Wie kann ich durch die Objektivbrennweite meine Fotos verbessern? Was steckt genau hinter dem Begriff und wie funktiniert das genau?

Objektive mit "kurzer" Brennweite haben einen weiten "Blickwinkel" von rechts nach links und von oben nach unten.
Ausserdem haben sie nur eine kleine Tiefenschärfe, wenn man also etwa auf 2 m Entfernung "scharf" stellt, dann sind Dinge in z.B. 4 m Entfernung schon wieder unscharf.
Objektive mit "langer" Brennweite wirken eher wie Ferngläser, sie holen weit entfernte Dinge näher heran, haben aber einen schmalen "Blickwinkel".
Dafür haben sie eine grosse Schärfentiefe, sie zeigen u.U. alles scharf zwischen 5 m und unendlich.
Objektive mit unterschiedlicher Brennweite sind also in unterschiedlichen Situationen sinnvoll, mit der Qualität der Bilder hat das aber nichts zu tun.
Die Aussage zur Schärfentiefe (auch Hyperfokaldistanz genannt) in Abhängigkeit zur Brennweite bei identischer Blendenöffnung stimmt nur dann, wenn man den sog. Nahpunkt mit ins Kalkül zieht.
Betrachten wir zwei Objektive:
Brennweite 50mm bezogen auf Kleinbildformat, Blende 5,6
Nahpunkt: 6,79 m Hyperfokale Distanz: 13,58 m
Brennweite 200mm bezogen auf Kleinbild Blende 5,6
Nahpunkt: 108,33m Hyperfokale Distanz: 216,65 m
Befindet sich mein Motiv jedoch näher vor dem Objektiv, als der Nahpunkt angibt, haben wir eine unterschiedliche Situation:
Nehmen wir an, das Motiv befindet sich 4 Meter vor dem Objektiv und wird mit beiden Brennweiten scharf gestellt. Dann bildet das 50mm Objektiv einen wesentlich größeren Bereich davor und dahinter scharf ab, als das 200mm Objektiv.
In der Praxis verwendet man daher große Brennweiten gern, um relativ nahe gelegene Motive scharf vor einem etwas weiter entfernten Hintergrund abzubilden. Dieses sog. "Freistellen" verwenden Fotografen gern als Stilmittel, um das wesentliche Motiv scharf vor einem unscharfen Hintergrund herauszustellen.