Frage von MrMcSauerkraut, 82

Was würde eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes der armen Gesellschaftsschicht bringen?

Der Staat könnte natürlich mit höheren Steuereinnahmen für eine gerechtere Umverteilung sorgen. Aber müsste man nicht neben einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes auch gleichzeitig die Steuersätze für Niedrigverdiener senken?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 6

Aber müsste man nicht neben einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes auch gleichzeitig die Steuersätze für Niedrigverdiener senken?

Nicht zwingend. Der Staat hat ja auch andere Aufgaben, als die reine "Umverteilung".

Feuerwehr, Polizisten, Krankenschwestern, Krankenhäuser, Lehrer, Schulen, Straßen, Hallenbäder, Freizeiteinrichtungen, ... es gibt Hunderte Stellen, an denen unendlich viel Geld fehlt. Und die Ausgaben an dieser Stelle würden ebenfalls allen Menschen, auch den Niedrigverdienern, zugute kommen.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Gut. Das führt uns zu der Frage, ob eine ungleichmäßige Umverteilung das zugrundeliegende Problem für die von Dir beschriebenen "hunderte Stellen, an denen unendlich viel Geld fehlt", ist!?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Nein, das sind - zumindest theoretisch - voneinander unabhängige Positionen.

In der Praxis verschiebt sich das allerdings. Beispielsweise durch "Steuer-Optimierungs-Modelle".

Insofern ist die korrekte Antwort auf deine Frage: "Ja, denn bei besserer Verteilung ist weniger 'Steuer-Schwund' zu befürchten, weil ärmere Leute traditionell (und notgedrungen) steuerehrlicher sind."

Antwort
von FragaAntworta, 40

Natürlich würde es Sinn machen, und auch für ein Stück Gerechtigkeit sorgen, wenn denen die haben genommen, und denen die brauchen gegeben wird. Allerdings was der Schäuble hat, gibt er nicht mehr her.

Antwort
von archibaldesel, 22

Ob das dann gerechter ist, darüber ließe sich streiten- Je steiler die Progression, desto unzufriedener diejenigen, die eh schon die Hauptlast tragen. Bereits heute hat ein Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen gut die Hälfte seines Bruttos an Abzügen. Ist es gerecht, wenn diejenigen grob von Januar bis Juli für andere arbeiten, und dann erst für sich? Wenn du die Abgabenquote nochmal erhöhst, ist das gerecht? Ist es ein Leistungsanreiz?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

85 % der Einkommensteuer wird von 25 % der Steuerpflichtigen bezahlt ......

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Ich spreche von keiner Steuererhöhung für diejenigen mit mittlerem Einkommen, was Du indirekt beschreibst, sondern von einer Steuererhöhung für "Superreiche", und eine steuerliche Entlastung für die ärmste einkommensteuerzahlende Gesellschaftsschicht.


Mein Gedanke war, dass eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes schön und gut sein mag, einkommensteuerzahlende geringverdienende Arbeitnehmer aber auch nicht entlastet, zumindest nicht direkt. Deshalb müsste man doch auch aktiv eingreifen, um diese Menschen zu entlasten, oder?


Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, die Spitzenverdiener sind in meinen 25% bereits enthalten .....

es ist nicht das Problem, dass die "Reichen" und "Gutverdiener" (der Meinung vieler Deutschen nach) zu wenig Steuern bezahlen. die bezahlen mehr als genügend Steuern.

Problem ist, dass in D ca. 30-40% der Steuerpflichtigen KEINE Einkommensteuer bezahlten aufgrund Harz4-Bezug oder zu geringen Einkommen.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Jetzt klingt es aber in Deinem Kommentar so an, also ob Hartz4-Bezieher und Verdiener mit zu geringem Einkommen, um Einkommensteuer zu zahlen, Schuld an dieser Misere wären.

Das die Schere immer weiter auseinandergeht, ist ja kein Geheimnis mehr. Und die Frage ist ja, warum viele Arbeitnehmer keine Einkommensteuer zahlen können.

Meiner Meinung nach, weil Unternehmen einfach ganz gerne solche Leute einstellen, um so zu sparen. Da bleiben dann auch Hartz4-Beziehende auf der Strecke, die nämlich nicht mehr gefragt sind, weil es zu teuer wäre, sie mit Sozialversicherung einzustellen. Währenddessen profitieren Manager von Boni und hohen Gewinnen. Dem gilt es doch entgegenzuwirken!?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

wo habe ich die Schuld an Harz4ler und Geringverdiener geschoben?

es ist TATSACHE.

in D herrscht ein großes Problem: jeder will Qualität von Mercedes, aber max. Fiat bezahlen (außer bei Pkw, da ist den meisten der Preis egal ...). wie soll das funktionieren?

warum verdienen Unternehmer viel Geld? weil sie a) Geld investiert haben und b) weil sie bereit sind, über einen längeren Zeitraum 70-80 Stunden die Woche zu arbeiten ....

ich kenne genügend Arbeitnehmer, die nach 38 Stunden alles fallen lassen und den Arbeitsplatz verlassen .....

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Wer 70 - 80 Stunden die Woche arbeitet, hat den Sinn des Lebens verfehlt-. Aber das ist meiner Meinung und eigentlich nicht Gegenstand der Diskussion.

Wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben habe, basiert der Wohlstand vieler Manager eben nicht nur auf Fleiß und Talent, sondern auch auf Glück und Ausbeutung einer nicht verhandlungsfähigen Gesellschaftsschicht.

Das grundsätzliche Problem, das hierdurch bezogene Geld zu horten, unter anderen auch durch Steuerflucht, sich daran zu freuen und dabei die Miseren der Armen zu ignorieren, ist dabei noch gar nicht benannt. Es ist leider gesellschaftlich akzeptiert, vor diesen Miseren die Augen zu verschließen.

Kommentar von archibaldesel ,

Aber doch nicht dadurch, dass man die wenigen, die jetzt schon die Hauptlast tragen, noch stärker belastet. Es ist doch sinnvoller, diejenigen, die wenig oder gar nichts bezahlen, in fair bezahlte Arbeit zu bekommen, als sie aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Es ist doch nicht Ausgabe des Staates den Lebensunterhalt seiner Bürger zu finanzieren.

Kommentar von archibaldesel ,

Ich habe es ja als Frage eingestellt. Man kann darüber streiten. Ich finde, dass der aktuelle Spitzensteuersatz von 42% schon recht hoch ist, zumal er bereits bei EUR 55.000,00  im Jahr anfängt zu ziehen.

Nochmal meine Fragen.

  • Ist es fair, einem Spitzenverdiener 70% seines Einkommens wegzunehmen?
  • Wird es Spitzenkräfte motivieren in Deutschland zu arbeiten?
  • Schadet ein solcher Steuersatz am Ende vielleicht allen mehr, als er nützen könnte?
  • 70% von 0 sind deutlich weniger, als 42% von 1 Mio.
Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Es kommt daruf an, wie diese Spitzenverdiener zu ihrem Geld kommen. Und hier gilt nicht, wie viele gerne argumentieren, dass jeder seines Glückes Schmied ist. In vielen Fällen ist es einfach Glück, zu richtigen Zeit an den richtigen Job zu kommen, viele nutzen ihre Vormachtstellung gegenüber Geringverdienern aus und drücken Löhne und Gehälter, was in den letzten Jahren ja massiv geschehen ist.

Außerdem sehe ich hier noch ein grundsätzliches Problem. Warum sollte den ein Spitzenverdiener sich nicht um das Wohl der armen Gesellschaft kümmern, soll heißen, eine gerechtere Umverteilung, zum Beispiel durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, zu befürworten. Man kann, sollte vielleicht sogar, von sich aus für eine gerechtere Umverteilung sorgen, um für eine stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sorgen.

Wenn man diese These mal pragmatisch aus einer ökonomischen Sicht betrachtet, könnte man auch schlussfolgern, dass so etwas auch die Wirtschaft in Schwung bringen würde, weil auch Hartz-Beziehende wieder gefragt wären, wieder vermehrt arbeiten würden und eventuell auch Fortbildungen machen würden.

Ob eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes vonnöten ist, kann man meiner Ansicht nach nicht an dem aktuellen Satz festmachen, da dieser sich ja, abhängig von der wirtschaftlichen Lage ja auf ganz andere Gehälter bezieht. Ein Manager mit einem Jahreseinkommen von 100.000 hat bei einem Spitzensteuersatz von 42 % doch noch immer mehr als genug zum Leben.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

also zusammengefaßt:

die Spitzenverdiener sollen teilweise enteignet werden .....

was soll der Quatsch?

dir ist schon klar, dass die Spitzenverdiener in ihren jeweiligen Gemeinden durch entsprechende Kapitalspritzen sehr wohl die arme Bevölkerung unterstützen ...

und glaub mir, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes würde zur Folge haben, dass der Staat WENIGER Steuern einnimmt .....

da in den Grenzgebieten die Spitzenverdiener den Wohnsitz wechseln würden ..... über Homeoffice ist es kein Problem, eine Firma in D zu leiten ..... der Unternehmer muß nur weniger als 183 Tage in D sein und schon bekommt D KEINEN CENT Steuern mehr ...... (vom Verdienst des Unternehmers ...... und die Firma wird kleingerechnet)

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Die Verlagerung des Wohnsitzes ins Ausland sehe ich ähnlich wie das Problem der Steuerflucht. Es ist schwierig, dem entgegenzuwirken, trotzdem ist es unerlässlich, das zu tun.

Du hast aber Recht. Die (von Dir wohl nicht befürwortete) Erhöhung des Spitzensteuersatzes sollte nicht ohne eine Lösung dieses Problems durchgesetzt werden.

Spitzenverdiener sollen nicht enteignet werden. Sie sollen ihre Perspektive ändern, und sie sollen die wechselseitigen Auswirkungen ihres Reichtums, nämlich das Knapsen der Geringverdiener, für das diese in vielen Fällen noch nicht einmal die Schuld trifft, nicht länger ignorieren. Es geht um eine menschliche Zuwendung von Spitzenverdienern an die Armen. Dabei darf und sollte ein Spitzenverdiener aber auch stolz auf seine Errungenschaften sein und das auch finanziell und durch gesellschaftliche Anerkennung honoriert bekommen, beides aber nicht im Übermaß und nicht durch unlauterern Wettbewerb wie Niedriglöhne.

Kommentar von archibaldesel ,

Das wird jetzt irgendwie auch nichts. Du kannst ja nicht vor der Festlegung des Steuersatzes prüfen, ob der Karriereweg deinen moralischen Ansprüchen genügt. Das muss ja für alle Steuerpflichtigen gleich sein.

Ich gebe dir Recht, dass Reiche eine soziale Verpflichtung haben. Die wird aber auch von vielen beispielsweise über Stiftungen wahrgenommen. Wenn wir uns mal kurz von Deutschland entfernen und in die USA schauen, haben Superreiche wie Bill Gates oder Warren Buffet nahezu ihr gesamtes Vermögen in wohltätige Stiftungen eingebracht. Sie entscheiden aber gerne selbst, welche Projekte damit gefördert werden und überlassen es nicht dem jeweiligen Staat.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Aber die Unterstützung von Stiftungen ist doch nur pseudo-wohltätig. Bill Gates hält Aktien im Wert von über 300 Millionen. Die Dividenden dürften über deutlich über das hinausgehen, was Otto-Normalverbraucher in einem Jahrzehnt verdient. Viele andere Superreiche wiederum kümmern sich gar nicht um die Belange anderer.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Nachweise, dass sich viele andere Superreiche nicht um andere kümmern?

nur weil die es nicht öffentlich machen .....

aber wie gesagt, ich bin hier raus, wird mir zu polemisch

Kommentar von archibaldesel ,

Der Wert seiner Aktien ist deutlich höher, aber diese Aktien hat er genau in die Stiftung eingebracht. Die Bill & Melinda Gates Foundation hält ein Stiftungsvermögen von 43 Milliarden USD. Das kann man kaum als pseudowohltätig bezeichnen.

Kommentar von Unsinkable2 ,

85 % der Einkommensteuer wird von 25 % der Steuerpflichtigen bezahlt 

Lieber wurzlsepp668, das ist kein Indikator für "tolle Zahlungsbereitschaft", sondern ein Indikator für "miserable Gerechtigkeit".

Denn "hohe Steuerabgaben" entstehen durch "hohe Einkommen". Wenn also NUR 25% der Steuerpflichtigen so viel Kohle abdrücken müssen, dann verdienen 75% der Bevölkerung zu wenig... 

