Frage von nieraab, 63

Was wisst ihr über Buddhismus?

Einfach alles, was euch dazu so einfällt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 23

Ich selbst bin Buddhist und von daher haben Lehre und Praxis dieser Religion einen maßgeblichen Einfluss auf meine Geisteshaltung und alltägliches Leben.

Was ich über den Buddhismus weiß?

Intellektuell könnte ich alles mögliche aufzählen, aber damit ist dir nicht wirklich geholfen, da du diese Dinge auch einfach googeln kannst.

Theravada, Mahayana, Vajrayana, Karma, Metta, Mudita, Prajna, Bodhisattva, Zazen...alles Begrifflichkeiten, die man problemlos nachschlagen kann. Was soll ich also groß erzählen.

Was ich durch den Buddhismus weiß?

Nun, wissen ist zu viel gesagt, aber ich habe einige Ansichten und Einsichten gewonnen, die ich für mich persönlich als wahr ansehe und die mir helfen, ein selbstverantwortliches Leben zu führen.

Solltest du möglicherweise noch weitere Fragen zum Thema Buddhismus haben, helfe ich dir bei der Beantwortung gerne weiter.

Kommentar von nieraab ,

Hast du dich für den Buddhismus selbst entschieden?

Kommentar von Enzylexikon ,

Ja.

Ich bin ohne feste Religion aufgewachsen, da meine Eltern wollten, dass ihre Kinder später selbst über ihre Konfession entscheiden können.

Ich habe mich aber eigentlich schon immer für das Thema der Religionen interessiert und bin schließlich über mein Interesse an Meditation zum Buddhismus gekommen.

Kommentar von nieraab ,

Hat sich dein Alltag durch den Buddhismus sehr verändert? Wenn ich fragen darf, inwiefern?

Kommentar von Enzylexikon ,

Ja, natürlich darfst du fragen. :-)

Strukturell hat sich nicht viel geändert - ich übe jetzt morgens und Abends täglich Sitzmeditation und führe sonst ein völlig normales Leben.

Qualitativ hat sich vieles verändert. Ich lebe jetzt bewusster, nehme mich selbst nicht mehr so schrecklich wichtig und denke weniger in absoluten Kategorien, was ich sehr befreiend finde.

Kommentar von nieraab ,

Was ist dir am Buddhismus am wichtigsten?

Kommentar von Enzylexikon ,

Die Praxis, also Sitzmeditation und Meditation im Alltäglichen.

Auf intellektuellem Niveau über den Buddhismus zu schreiben, kann jeder, der sich mit dem Thema befasst hat.

Ohne buddhistische Praxis wird man meiner Meinung nach aber niemals wirklich ein Verständnis des Buddhismus entwickeln.

Deshalb halte ich die Praxis für besonders wichtig - insbesondere in einer Zeit, in der theoretische Informationen überall abgerufen werden können.

Kommentar von nieraab ,

In anderen Religionen, also zbs Christentum, gibt es eine Kirche. Gibt es soetwas auch im Buddhismus? Ich habe letztens ein Buch gelesen (Karma hoch2) und da kam Buddha vor. Zwei Menschen starben und hatten viel schlechtes Karma gesammelt. Er ist ihnen erschienen und sagte, sie seien erstmal Ameisen. Sie sollten gutes Karma sammeln, um weiter aufzusteigen (also, Elephant zbs) um dann zu ihn, also ins Licht (die Erleuchtung) zu treten. Stimmt es, dass es dieses Karma Verfahren mit Buddah im Buddhismus gibt?

Kommentar von Enzylexikon ,

Kirche als Institution

Falls du eine Art weltweite Vereinigung mit einer Art gemeinsamen Oberhaupt aller Buddhisten meinst - so etwas gibt es nicht.

Allerdings haben sich in verschiedenen Ländern durchaus große buddhistische Organisationen und Dachverbände gegründet, die hierarchisch strukturiert sind, man also von einer "Kirchee" sprechen könnten.

Somit haben die verschiedenen buddhistischen Traditionen auch unterschiedliche Oberhäupter.

Kirche als Gebäude

Ja, im Buddhismus gibt es Tempel, in denen sich die buddhistische Gemeinschaft (Sangha) trifft und Klöster, in denen buddhistische Mönche, oder Nonnen leben.

Gerade im Westen gibt es häufig auch einfach buddhistische Meditationsgruppen, wo sich Buddhisten und Nicht-Buddhisten zur gemeinsamen Meditation treffen.

Karma

Karma bedeutet wörtlich "Tat" und bedeutet grundsätzlich, dass jede Handlung auch die Ursache für eine Wirkung ist.

