Frage von datari, 13

Was wollte Foucault..?

.. mit der "Ordnung der Dinge" überhaupt bezwecken? Und war er damit erfolgreich

Antwort
von Rosenblad, 13

Deine Frage beantwortet Foucault selbst in den abschließenden Sätzen dieses Werkes:

Der Mensch ist eine Erfindung, deren Datum die Archäologie unseres Denkens ganz offen zeigt. Vielleicht auch das baldige Ende. Wenn diese Dispositionen verschwänden, so wie sie erschienen sind, wenn durch irgendein Ereignis, dessen Möglichkeit wir höchstens vorausahnen können, aber dessen Form oder Verheißung wie im Augenblick nicht kennen, diese Dispositionen ins Wanken geraten, wie an der Grenze des achtzehnten Jahrhunderts die Grundlage des klassischen Denkens es tat, dann kann man sehr wohl wetten, das der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand.“ (Ordnung der Dinge, 1974, S.462)

Der Mensch ist weder universales Finalparameter noch eine stabile Positivität seiner selbst – die Wissenschaften (allen voran die Psychologie in der „Entdeckung des Unbewussten“– heute könnte man die Neurowissenschaften als Hauptzeugen benennen) haben den Nimbus Mensch „zerstört“- des Menschen Menetekel wurden sichtbar.

Man könnte gewillt sein an dieser Stelle Thomas Mann zu zitieren, der in seinen „Buddenbrooks“ schrieb:
"War nicht jeder Mensch ein Missgriff und Fehltritt? Geriet er nicht in eine peinvolle Haft, sowie er geboren ward? Gefängnis! Gefängnis! Schranken und Bande überall! Durch die Gitterfenster seiner Individualität starrt der Mensch hoffnungslos auf die Ringmauern der äußeren Umstände, bis der Tod kommt und ihn zur Heimkehr und Freiheit ruft

Foucault Verdienst ist es für Ausmessung dieser „Ringmauern“ die Instrumentarien benannt zu haben!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten