche Leute sich einen leusten könnten. In Forschung und Technik würde sich solch einer aber sicher gut einsetzen lassen.

Antwort
von Maliakhaleesi, 23

Ich würde mir kein Robert zulegen. Ich wüde mich Dann theoretisch ab morgen auf eine Apokalypse vorbereiten. Die Roboter entwickelen eine künstliche Intelligenz und bringen die Menschenheit um.
Oder es wird alles wie bei Walle sein. Die Menschheit wird dick und faul und wird sich um nichts mehr kümmern

Antwort
von nepp68, 3

Es wäre weder die Erlösung noch der Untergang der Menschheit. Es wäre wie bei jeder technischen Neuerung. Zuerst schaut das Militär ob man damit was anfangen kann. Bei einem humanoiden Roboter würden das Militär und die NASA sicher viele Einsatzzwecke find. Dann wird es teuer als Nobelspielzeug etabliert, jeder will es haben, aber die wenigsten können es bezahlen. Als nächstes kommt es dann in den Massenmarkt und überschwemnt uns. Jedes halbe Jahr ein neues Model. Die Alten will keiner mehr haben also werden sie in Länder verkauft, die weniger wohlhabend sind...
Die Menschen werden immer fauler und hängen überwiegend vor der Glotze, dem, PC, Tabet oder Handy ab. Durch die ungesundere Lebensweise (man braucht nicht mehr selbst zu kochen, also kann man noch mehr tolles Roboteressen vor der Glotze geniesen) werden die Menschen kränker, verdienen irgendwann weniger und können sich den Robi nicht mehr leisten. Spätestens wenn eine Reparatur fällig ist, müssen dann viele wieder alles selber machen und der Robiboom hat ein Ende.
Für mich gibt es als sinnvolle Einsatzgebiete NASA und Arbeiten bei denen eine hohe Gesundheitsgefährdung besteht. Das Militär fällt bei mir nicht unter sinnvoll.

Antwort
von max1949, 32

Die Roboter würden irgendwann merken (mit Künstlicher Intelligenz) , dass wir sie nur ausnutzen und so wird der Mensch aussterben. Denke ich.

Antwort
von Gwennydoline, 14

Er würde wahrscheinlich für militärische Zwecke eingesetzt werden :/

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