Wenn ich etwas negatives denke (Karma des Geistes) werde ich jemanden womöglich beleidigen (Karma des Wortes) oder sogar schlecht behandeln (Karma der Tat).

Diese Auswirkung wird wieder die Ursache für weitere Handlungen und so setzt sich die Kette von Ursache und Wirkung fort.

Wiedergeburt

Es gibt im Buddhismus verschiedene Vorstellungen von Wiedergeburt. Gerade in volkstümlichen Erzählungen gibt es auch Geschichten über Wiedergeburt als Tier. Das ist aber umstritten.

Ich persönlich folge dagegen einer anderen Auslegung.

Buddha hat nie über Dinge wie Schöpfung, Gott usw. gesprochen - weshalb sollte er plötzlich darüber reden,was nach dem Tod passiert?

Ich halte die Wiedergeburt lediglich für ein psychologisches Modell, wie es etwa der japanische  Priester Shohaku Okumura erklärt.

Falls dich das genauer interessiert - hier habe ich mal ausführlicher erklärt, worum es geht;

https://www.gutefrage.net/frage/wenn-es-die-wiedergeburt-wirklich-geben-sollte-w...

Kommentar von nieraab ,

Oh, vielen Dank! so, letzte Frage: wie haben andere Menschen in deiner Umgebung (Lehrer, Eltern, Geschwister, Freunde) reagiert, als du 'bekannt' gegeben hast, das du nach Buddhismus lebst? (besser konnte ich es nicht formulieren)

Kommentar von Enzylexikon ,

Das war überhaupt kein Problem, weil es eben keinen sichtbaren Einfluss auf den Alltag hat und mich nicht einschränkt.

Wenn ich sage "bitte nicht stören", dann wird das respektiert egal ob ich jetzt 45 Minuten meditiere, oder einfach nur lese.

Ich trage keine fremdartigen oder ungewöhnlichen Kleidungsstücke oder Schmuck, habe keine ungewöhnliche Frisur und bin auch sonst ein ganz normaler Bürger.

"Besondere" Kleidung ziehe ich nur während der Meditation, oder bei buddhistischen Veranstaltungen an, da ich keine Notwendigkeit sehe, meinen Glauben sichtbar zur Schau zu stellen.

Kommentar von nieraab ,

Okay, vielen Dank für alle deine Antworten :)

Kommentar von Enzylexikon ,

Kein Problem, wenn noch was unklar sein sollte, helfe ich gerne weiter.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von RevatiKKS, 10

Der Buddhismus ist aus dem Hinduismus hervorgegangen.

Die Vedischen Schriften haben das Erscheinen Buddhas vorhergesagt. Er ist eine Inkarnation Visnus. Der Grund für sein Erscheinen und die Verbreitung einer neuen Lehre war, dass zur damaligen Zeit viele Menschen die vedischen Lehren "verdrehten" und bestimmte "verdrehte" Vorschriften nutzten, um das Töten von Tieren zu rechtfertigten. 

In der vedischen Zivilisation war es nicht üblich Fleisch zu essen, da man sich der karmischen Folgen bewusst war. Das essen von Fleisch war nur der untersten Gesellschaftsschicht erlaubt (also Menschen, die nicht in der Lage waren, den Drang ihrer Zunge zu kontrollieren) und auch das nur unter strikten Auflagen. 

Als das essen von Fleisch immer mehr zunahm, es damals schon regelrechte Schlachthäuser gab, erschien Buddha, um das zu beenden. Da man sich beim schlachten von Tieren auf die Veden berief hatte er keine andere Möglichkeit, als die Autorität der Veden völlig abzulehnen.

So schuf er eine neue, atheistische Philosophie, obwohl er selbst die Inkarnation einer Erweiterung Gottes war.

Nach Buddha erscheinen dann weitere Inkarnationen/große Acaryas um die ursprüngliche Lehre Schritt für Schritt wieder einzuführen, das Verständnis dafür sogar zu vertiefen. Da waren z.B. Shankaracarya, Ramanujacarya, Madhvacarya, Nimbarka, Baladeva Vidyabushana, Sri Caitanya Mahaprabhu.

Hier kannst du noch mehr darüber lesen: http://www.stephen-knapp.com/buddhism_and_its_vedic_connections.htm

Antwort
von NewKemroy, 16

Von allem Bösen abzusteh’n

Das Gute zu vermehren stets,

Zu läutern seinen eignen Geist:

Das ist des Buddhas Lehrgebot.