Kommentar von archibaldesel ,

Das ändert sich aber nicht durch die Erhöhung der Steuerlast für die 25%. Das liegt an der Einkommensverteilung und nicht an der Verteilung der Steuerlast.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

@unsinkable2:

ich bin vieles, aber garantiert nicht dein lieber wurzlsepp ....

wo habe ich irgendetwas von toller Zahlungsbereitschaft geschrieben?

es ist numal FAKT, dass die Gut und Sehrgutverdienenden die meisten Steuern bezahlen.

da diese halt auch bereit sind, mehr als 38 Stunden in der Woche zu arbeiten .....

ich kenne genügend, die Fortbildungen verweigern .....

kosten ja Freizeit .....

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Ich finde, hier muss man differenzieren. Weshalb verweigern diese Leute die Fortbildungen. Dafür dürfte es eine Reihe an Gründen geben. Latente familiäre Probleme, die Fortbildung passt nicht zu den beruflichen Vorstellungen, man fühlt sich in dem Unternehmen nicht wohl...

Man kann die Liste sicher noch fortsetzen. Womöglich sind das auch die Leute, die mit ihrem Einkommen zufrieden, und das auch zu recht, weil es nämlich zum Leben ausreicht.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Lieber wurzlsepp668, es gibt überall "sone und solche". 

Ich kenne Unternehmer, die sich auf "Halbtags-Arbeit" ausruhen; und ich kenne Arbeitnehmer, die jede Woche mehr als 60 Stunden arbeiten.

Darüber hinaus: Ehrliche Arbeit hat noch niemanden reich gemacht. Und genau darum geht es dem Fragesteller wohl auch in der Nebensache. 

Denn wenn wir beispielsweise an einen Zuckerberg (den Besitzer von Facebook) denken, dann müsste der Junge seit dem Online-Gang von Facebook 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr arbeiten, ohne aufs Klo zu gehen oder Essenpausen zu machen ... und er würde dennoch in einer Stunde so viel "verdienen", wie ein durchschnittlicher US-Arbeitnehmer in einem 3/4 Jahr...

Wenn Herr Zuckerberg also "viel Steuern" bezahlt; dann, weil er "viel Geld bekommt". Ob er das allerdings mit seiner eigenen Hände Arbeit verdient, darf wohl dahingestellt bleiben, nicht wahr?!

Oder wollen wir in Deutschland bleiben? Der VW-Vorstand hat sich gerade die Boni erstritten. Obwohl der Konzern unter einem weltweiten Skandal leidet. Obwohl der Konzern bereits "Sparmaßnahmen" bei der Belegschaft angekündigt hat.

Da werden also "mehr Steuern" beim Vorstand und "weniger Steuern" beim Arbeitsvieh fällig.

... ist der Rückschluss "Also sind die Arbeitnehmer von VW 'faule Schweine', denn sie zahlen ja weniger Steuern als der Vorstand." richtig? 

Oder solltest du dich vielleicht einfach noch einmal in aller Ruhe hinsetzen und nachdenken, ob dein - überaus naiver - Spruch vielleicht doch ein bisschen oberflächlicher ist, als du es jetzt noch glaubst?!

Kommentar von wurzlsepp668 ,

erliche Arbeit hat noch niemanden reich gemacht?

komisch, ich kenne einen Millionär, der tatsächlich durch Arbeit reich geworden ist ....

und ich habe einen naiven Spruch abgelassen? wo?

aber da hier nur pauschale "Unterstellungen" getätigt werden, weil hier die meisten neidisch auf die Zahler des Höchststeuersatzes (nein, mein Steuersatz liegt bei unter 30%) sind, bin ich hier raus ....

Antwort
von Kasumix, 6

Wird nicht passieren... Wenn die von denen mehr kriegen, kommt das unten eh nicht an...

Und Erleichterungen? Haha...

Solidaritätszuschuss sag ich nur...vorübergehend...so wird das verkauft...Und dann bloß umbenannt statt abgeschafft.

Die da oben haben in den letzten 15 Jahren so einiges verbockt...

Antwort
von voayager, 5

Die Mehrwertsteuer könnte so gesenkt werden. diese ist gwerade für arme Leute eine arge Belastung. Davon mal abngesehen, könnten durch eine bessere Besteuerung, also auch Anhebung des Spitzensteuersatzes die Sozialleistungen wieder verbessert werden, allen voran die Abschaffung von H-4 sowie der Armutsrenten.

