Frage von FragenVonLeo, 28

Was wollte Nietzsche?

Nach einiger Beschäftigung mit Friedrich, seinen Denkanstößen und flüchtigen Blicken in seine Werke - was will er? Schopenauer als "Inspiration" ist hier ja schonmal ein Anfang denke Ich..

Viele Philosophen weisen ein Leitbild vor, quasi eine berechenbare Grundeinstellung gegenüber der Welt und ihrer Dinge. Wie sieht es hier bei Nietzsche aus?

Seine radikale Lebensbejahung ist mir natürlich ein Begriff. Auch sein vorausgegangenes Studium in Philologie und sein Schmerz über die Kultur der "jetzigen" Zeit im vergleich der Antike "verstehe" Ich (denke Ich zumindest).

Aber : Die Scharfe Kritik an - gefühlt - allem kann Ich nicht verstehen. Kritik an Moral, Wissenschaft, Religion und der Wahrheit an sich kann Ich noch nicht einordnen.

Was war sein Problem mit der damaligen Welt? Was sind seine Alternativen? Kritik müsste doch auch einen Verbesserungsvorschlag beinhalten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TischtennisNerd, 11

Nietzsche legte seinen anfänglichen Nihilismus bald ab.

Er blieb aber dabei, dass alles ohne Sinn ist und bleibt. Er kritisiert beinahe jeden erdenklichen Bereich, auf polemischte Art und Weise (meiner Meinung nach zurecht).
Dass unsere Vorstellungen von Moral, Tugend, Gerechtigkeit, Religion etc. absolut null und nichtig sind.

Wer aber Nietzsche deshalb einen Jammerlappen schimpft, hat ihn nicht verstanden.

Nietzsches Philospohie ist die einer bejahenden Lebensphilosophie (und zwar auf radikale Art).

Seine Lösung bietet er mit "Also sprach Zarathustra". Dieser verkündet den "Übermensch". An diesem Leitbild soll sich der Mensch orientieren um den Menschen und sein Dasein zu einer höheren und glücklicheren Stufe zu bringen.

Nietzsche "entwertet" wie die Nihilisten alle Werte, jedoch ist für Nihilisten an diesem Punkt Ende. Für Nietzsche fängt es da erst an. Wenn es nichts mehr gibt das zählt und richtig ist, so liegt es an uns dem "Leben" (Nietzsches höchste Instanz und wichtigste "Institution" seiner Philosophie) SELBST einen Sinn zu verleihen und dessen Züge bis in den letzen Atemzug auszukosten.

Deshalb war für Nietzsche, trotz seines großen Leids an dieser Welt, Selbstmord nie eine Option.

Kommentar von TischtennisNerd ,

Sorry, ich hätte deine Frage genauer lesen sollen...

Ich habs nur überflogen und mir etwas zurechtgereimt...

Ich hab im Grunde jetzt ja nur die Sachen wiederholt, die du sowieso schon angespochen hast...

Kommentar von FragenVonLeo ,

Danke, hab trotzdem was daran gelernt :)

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