(Zitat aus dem Dhammapada, 183)


Antwort
von muhamedba, 18

Ist momentan in Mode, wie Bart tragen oder rote Schuhe tragen, bei den etwas jüngeren - wohl wegen Dalai Lama und der Figur, die du in jedem Baumarkt kaufen kannst. Im Grunde spricht es vielen Menschen zu, da du anders als bei den Weltreligionen überhaupt keine Strafen hast, du suchst eben die Erleuchtung, wie diese Buddha erreicht haben soll. Mönche sind auch beliebt, die aus den Filmen, daher wohl noch ein Pluspunkt. In China soll ja alleine 50% der Buddhisten zu finden sein.

Sonst ist es das selbe Spiele, hast Gebote, wie im Christentum aber eben die freie Wahl. Für mich persönlich liegt das auf dem selben Level wie der Hinduismus, obwohl der Hinduismus deutlich mehr Anhänger hat, nur können die Leute eben nicht lesen.

Das Buddhisten nie negativ auffallen ist auch nicht wehr. Letztes Jahr alleine sind die morden gegangen. Wenn du mehr wissen willst, dann such nach Buddhisten töten Muslime (einfach bei Google). Da das die Qualitätsmedien nicht rund um die Uhr senden, hat das kaum jemand mitbekommen.

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Erlaube ein paar Korrekturen, lieber Muhamedba:

Buddhismus mit seinen weit über 200 verschiedenen Strömungen IST eine Weltrelidion!

Erleuchtung ist zwar das Ziel vieler, aber bei weitem nicht aller Buddhisten: Nichiren-Buddhisten bspw. suchen die Minderung von Leid und Mehrung von Glück (eigenes wie fremdes) im HIER und JETZT - und weniger die Erleuchtung... - und im Nichiren-Buddhismus sind die Mönche überhaupt nicht beliebt!

Es stimmt leider, dass Buddhisten Rohinga verfolgen und auch umgebracht haben - bzw. sogar noch tun! (Stand u.a. in der ZEIT) - Dabei haben sie sich allerdings NICHT auf den Buddhismus berufen! (so wie bspw. einige Muslime Vertreter anderer Religionen umbringen und sich dabei auf den Islam berufen;)

Kommentar von muhamedba ,

Die behaupten in Videos aber etwas anderes.

Antwort
von derMannohnePlan, 8

Hier werden jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach sehr viele Weltgelehrten und selbsternannten weisen Menschen ausholen, sich "stolz" als Buddhisten preisgeben um dir eine Antwort auf deine Frage zu geben.

Dabei gibt es nur eins zu sagen, siehe Bild.

Antwort
von Kallahariiiiii, 22

Kann sein, dass ich damit total falsch liege, aber ich verbinde damit eine sehr friedliche und respektvolle Religion

Antwort
von evermoreft, 21

Es ist eine Religion. Die viertgrößte und es gibt 230-500 Mio Anhänger

Antwort
von chanfan, 27
Kommentar von nieraab ,

ja, der Browser funktioniert nicht ://

Antwort
von DieSchiiten, 9

"Es gibt im Buddhismus sehr viele Gottheiten. Sie wurden aus den Religionen vor dem Buddhismus übernommen. Allerdings sind sie im Buddhismus keine "Götter" oder "Gottheiten"."

http://www.religionen-entdecken.de/lexikon/g/goetter-im-buddhismus

 Sie haben ihre Gelehrten und ihre Mönche zu Herren genommen außer Allah. (9:31)

Intolerant? 

Wenn ein Andersgläubiger den Islam kritisiert, dann muss der Muslim es so annehmen und darf seine Religion nicht verteidigen. Aber wenn ein Muslim eine Religion kritisiert, dann sind natürlich alle Muslime direkt intolerant, Terroristen, böse usw. 

Lg fabian222

Kommentar von ArbeitsFreude ,

nana, lieber Fabian: Dein letzter Abschnitt klingt aber sehr pauschal - und stimmt (wie man hier auf GF an Beiträgen nachlesen kann) nicht...

Antwort
von DerDieDasDash, 27

Wenn ich mich recht entsinne ist der Buddhismus eine gottfreie Religion und somit auch eine wirklich friedlicher Religion. Zählt zu den Weltreligionen..

Antwort
von Flintsch, 16
Antwort
von zonkie, 17
Antwort
von CorruptedWorld, 20

Geilste Religion der Welt. :D
Bin trd. nicht gläubisch. xd

Antwort
von di123, 17

Buddhismus entwickelt aus Hinduismus und Gott von buddhistische ist Buddha der ein sehr  gutes Person war .

Kommentar von di123 ,

Das ist zweitälteste Weltreligion der Welt

Kommentar von MatthiasHerz ,

Buddha war und ist kein Gott.

Der Buddhismus ist eine atheistische Religion.

Kommentar von di123 ,

Aber war ein echter Mensch wie Jesus

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