Antwort
von FrageSchlumpf, 14

Das kammt darauf an.

Wenn die Mehreinnahmen in die Erwirtschaftung eines Haushaltsüberschusses gehen, hat die Unterschicht nichts davon, vlt. sogar einen kleinen Schaden aus evtl. Trotzreaktionen der Oberschicht.

Und je nach dem wie groß die Anhebung wäre könnte es das aktuelle Missverhältnis aus Sparen zu Investition weiter verschlechtern, noch mehr auf die Zinsen drücken und ggf. zu wirtschaftlichen Problemen führen, unter denen die Unterschicht zuerst leiden würde.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Danke für Deine Antwort. Den Zusammenhang von Erhöhung des Spitzensteuersatzes und das Verhältnis von Sparen und Investition und die damit zusammenhängenden Zinsen verstehe ich allerdings nicht ganz. Kannst Du mir Deinen Gedankengang nochmal erläutern? :-)

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Nun, der Zins ist - entgegen was man so beim Geschimpfe auf die "böse" EZB und "ihren" Zinssatz so hört, immer das Ergebnis von Angebot ( = Ersparnis , nicht konsumiertes Einkommen ) und Nachfrage ( = Investition bzw. Konsum auf Pump ). Wenn nun weniger konsumiert wird und gleichzeitig mehr gespart wird, fällt der ohnehin niedrige Zins weiter.

Eine Steuererhöhung ohne gleichzeitige Ausgabe ( also mehr Haushaltsüberschuss oder weniger Haushaltsdefizit ) ist seitens des Staates immer "Ersparnis".

Wenn nun die Steuererhöhung beim Bürger nicht vollständig zu Lasten seiner Ersparnis geht ( = Konsum bleibt gleich ) , sondern die Bürger wegen der höheren Steuern auch nur teilweise weniger konsumieren, kommt es zu einer Verschiebung des Verhältnisses von Sparen und Investition bzw. Konsum und so zu einer Änderung des Zinssatzes.

Kommentar von Nasdaq14 ,

Die Zeiten wo der Zins das Ergebnis von Angebot und Nachfrage ist, dürften durch die EZB aber endgültig vorbei sein.

Mit freundlichen Grüßen
Nasdaq

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Ist der Volkesglaube. Kann aber nicht belegt werden.

Es gibt nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass im Gegensatz zu früher sowohl Angebot als auch Nachfrage vollkommen zinsunelastisch wären.

Aber wegen mir können wir das gerne mal probieren. Einfach Leitzins mal auf 2 % und schauen, ob wirklich alles beim Alten bleibt wie die Theorie dann behauptet.

Antwort
von 1988Ritter, 26

Das bringt gar nichts.

Je höher das Einkommen ist, desto mehr Möglichkeiten habe ich Werbungskosten, Sonderausgaben und Abschreibungen geltend zu machen, wodurch sich mein Einkommen auf dem Papier kleinrechnet.

Es gibt Konzerne mit Milliardenumsätze, die aufgrund der Bilanztrickserei gar keine Steurn zahlen.

Ich vertrete die Ansicht der Staat würde weit aus mehr einnehmen, wenn die Steuern gesenkt werden, und die Möglichkeiten zum Erhalt einer Einkommensminderung, reduziert oder gestrichen würden.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Ich verstehe Dich leider nicht ganz. Warum sollte der Staat die Steuern senken, und welche Steuern? Einkommenssteuer? Körperschaftssteuer? Oder allgemein Steuern?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

in den USA wurde die Einkommensteuer gesenkt ...

seither hat der Haushalt MEHR Geld zur Verfügung als vorher .......

bestes Beispiel: Tabaksteuer ..... seit der letzten Erhöhung der Tabaksteuer sind die Einnahmen des Staates rückläufig ...

Kommentar von Unsinkable2 ,

in den USA wurde die Einkommensteuer gesenkt ...

Lieber wurzlsepp668, die aktuellen Spitzensteuersätze in den USA sind dir vielleicht nicht geläufig:

  • 2012 = 35%
  • 2013 = 39,6%
  • 2015 und 2016 = immer noch 39,6%

Also mir hat man in Mathe beigebracht, dass es "Erhöhung" heißt, wenn etwas mehr wird. ... Aber vielleicht warst du ja auch auf einer anderen Schule?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

wo steht bitte, dass die Steuern erst vor kurzem gesenkt wurden?

das war zu Zeiten, als der Schauspieler Präsident war ......

und zur Info:

ich bin im steuerlichen Bereich tätig, weiß also sehr wohl, wovon ich spreche ....

