Frage von SplitterFX, 30

Was würde ohne die Chappuis Absorption passieren?

Die Chappuis Absorption ist dafür verantwortlich, dass der Himmel Nachts blau ist (oder?) was würde ohne diese Absorption passieren? Wäre es dann hell?

Antwort
von meterano7, 23

Hey, erstmal vorweg, wie kommst du mitten in der Nacht auf solche fragen? xD  Zur frage: hell wäre es nicht, da das Ozon nur bestimmte lichtwellenbereiche absorbiert, es in der nacht jedoch durch die abgekehrtheit der erdseite von der sonne dunkel wird. Ohne die absorption würden keine farben aus dem licht gefiltert werden. Bin leider kein physiker, aber denke mal dass der himmel dann a) eine art weißlichen farbton besäße oder b) durchsichtig wäre.

Kommentar von SplitterFX ,

Ich hab mit Islamophoben diskutiert, den Quran gelesen, einen Vers gelesen, dass Gott die Nacht verdunkelt, und hab mich dann an Physik gedacht, daraufhin an die Chappuis Absorption XD

Kommentar von meterano7 ,

...ok damit hab ich nicht gerechnet xD

Kommentar von SplitterFX ,

Ich weiß ;D

Expertenantwort
von uteausmuenchen, Community-Experte für Physik, 17

Hallo SplitterFX,

Die Chappuis Absorption ist dafür verantwortlich, dass der Himmel Nachts blau ist (oder?)

Nicht während der Nacht, sondern während in der Dämmerung. In vollständiger (astronomischer Nacht) ist der Himmel eigentlich schwarz.

Auch während der Dämmerung ist die Chappuis-Absorption aber auch nicht der einzige Faktor, der die Farbe des Himmels bestimmt. Wie tagsüber auch, macht die Rayleigh-Streuung den größten Anteil aus. (http://www.itp.uni-hannover.de/~zawischa/ITP/streuung.html)

Die Chappuis-Absorption wurde nachgewiesen, weil die gemessene Lichtintensität während der Dämmerung einige Prozent niedriger war als allein mit der Rayleigh-Streuung berechnet. Entsprechend - und das als Antwort auf Deine Frage - wäre ohne Chappuis-Absorption der Himmel in der Dämmerung einige Prozent dunkler. Im Zenit wäre wohl auch die Farbe anders, eher grünlich bis grau. (https://www.usna.edu/Users/oceano/raylee/papers/RLee_O3_twilights_paper.pdf)

Grüße

Kommentar von SlowPhil ,

@uteausmuenchen

ein Hoch auf die Chappuis-Absorption! Mit ihr sieht der spätabendliche Himmel doch viel schöner aus, als es ohne der Fall wäre. Abgesehen davon, dass sie ein Zeichen einer intakten Ozonschicht ist. 

Übrigens habe ich die Beobachtung gemacht, dass an einem Sommermorgen, an dessen Vorabend der Himmel in ein tiefes Blau getaucht war, der Himmel eher blass wirken kann, heute morgen beispielsweise. Weißt Du, woran das liegen kann?

Kommentar von uteausmuenchen ,

@SlowPhil,

bin ich überfragt, ganz ehrlich.

Zunächst stell' ich mir natürlich die Frage, ob der Zusammenhang zwischen tiefem Blau am Abend und blassem Himmel am Morgen real oder "gefühlt" ist. ;-)

Beim blassen Himmel würde ich Schwebeteilchen in der Luft vermuten. Das kann Luftfeuchtigkeit sein, aber auch Luftverschutzung oder auch einfach mehr Schwebeteilchen nach längerer Trockenheit. Mit Schwebeteilchen tritt die Bedeutung der Rayleigh-Streuung zurück und die Mie-Streuung wichtiger wird. (http://www.allthesky.de/atmosphere/cf06skyband8-d.html)

Wenn Du jetzt den tiefblauen Abendhimmel auch bei eher längeren Trockenperioden beobachtest? Als Hypothese?

Grüße

Kommentar von SlowPhil ,

Soweit ich mich entsinnen kann, war vorgestern Abend nach Sonnenuntergang der Himmel von einem ziemlich satten, dunklen blau, und alles wirkte bläulich, die Blaue Stunde eben.

So etwas erlebe ich häufiger in einem Naherholungsgebiet, in dessen weiten, offenen Landschaften man eigentlich kaum meint, dass man sich immer noch mitten in einer Großstadt befindet.

Vor ein paar Tagen habe ich es bei Mondschein durchstreift und dabei den visuellen Eindruck mit dem bei Sonnenlicht aus ähnlicher Richtung verglichen.

Natürlich habe ich auch die Landschaft genossen. Denken und Empfinden geht bei mir durchaus Hand in Hand.

Gestern morgen wollte ich das zu einer anderen Tageszeit noch einmal erleben, aber ich kam zu spät: Ich bin noch im Dunklen hin, aber als ich da war, fing es schon an, hell zu werden, und es war keine Blaue Stunde, sondern der Himmel erschien eher blass und milchig als sattblau, und auch schnell ziemlich hell. Wolkenlos, übrigens.

Kann es sein, dass über Nacht mehr Dunst entsteht, der am Abend noch nicht da ist?

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