Kommentar von Unsinkable2 ,

Wo steht bitte, dass die Steuern erst vor kurzem gesenkt wurden?

Stimmt. Mein Fehler, lieber wurzlsepp668.

Tatsächlich wurden die Steuern zuletzt Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gesenkt. Danach stieg die Staatsverschuldung noch rasanter an als vorher...

und zur Info: Ich bin im steuerlichen Bereich tätig, weiß also sehr wohl, wovon ich spreche ....



Nun, zumindest haben wir schon herausgearbeitet, dass dir offensichtlich eine "steigende Staatsverschuldung" am Herzen liegt. Das hattest du zu erwähnen vergessen. 

Ist aber auch nur ein unwichtiges Detail, wie ich zugeben muss. Schließlich bist du "im steuerlichen Bereich" tätig. Und diese Behauptung ist Expertise genug und lässt mich ergeben mein Haupt neigen...

----------------------

Zu dumm ist allerdings deine naiv wirkende Argumentation. Denn auch nach der SteuerERHÖHUNG im Jahr 2013 hat der amerikanische Haushalt mehr Einnahmen als zuvor. ... Könnte es also sein, dass dein bemerkenswertes Argument irgendwie nicht sauber sticht? Und das, obwohl du "im steuerlichen Bereich tätig" bist und eigentlich, so sollte man meinen, mehr also nur oberflächlich-naive Postulate zu diesem Thema absondern müsstest?!

Antwort
von Nasdaq14, 17

Die Einkommensspreizung ist schon enorm geworden.

Hinzu kommt, das dei Rahmenbedingungen, wie Leiharbeit und Zeitarbeitsdverträge sich enorm verschärft haben.

Ichhabe noch zu den Leuten gehört - die ohne die Richensteuer 52 % Einkommssteuer zahlten.

Es istauch ärgerlch wenn die Soziiaversicherungsbeiträge hinzu gerechnet vonn 100 EUR  nur napp 30 übrig bleiben.

Allerdings erreichendie meisten dann die KV  / RV  Obergrenze und dann bleiben wieder knapp 50 %.


Es hat mich imer gewundert, das da niemand seinen Mund aufmachte, als der Grenzsteuersatz auf 42 % sank.

Im Übrigen:

Kurze Zeitt später wurden dann Kaptaleinkünfte pauschal mit 25 % versteuert. tatt wie vorher mit dem persönlichen Steuersatz -eine glatte Ersparnis um die Hälfte.

Klar: Dafür waren dann auch Aktienanlagen betroffen.

Diese machen aber weit  weniger im Betrag aus !


Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq



Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Was meinst Du mit dem "persönlichen Steuersatz", für Kapitaleinkünfte und wie hoch ist der? Wann wurde diese massive Steuersenkung denn beschlossen?

Kommentar von Nasdaq14 ,

Vor 2008 wurden Zinserträge  wie alle anderen Einkünfte mit dem persönlichen Steuersatz belegt, als  vormals 52 % - später dann 42 %.

Dann kam  2009:

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat sich offen für eine
Verschiebung der Neuregelung der Zinsbesteuerung auf das Jahr 2009
gezeigt. In der Bund-Länder-Arbeitsgruppe werde diskutiert, die
Abgeltungssteuer auf Zinserträge nicht 2008 mit 30 Prozent, sondern erst
2009 mit 25 Prozent einzuführen, sagte der SPD-Politiker der "Berliner
Zeitung". "Es gibt gute Argumente für dieses Vorgehen." Der niedrigere
Steuersatz von 25 Prozent könne ein Anreiz sein, die Abwanderung von
Kapital aus Deutschland ins Ausland zu stoppen. Die geplante
Abgeltungssteuer soll Zinsen, Dividenden und Kursgewinne betreffen

Man beachte: Herr Steinbrück gehörte der SPD an.

Mit ins "Ausland stoppen " heißt hier, das es lange Zeit Usus war seine Wertpapiere Luxemburg  zu lagern - und entegen dem Steuerrecht - die Zinsen zu " vergessen ".

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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